Autozulieferer Erich Jaeger aus Hessen stellt Insolvenzantrag

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Foto: Tim Mossholder

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Erich Jaeger: Insolvenzverfahren läuft, Betrieb soll vorerst weitergehen

Der hessische Autozulieferer Erich Jaeger GmbH hat beim zuständigen Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen mit Sitz in Friedberg bei Frankfurt bestätigte den Schritt am Dienstag. Laut Unternehmensangaben soll der laufende Betrieb trotz der Insolvenz zunächst aufrechterhalten werden. Erich Jaeger ist spezialisiert auf elektrische Anhängersteckdosen und Fahrzeugelektrik – eine Nische, in der das Unternehmen seit Jahrzehnten tätig ist.

Rund 1.000 Beschäftigte weltweit betroffen

Der Insolvenzantrag von Erich Jaeger trifft rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an verschiedenen Standorten weltweit. Neben dem Hauptsitz in Friedberg unterhält das Unternehmen Produktionsstätten und Vertriebsniederlassungen in mehreren Ländern. Für die Belegschaft bedeutet die Insolvenz zunächst große Unsicherheit. Wie es für die Beschäftigten weitergeht, hängt maßgeblich davon ab, ob ein Investor gefunden wird oder eine Sanierung aus eigener Kraft gelingt.

Investor oder Sanierung als nächstes Ziel für Erich Jaeger

Die Geschäftsführung von Erich Jaeger hat erklärt, aktiv nach Lösungen zu suchen. Dabei stehen zwei Wege im Raum: Entweder findet sich ein strategischer Investor, der das Unternehmen übernimmt oder sich beteiligt, oder Erich Jaeger saniert sich in einem strukturierten Insolvenzverfahren selbst. In beiden Szenarien soll die Produktion während des Verfahrens möglichst ohne Unterbrechungen weiterlaufen, um Kunden nicht zu verlieren und den Unternehmenswert zu erhalten.

Reorganisation war erst zu Jahresbeginn angekündigt worden

Dass Erich Jaeger unter Druck steht, war nicht neu. Erst zu Beginn des Jahres hatte das Unternehmen eine umfassende Reorganisation angekündigt. Ziel war es, die Kostenstruktur zu verbessern und das Geschäftsmodell auf veränderte Marktbedingungen anzupassen. Offenbar reichte diese Neuausrichtung nicht aus, um die finanzielle Lage zu stabilisieren. Nun folgt mit dem Insolvenzantrag ein weitaus schwererer Schritt, der die Zukunft des Traditionsunternehmens grundlegend offenlässt.

Neuer Rückschlag für die angeschlagene Zulieferbranche

Der Fall Erich Jaeger reiht sich ein in eine Serie von Krisen in der deutschen Automobilzulieferindustrie. Hoher Kostendruck, der Wandel zur Elektromobilität, schwächelnde Absatzmärkte und internationale Konkurrenz setzen der Branche seit Monaten zu. Gerade mittelständische Zulieferer wie Erich Jaeger, die auf klassische Fahrzeugtechnik spezialisiert sind, stehen vor besonders schwierigen Anpassungsaufgaben. Der Insolvenzantrag aus Friedberg ist damit auch ein Symptom eines tiefgreifenden Strukturwandels, dessen Ende noch nicht absehbar ist.

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