NATO wählt Carsten Breuer an die Spitze des Militärausschusses

Kuba Embargo Trump Demo Havanna 2026
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Deutschlands Generalinspekteur Carsten Breuer übernimmt im kommenden Jahr eine der höchsten militärischen Funktionen der NATO. Die Generalstabschefs der 32 Mitgliedstaaten wählten den deutschen General am Samstag in Kopenhagen zum nächsten Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses. Breuer soll das Amt im Sommer 2027 übernehmen und für drei Jahre führen.

Breuer folgt auf Giuseppe Cavo Dragone

Breuer wird Nachfolger des italienischen Admirals Giuseppe Cavo Dragone. Dieser steht derzeit an der Spitze des Militärausschusses. Die Entscheidung über die Nachfolge fiel bei der jährlichen Konferenz der Generalstabschefs, die am 18. und 19. September in der dänischen Hauptstadt stattfand.

Neben Breuer hatte Kanada seine Generalstabschefin Jennie Carignan offiziell für das Amt nominiert. Die kanadische Regierung hatte ihre Kandidatur im Mai bekanntgegeben. Breuers Wahl steht damit am Ende eines monatelangen Auswahlverfahrens innerhalb des Bündnisses.

Der 61-Jährige ist seit März 2023 Generalinspekteur der Bundeswehr und damit Deutschlands ranghöchster Soldat. Die Bundesregierung hatte seine Kandidatur bereits im Februar öffentlich gemacht.

Vorsitzender berät die politische NATO-Führung

Der Militärausschuss ist die höchste militärische Instanz der NATO. In ihm sind die Streitkräfte aller Mitgliedstaaten vertreten. Bei Treffen auf höchster Ebene kommen die jeweiligen Generalstabschefs beziehungsweise militärischen Spitzenvertreter zusammen. Im laufenden Geschäft arbeiten ihre ständigen Militärvertreter in Brüssel zusammen.

Der Vorsitzende ist der ranghöchste militärische Repräsentant des Bündnisses und wichtigster militärischer Berater des NATO-Generalsekretärs. Er bringt die gemeinsam abgestimmten militärischen Empfehlungen der Mitgliedstaaten in die politischen Entscheidungsgremien der NATO ein und leitet den Militärausschuss.

Das Amt ist allerdings nicht mit dem operativen Oberbefehl über die NATO-Streitkräfte gleichzusetzen. Diese Funktion liegt beim Supreme Allied Commander Europe, kurz SACEUR. Der Vorsitzende des Militärausschusses bildet vor allem die Schnittstelle zwischen den militärischen Spitzen der Mitgliedstaaten und der politischen Führung des Bündnisses.

Erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten wieder ein Deutscher

Mit Breuers Amtsantritt wird erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten wieder ein deutscher General den NATO-Militärausschuss führen. Zuletzt hatte der frühere Bundeswehr-Generalinspekteur Harald Kujat von Juli 2002 bis Juni 2005 den Vorsitz inne. Zuvor hatten unter anderem Klaus Naumann, Wolfgang Altenburg und Johannes Steinhoff diese Funktion ausgeübt.

Breuer gehört der Bundeswehr seit 1984 an. Vor seiner Ernennung zum Generalinspekteur führte er unter anderem das neu aufgestellte Territoriale Führungskommando. Zuvor hatte er auch den Corona-Krisenstab der Bundesregierung geleitet und verschiedene Stabsfunktionen im Verteidigungsministerium sowie bei der NATO übernommen.

NATO stellt sich auf neue sicherheitspolitische Lage ein

Breuer übernimmt das internationale Amt in einer Phase weitreichender Veränderungen im Bündnis. Die NATO richtet ihre Streitkräfte seit dem russischen Angriff auf die Ukraine verstärkt auf Abschreckung und kollektive Verteidigung aus. Zugleich sollen die europäischen Verbündeten und Kanada mehr Verantwortung für die gemeinsame Sicherheit übernehmen.

Bei der Konferenz in Kopenhagen befassten sich die Generalstabschefs unter anderem mit der Umsetzung der jüngsten NATO-Gipfelbeschlüsse, der militärischen Einsatzbereitschaft, neuen Technologien und dem schnelleren Aufbau benötigter Fähigkeiten. Auch die Unterstützung der Ukraine gehörte zu den Themen.

Für Breuer beginnt das dreijährige Mandat im Sommer 2027. Bis dahin bleibt Giuseppe Cavo Dragone Vorsitzender des Militärausschusses.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu