Boris Pistorius: Europa muss mehr Verantwortung übernehmen

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Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat am 2. Mai 2026 auf die Ankündigung der USA reagiert, 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Der SPD-Politiker betonte die gemeinsamen Interessen beider Länder und forderte Europa gleichzeitig dazu auf, künftig mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit zu übernehmen. Die Reaktion des Verteidigungsministers wurde mit Spannung erwartet, denn der angekündigte US-Teilabzug hatte in der Nato-Partner und in der deutschen Politik für erhebliche Aufregung gesorgt.

Pistorius beruhigt: Gemeinsame Interessen stehen im Vordergrund

Trotz der Abzugsankündigung zeigte sich Boris Pistorius gelassen. Für ihn sei der Schritt zwar absehbar gewesen, gefährde aber nicht die grundlegende strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und den USA. „Die Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa und besonders in Deutschland ist in unserem Interesse und im Interesse der USA“, erklärte Pistorius gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Er betonte, dass beide Seiten weiterhin eng zusammenarbeiten werden – sei es im Rahmen der NATO, bei der Unterstützung der Ukraine oder in bilateralen Sicherheitsfragen.

Derzeit sind rund 39.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert. Damit ist Deutschland nach Japan der zweitgrößte US-Militärstandort außerhalb der Vereinigten Staaten. Der geplante Teilabzug von 5.000 Soldaten soll nach US-Angaben innerhalb von sechs bis zwölf Monaten vollzogen werden. Einzelheiten zu den betroffenen Standorten – darunter möglicherweise Wiesbaden und andere US-Basen – stehen noch nicht fest.

Hintergrund des Abzugs ist ein anhaltender Streit zwischen US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Bundeskanzler Friedrich Merz. Hegseth hatte den Abzug der 5.000 US-Soldaten aus Deutschland offiziell angekündigt, nachdem Differenzen über Deutschlands Verteidigungspolitik und den Iran-Kurs eskaliert waren.

Europa muss europäischer werden – die NATO-Strategie

Pistorius nutzte die Situation, um eine klare Botschaft zu senden: Europa muss in der Lage sein, mehr Sicherheitsverantwortung zu schultern. „Die NATO muss europäischer werden, um transatlantisch bleiben zu können“, sagte der Verteidigungsminister. „Wir Europäer müssen mehr Verantwortung für unsere Sicherheit übernehmen.“ Diese Aussage ist programmatisch: Sie signalisiert, dass Deutschland nicht passiv auf den möglichen Rückzug der USA wartet, sondern aktiv die europäische Verteidigungsarchitektur mitgestalten will.

Zentrales Instrument dieser Strategie ist die sogenannte Group of Five – ein Format, in dem sich die Verteidigungsminister Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Polens und Italiens regelmäßig abstimmen. Bei einem jüngsten Treffen in Berlin nahmen neben Pistorius auch die französische Ministerin Catherine Vautrin, der britische Minister John Healey, Italiens Ressortchef Guido Crosetto sowie der polnische Staatssekretär Paweł Zalewski und EU-Außenpolitikchefin Kaja Kallas teil. Themen waren unter anderem die Ukraine-Unterstützung, hybride Bedrohungen und die Stärkung der europäischen Verteidigungsbereitschaft.

Bundeswehr wächst: Milliarden für Sicherheit

Deutschland hat seine Verteidigungsausgaben in den vergangenen Jahren massiv erhöht. Bis 2027 sollen die Ausgaben auf über 105 Milliarden Euro steigen – ein Niveau, das deutlich über dem NATO-Ziel von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung liegt. Pistorius sieht darin ein klares Signal an die Bündnispartner, dass Deutschland seinen Teil der Last tragen will.

Langfristig ist das Ziel noch ambitionierter: Gemäß der Bundeswehr-Militärstrategie 2026 soll Deutschland bis 2039 die konventionell stärkste Armee Europas aufbauen. Die Bundeswehr wird vergrößert, die Materialbeschaffung beschleunigt und die Infrastruktur ausgebaut. Das schließt neue Waffensysteme, verbesserte Drohnenabwehr und die Stärkung der Reservisten ein.

Pistorius machte deutlich, dass all dies nicht gegen die USA, sondern in enger Abstimmung mit Washington geschehe. Der US-Truppenabzug sei zwar ein Signal, das man ernst nehmen müsse – aber kein Anlass zur Panik. Europa sei auf dem richtigen Weg, um mehr Eigenverantwortung zu übernehmen, ohne den transatlantischen Zusammenhalt zu gefährden.

Reaktionen: NATO überrascht, CDU-Politiker alarmiert

Während Pistorius den Kurs der Beruhigung einschlug, reagierten andere Politiker deutlich schärfer. Laut dem Tagesspiegel zeigte sich die NATO von dem Abzug „überrascht“. Hohe CDU-Sicherheitspolitiker bezeichneten den Schritt als beunruhigend und forderten eine klare Antwort der Bundesregierung. Einige Stimmen sprachen davon, Deutschland und Europa müssten sich „wieder relevant für die USA machen“ – ein Hinweis auf die Notwendigkeit, nicht nur finanzielle, sondern auch operative Beiträge zur Bündnisverteidigung zu leisten.

Insgesamt steht die Diskussion um den US-Truppenabzug sinnbildlich für eine tiefgreifende Neuausrichtung der transatlantischen Sicherheitsarchitektur. Boris Pistorius Europa Verantwortung – das ist keine Floskel, sondern ein konkretes sicherheitspolitisches Programm, das die Bundesregierung in den kommenden Jahren mit Leben füllen muss.

Quellen: news.de, finanznachrichten.de, tagesspiegel.de, bmvg.de, Bloomberg

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