Deutsche Banken verdienen erneut Milliarden und erreichen Rekorderträge

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die deutschen Kreditinstitute haben 2025 erneut hohe Gewinne erzielt. Der zusammengefasste Jahresüberschuss vor Steuern lag bei 52,3 Milliarden Euro und damit 0,9 Milliarden Euro oder 1,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Damit erreichten die Gewinne deutscher Banken 2025 das dritte Jahr in Folge ein außergewöhnlich hohes Niveau. Im Verhältnis zur Bilanzsumme lag der Vorsteuergewinn bei 0,55 Prozent und damit deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsberichtsaufsatz der Deutschen Bundesbank hervor.

Das Plus verteilte sich allerdings nicht gleichmäßig auf den Bankensektor. Nach Angaben der Bundesbank ging der Anstieg vor allem auf eine Großbank zurück. Die Großbanken steigerten ihren Jahresüberschuss gegenüber 2024 insgesamt um 4,6 Milliarden Euro beziehungsweise 52,1 Prozent. Fast alle anderen großen Bankengruppen verzeichneten dagegen Rückgänge.

Landesbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken mit Rückgängen

Besonders deutlich sank der Jahresüberschuss bei den Landesbanken. Dort ging das Ergebnis um 1,2 Milliarden Euro oder 30,3 Prozent zurück. Regionalbanken und sonstige Kreditbanken verbuchten ein Minus von rund einer Milliarde Euro beziehungsweise 9,5 Prozent. Bei den Sparkassen sank der Jahresüberschuss um 0,7 Milliarden Euro oder 4,5 Prozent, bei den Kreditgenossenschaften um 0,3 Milliarden Euro oder 3,8 Prozent.

Auch auf Ebene der einzelnen Institute war die Entwicklung gemischt. Nur etwas mehr als die Hälfte der von der Bundesbank betrachteten Banken erreichte einen mindestens stabilen Jahresüberschuss. Dennoch lagen die Gewinne bei fast allen Bankengruppen weiterhin deutlich über ihren jeweiligen langfristigen Durchschnittswerten. Als wichtige Gründe nennt die Bundesbank unter anderem das im Vergleich zur Niedrigzinsphase günstigere Zinsumfeld, Absicherungsgeschäfte und höhere Erträge aus dem Wertpapiergeschäft.

Operative Erträge steigen auf Rekordwert

Deutlich positiver entwickelte sich das operative Geschäft. Die operativen Erträge stiegen 2025 um 4,1 Prozent auf 172,5 Milliarden Euro und erreichten damit einen neuen Höchststand. Fast die Hälfte des absoluten Zuwachses entfiel zwar auf ein einzelnes Institut aus der Gruppe der Großbanken. Nach Berechnung der Bundesbank wäre jedoch auch ohne diesen Effekt ein Rekordwert erreicht worden. Von 1.171 betrachteten Instituten konnten 900 ihre operativen Erträge mindestens stabil halten oder steigern.

Eine zentrale Rolle spielte weiterhin das Zinsgeschäft. Der Zinsüberschuss erhöhte sich um 2,2 Prozent auf 109,9 Milliarden Euro. Damit wurde zum dritten Mal in Folge ein neuer Höchststand seit Beginn des für diese Statistik maßgeblichen Betrachtungszeitraums 1999 erreicht. Zwar gingen die Zinserträge wegen des gesunkenen Zinsniveaus deutlich zurück. Die Zinsaufwendungen sanken mit 26,3 Prozent jedoch noch stärker.

Das ist auch eine Folge der geldpolitischen Lockerung. Die Europäische Zentralbank hatte den Einlagezins im ersten Halbjahr 2025 in vier Schritten um insgesamt einen Prozentpunkt gesenkt und ihn anschließend bei 2 Prozent belassen. Dadurch gingen die Finanzierungskosten der Banken zurück.

Provisionserträge erreichen ebenfalls Höchststand

Auch das Provisionsgeschäft entwickelte sich kräftig. Der Provisionsüberschuss stieg um 6,4 Prozent auf 43,6 Milliarden Euro. Damit erreichte auch diese Ertragskomponente einen neuen Höchstwert. Besonders stark fiel das Plus bei Regionalbanken und sonstigen Kreditbanken mit 11 Prozent aus. Bei den Sparkassen legte das Provisionsergebnis um 5,4 Prozent zu, bei den Kreditgenossenschaften um 3,4 Prozent. Zuwächse kamen unter anderem aus dem Zahlungsverkehr sowie dem Wertpapier- und Vermittlungsgeschäft.

Das Handelsergebnis spielte für den Gesamtsektor eine kleinere Rolle. Es sank um 4,1 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Deutlich stärker stieg dagegen der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen. Dieser erhöhte sich um 44,6 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro, wobei die Entwicklung wesentlich von einem einzelnen Großinstitut beeinflusst wurde.

Risikovorsorge steigt bei vielen Banken

Hinter den hohen Gesamtergebnissen zeigen sich zugleich Belastungen durch das schwache wirtschaftliche Umfeld. Der Netto-Bewertungsaufwand des gesamten Bankensystems sank zwar um 9,1 Prozent auf 11,9 Milliarden Euro. Dieser Rückgang beruhte nach Angaben der Bundesbank jedoch auf einem Sondereffekt bei einer Großbank. Ohne diesen Effekt wäre der Bewertungsaufwand gestiegen.

Bei den Kreditgenossenschaften erhöhte sich der Netto-Bewertungsaufwand um 41,6 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Bei den Sparkassen stieg er um 29,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro und bei Regionalbanken sowie sonstigen Kreditbanken um 20,6 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Insgesamt meldeten 720 der 1.171 untersuchten Institute einen höheren Netto-Bewertungsaufwand.

Zusätzlich bauten die Banken ihre Vorsorge weiter aus. Die Nettozuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken lagen 2025 bei 13 Milliarden Euro. Davon entfielen knapp acht Milliarden Euro auf Sparkassen und knapp vier Milliarden Euro auf Kreditgenossenschaften.

Kosten der Banken steigen weiter

Auch die laufenden Kosten nahmen zu. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen um 3,7 Prozent auf 102,5 Milliarden Euro. Hauptgrund waren höhere Personalaufwendungen, die um 5,7 Prozent beziehungsweise 2,8 Milliarden Euro zunahmen. Hinzu kamen höhere IT-Ausgaben sowie allgemeine Preissteigerungen.

Die Aufwand-Ertrag-Relation des gesamten Bankensektors lag mit 59,4 Prozent nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Die Eigenkapitalrentabilität sank leicht von 8,04 auf 7,85 Prozent. Bei den Großbanken lag sie bei 16,92 Prozent, bei den Sparkassen bei 8,55 Prozent und bei den Kreditgenossenschaften bei 7,03 Prozent.

Bundesbank sieht für 2026 weiter Risiken

Für das laufende Jahr verweist die Bundesbank auf wirtschaftliche und geopolitische Risiken. Die Institute verfügten zwar über insgesamt rund 180 Milliarden Euro Überschusskapital. Eine anhaltende Schwäche der Realwirtschaft könne jedoch zu steigenden Kreditrisiken führen und die Kreditvergabe bremsen. Hinzu kommen nach Einschätzung der Bundesbank wachsende Ausgaben für Cyber- und IT-Sicherheit sowie Investitionen in die Digitalisierung.

Zudem nimmt der Wettbewerb um Kundeneinlagen zu. Direktbanken, Auslandsbanken und Neobanken drängen stärker in das deutsche Privatkundengeschäft. Die Bundesbank sieht dadurch zusätzlichen Anpassungsdruck auf Geschäftsmodelle und Konditionen traditioneller Kreditinstitute.

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