Buckelwal Timmy: Kurz geschwommen, dann wieder fest

Sergio Bambaren Symbolbild
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Buckelwal Timmy hat am vergangenen Montag kurz für Hoffnung gesorgt — und diese Hoffnung innerhalb von zwei Stunden wieder zunichte gemacht. Am 20. April 2026 schwamm das Tier erstmals aus eigener Kraft aus der flachen Bucht vor der Ostsee-Insel Poel heraus. Dann stoppte der Wal erneut. Seitdem hat sich die Lage dramatisch zugespitzt: Streit im Rettungsteam, eine Tierärztin im Koma und ein immer kritischerer Zustand des Tieres.

Buckelwal Timmy: Zwei Stunden Freiheit — dann wieder fest

Seit knapp drei Wochen liegt Buckelwal Timmy in einer flachen Bucht vor der Ostsee-Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern. Am frühen Morgen des 20. April 2026 änderte sich das kurz: Bei steigendem Wasserstand und günstigem Wind setzte das Tier sich in Bewegung und schwamm aus eigener Kraft vom Strand weg. Beobachter und Rettungskräfte reagierten mit Erleichterung — doch die Freude währte nicht lange. Nach etwa zwei Stunden stoppte der erschöpfte Wal erneut und blieb in der Bucht. Laut Rettungskoordinatoren gilt der Gesundheitszustand des Tieres weiterhin als krank und kritisch, die Atemfrequenz liege zwischen 1,5 und 5 Minuten. Die Chancen auf Rettung wurden bereits zuvor skeptisch bewertet.

Rettungskoordinator Sergio Bambaren, Schriftsteller und Initiator der privaten Rettungsaktion, sprach von einer 50:50-Überlebenschance und bezeichnete den Wal als Kämpfer. Mecklenburg-Vorpommerns Minister Till Backhaus blieb über Nacht vor Ort, um die Situation persönlich zu überwachen. Sechs DLRG-Rettungsboote und die Wasserpolizei sind ebenfalls am Einsatzort stationiert.

Streit, Abgang und eine Tierärztin im Koma

Der Montag brachte nicht nur Timmys kurzes Schwimmen, sondern auch schwere Erschütterungen im Rettungsteam. Die leitende Tierärztin der Initiative, Janine Bahr-van Gemmert, musste am Montag per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Sie zeigte Kreislaufsymptome sowie Anzeichen eines Schlaganfalls und wurde einer Not-OP unterzogen — seitdem liegt sie im Koma.

Kurz darauf verließ auch die US-amerikanische Tierärztin Jenna Wallace die Rettungsaktion. In einem öffentlichen Facebook-Post erhob sie schwere Vorwürfe gegen zwei Mitstreiter. Wallace schrieb, Bambaren und ein Mann namens Mr. Firstclass hätten eine erste reale Chance auf Freiheit für Timmy zunichte gemacht. Sie habe zwischen ihrer beruflichen Integrität und dem weiteren Einsatz wählen müssen. Bambaren engagiert sich seit Wochen für die Rettung des Buckelwals.

Buckelwal Timmy Rettung Phase 2: Sandsäcke und Makrelen

Das ursprüngliche Rettungskonzept mit Luftkissen und Pontons gilt inzwischen als veraltet. Die private Rettungsinitiative plant nun Phase 2: Hinter dem Wal sollen sechs oder mehr große Sandsäcke positioniert werden, die verhindern sollen, dass das Tier weiter in seichte Bereiche abrutscht. Zusätzlich soll eine sogenannte Animations-Fütterung mit Makrelen versucht werden, um den Wal zur Bewegung zu animieren.

Offen bleibt, ob dieses Konzept rechtzeitig greift. Buckelwale sind Tiefseebewohner des nördlichen Atlantiks — die flache, salzarme Ostsee bietet dem Tier keinerlei natürliche Lebensgrundlage. Jeder weitere Tag in der Bucht schwächt ihn. Erschwerend kommt hinzu, dass mit dem Ausfall von Tierärztin Bahr-van Gemmert und dem Abgang von Wallace wichtige veterinäre Expertise fehlt.

Wie geht es mit Wal Timmy weiter?

Die Lage bleibt unübersichtlich. Das kurze Schwimmen vom Montag zeigt, dass in Timmy noch Kräfte stecken. Gleichzeitig sind die Rettungsversuche von Konflikten überschattet, das Team dezimiert und das neue Konzept noch nicht angelaufen. ZDFheute berichtet im Liveblog fortlaufend über die Entwicklungen. Millionen Menschen in Deutschland verfolgen das Drama — und fragen sich, ob Timmy die nächsten Tage übersteht.

Quellen: ZDFheute, t-online, Infranken.de, Tagesspiegel, Euronews

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu