Daniel Barenboim muss Auftritt in Dortmund kurzfristig absagen

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Daniel Barenboim hat seinen geplanten Auftritt im Konzerthaus Dortmund kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen. Nach Angaben des Konzerthauses hatte der 83-jährige Dirigent und Pianist am Donnerstag, 17. September 2026, zunächst noch an einer Probe mit dem West-Eastern Divan Orchestra teilgenommen. Später am Tag erlitt er demnach einen post-viralen Schwächeanfall. Der Barenboim Schwächeanfall führte dazu, dass er die für den Abend vorgesehene musikalische Leitung nicht übernehmen konnte.

Das Konzert selbst fiel allerdings nicht aus. Kurzfristig übernahm der deutsche Dirigent Karl-Heinz Steffens die Leitung des West-Eastern Divan Orchestra. Die Saisoneröffnung im Konzerthaus Dortmund konnte damit wie vorgesehen stattfinden. Beginn des Orchesterkonzerts war am Donnerstag um 19.30 Uhr.

Konzerthaus Dortmund informiert über Absage

Über den gesundheitlich bedingten Ausfall Barenboims informierte das Konzerthaus Dortmund. Offiziell mitgeteilt wurde, dass der Musiker nach der Probe am Morgen einen post-viralen Schwächeanfall erlitten habe und deshalb seine Mitwirkung absagen musste. Weitere medizinische Einzelheiten wurden nicht bekanntgegeben.

Konzerthaus-Intendant Raphael von Hoensbroech richtete Barenboim vor Beginn der Veranstaltung Genesungswünsche aus. Zugleich verwies das Haus auf die besondere Bedeutung des Auftritts des West-Eastern Divan Orchestra. Für Barenboim sprang Karl-Heinz Steffens ein, der als Chefdirigent des Norrköping Symphony Orchestra in Schweden tätig ist.

Auf dem Programm der Dortmunder Saisoneröffnung standen Franz Schuberts Sinfonie in h-Moll, die als Unvollendete bekannt ist, das Vorspiel und der Liebestod aus Richard Wagners Tristan und Isolde sowie Robert Schumanns dritte Sinfonie, die Rheinische. Ursprünglich war Barenboim als Dirigent für den gesamten Konzertabend angekündigt worden.

Barenboim prägt das internationale Musikleben seit Jahrzehnten

Daniel Barenboim gehört seit Jahrzehnten zu den international bekannten Persönlichkeiten der klassischen Musik. Er wurde 1942 in Buenos Aires geboren und begann bereits als Kind eine Karriere als Pianist. Sein erstes öffentliches Klavierkonzert gab er 1950 in der argentinischen Hauptstadt. In den folgenden Jahrzehnten etablierte er sich sowohl als Pianist als auch als Dirigent auf den großen internationalen Konzert- und Opernbühnen.

Von 1975 bis 1989 war Barenboim Chefdirigent des Orchestre de Paris. Von 1991 bis 2006 leitete er das Chicago Symphony Orchestra. Besonders eng ist seine Laufbahn mit Berlin verbunden. Von Ende 1991 bis Januar 2023 war er Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden. Die Staatskapelle Berlin wählte ihn im Jahr 2000 zudem zum Chefdirigenten auf Lebenszeit.

Auch an der Mailänder Scala übernahm Barenboim eine zentrale künstlerische Funktion. Nachdem er dort bereits zuvor regelmäßig gearbeitet hatte, war er von 2011 bis 2014 Musikdirektor des traditionsreichen Opernhauses. Hinzu kommen zahlreiche Auftritte als Pianist und Dirigent mit international führenden Orchestern sowie eine umfangreiche Diskografie.

West-Eastern Divan Orchestra entstand 1999

Eine besondere Rolle in Barenboims Wirken spielt das West-Eastern Divan Orchestra. Gemeinsam mit dem palästinensisch-amerikanischen Literaturwissenschaftler Edward Said rief er das Projekt 1999 ins Leben. Ausgangspunkt war ein Workshop für junge Musikerinnen und Musiker aus Israel, den palästinensischen Gebieten und arabischen Ländern.

Das Ensemble verbindet musikalische Arbeit mit der Idee, Begegnung und Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft zu ermöglichen. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte entwickelte sich daraus ein international auftretendes Orchester, das regelmäßig in bedeutenden Konzertsälen und bei Festivals gastiert. Barenboim blieb dem Ensemble als Mitgründer und Dirigent eng verbunden.

Aus dieser Arbeit ging später auch die Barenboim-Said Akademie in Berlin hervor. Die Hochschule verbindet musikalische Ausbildung mit geisteswissenschaftlichen Studien und richtet sich insbesondere an junge Musikerinnen und Musiker aus dem Nahen Osten und Nordafrika.

Der Auftritt in Dortmund sollte zugleich die Saison 2026/27 des Konzerthauses eröffnen und war als erster Besuch des West-Eastern Divan Orchestra in dem Haus angekündigt. Trotz Barenboims kurzfristiger Absage wurde das geplante Programm mit dem Ensemble unter der Leitung von Karl-Heinz Steffens aufgeführt.

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