Heizöl im Boden: Behörden überwachen jetzt den Blautopf

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Nach einem Großbrand auf den Hessenhöfen oberhalb von Blaubeuren beschäftigen die Folgen des Feuers inzwischen auch die Umweltbehörden. Durch die starke Hitze wurden Heizöltanks beschädigt. Ein bislang nicht genau bestimmbarer Teil ihres Inhalts gelangte ins Erdreich. Das Landratsamt Alb-Donau-Kreis geht davon aus, dass einige Hundert bis mehrere Tausend Liter versickert sein könnten. Ob das Öl das Grundwasser oder den rund einen Kilometer entfernten Blautopf erreicht hat, war bis Sonntagvormittag nicht geklärt.

Der Brand selbst war bereits am Freitag, 11. September, gegen 15:55 Uhr auf einem landwirtschaftlichen Anwesen ausgebrochen. Ein Stall brannte vollständig aus, die Flammen griffen auf das angrenzende Wohnhaus über. Die Polizei bezifferte den Sachschaden zunächst auf mindestens 800.000 Euro. Die Feuerwehr war mit einem großen Aufgebot im Einsatz. Allein die Feuerwehr Laichingen unterstützte die Löscharbeiten etwa acht Stunden lang beim Aufbau der Wasserversorgung und mit einer Drehleiter.

Menge des versickerten Heizöls weiter unklar

Eine genaue Zahl für das tatsächlich in den Boden gelangte Heizöl gibt es bislang nicht. Nach Angaben des Landratsamts bewegt sich die Schätzung zwischen einigen Hundert und mehreren Tausend Litern. Rund 4.000 Liter Öl konnten nach dem Feuer abgesaugt werden. Diese Zahl darf jedoch nicht mit der versickerten Menge gleichgesetzt werden. Ein weiterer Teil des Heizöls verbrannte während des Brandes.

Die beschädigten Tanks standen nach Angaben des Landratsamts nicht über einer Betonwanne, die austretendes Öl hätte zurückhalten können. Dadurch konnte Heizöl in den Untergrund gelangen. Bis Freitag waren bereits rund 100 Kubikmeter belastetes Erdreich ausgehoben worden. Das Entfernen verunreinigten Bodens soll verhindern, dass weiteres Öl tiefer in den Untergrund eindringt.

Wie weit sich die Verunreinigung bereits ausgebreitet hat, war zunächst offen. Auch ein konkreter Termin für den Abschluss der Sanierungsarbeiten war nicht bekannt.

Warum der Blautopf besonders im Blick steht

Der Blautopf ist nicht einfach ein kleiner See. Er ist eine große Karstquelle und Teil eines weit verzweigten unterirdischen Wassersystems der Schwäbischen Alb. Nach Angaben des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau umfasst sein Einzugsgebiet etwa 160 Quadratkilometer. Das Wasser bewegt sich durch Klüfte, Spalten und größere Hohlräume im Kalkgestein und tritt schließlich am Blautopf wieder an die Oberfläche.

Gerade diese geologischen Verhältnisse machen Schadstoffeinträge besonders relevant. Auf der Blaubeurer Alb fehlt in vielen Bereichen eine oberirdische Entwässerung. Wasser versickert stattdessen im verkarsteten Untergrund. Das Landesamt weist darauf hin, dass die schnelle Durchsickerung und das vergleichsweise geringe Rückhaltevermögen solcher Karstgebiete die Grundwasserqualität empfindlicher gegenüber Einträgen machen können. Besonders stark verkarstet ist der Bereich zwischen Blaubeuren und Laichingen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass das Heizöl tatsächlich bis zum Blautopf gelangt ist. Die Behörden schließen eine Beeinträchtigung derzeit lediglich nicht aus. Ein Nachweis dafür lag zunächst nicht vor.

Wasserversorger kontrollieren das Grundwasser

Die Technischen Werke Blaubeuren und die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm prüfen nach Angaben des Landratsamts, ob Auswirkungen auf das Grundwasser festzustellen sind. Auch der Blautopf selbst wird kontrolliert. Öffentlich mitgeteilte Ergebnisse, die eine Belastung des Trinkwassers oder der Karstquelle belegen würden, lagen bis Sonntagvormittag nicht vor.

Eine konkrete Trinkwassergefährdung ist damit derzeit nicht festgestellt. Die Untersuchungen sind dennoch von Bedeutung, weil sich Wasser in Karstgebieten teilweise über unterirdische Röhren und Klüfte bewegt. Untersuchungen des Blautopfsystems zeigen, dass sein Einzugsgebiet aus unterschiedlichen Teilbereichen gespeist wird. Ein nordöstlicher Bereich entwässert über die Hessenhauhöhle, ein südwestlicher über die Blauhöhle zum Blautopf.

Der Blautopf gehört zu den bedeutendsten Karstquellen Deutschlands. Der trichterförmige Quelltopf ist rund 20,6 Meter tief. Seine mittlere Schüttung liegt nach Angaben des Landesamts bei etwa 2.270 Litern Wasser pro Sekunde, kann je nach Niederschlag aber stark schwanken.

Großbrand forderte mehrere Verletzte

Bei dem Feuer am 11. September waren rund 150 Einsatzkräfte vor Ort. Nach aktualisierten Angaben der Einsatzkräfte wurden insgesamt fünf Menschen verletzt. Darunter war ein Feuerwehrmann, der einen hitzebedingten Kreislaufkollaps erlitt. Die Pferde des landwirtschaftlichen Betriebs konnten gerettet werden. Die Rauchsäule war kilometerweit sichtbar, zeitweise war auch die Straße zwischen der B28 und Berghülen wegen der Löscharbeiten gesperrt.

Die Brandursache war zunächst nicht geklärt. Die Polizei leitete Ermittlungen ein. Für die aktuelle Umweltlage ist vor allem entscheidend, wie viel Heizöl tatsächlich in tiefere Bodenschichten gelangt ist und ob sich Bestandteile davon im Grundwasser nachweisen lassen. Bis entsprechende Ergebnisse vorliegen, bleibt eine Belastung des Blautopfs eine Möglichkeit, aber keine festgestellte Tatsache.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu