Infineon-Aktie erholt sich nach kräftigem KI-Ausverkauf

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Infineon-Aktie hat sich am Mittwoch von den jüngsten Kursverlusten erholt. Im Xetra-Handel lag das Papier am 16. September gegen 10.15 Uhr bei 54,99 Euro und damit 1,21 Prozent über dem Schlusskurs vom Dienstag. Am Vortag hatte die Aktie bei 54,33 Euro geschlossen. Damit setzte sich der massive Rückgang vom Montag zunächst nicht fort.

Die Infineon-Aktie nach KI-Abverkauf bleibt dennoch deutlich unter dem Niveau vom Ende der vergangenen Woche. Am Freitag, 11. September, hatte der Xetra-Schlusskurs noch bei 58,56 Euro gelegen. Am Montag fiel er auf 54,04 Euro. Das entsprach auf Schlusskursbasis einem Minus von 7,72 Prozent innerhalb eines Handelstages.

Internationaler Ausverkauf trifft Halbleiterwerte

Der Kursrutsch bei Infineon war Teil einer breiteren Verkaufswelle bei Aktien, die mit dem Ausbau künstlicher Intelligenz und der dafür benötigten Rechenzentrumsinfrastruktur verbunden werden. Am Montag gerieten Halbleiterwerte weltweit unter Druck, nachdem führende Vertreter der KI-Branche eine langsamere Entwicklung besonders leistungsfähiger KI-Systeme aus Sicherheitsgründen gefordert hatten.

In den USA verlor der Philadelphia Semiconductor Index am Montag 5,9 Prozent. Unter anderem Nvidia, Micron, Broadcom und AMD standen unter Druck. Auch in Europa wurden Halbleiterwerte verkauft. Neben Infineon verloren unter anderem ASML, ASM International, BE Semiconductor Industries und STMicroelectronics deutlich an Wert.

Am Mittwoch zeigte sich das Bild freundlicher. Der europäische Stoxx 600 lag im frühen Handel leicht im Plus, nachdem die europäischen Aktienmärkte zuvor zwei Tage nachgegeben hatten. Auch einzelne Technologie- und Halbleiterwerte erholten sich.

Morgan Stanley hatte Infineon zuvor abgestuft

Bereits vor dem internationalen KI-Ausverkauf hatte eine Analysteneinschätzung für zusätzlichen Druck auf Infineon gesorgt. Morgan Stanley stufte die Aktie am 8. September von „Overweight“ auf „Equal-weight“ zurück. Das Kursziel wurde auf 65 Euro gesenkt. Zuvor hatte es nach veröffentlichten Angaben bei 81 Euro gelegen. Das Kursziel stellt eine Einschätzung der Analysten von Morgan Stanley dar und keine Prognose, die zwangsläufig eintreten muss.

Morgan Stanley begründete die vorsichtigere Bewertung unter anderem mit einer selektiveren Einschätzung des Halbleitersektors und begrenzterem zusätzlichem Potenzial der Rechenzentrumsstory. Andere Analysehäuser kamen zuletzt zu deutlich abweichenden Bewertungen. Berenberg bestätigte am 9. September beispielsweise seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 100 Euro, während Bernstein ein Kursziel von 102 Euro nannte. Auch diese Werte sind Analysteneinschätzungen und keine gesicherten zukünftigen Kursniveaus.

KI-Rechenzentren werden für Infineon wichtiger

Dass Infineon besonders empfindlich auf Veränderungen der Stimmung rund um KI-Investitionen reagiert, hängt mit der wachsenden Bedeutung dieses Geschäfts für den Konzern zusammen. Infineon liefert unter anderem Leistungshalbleiter für die Stromversorgung von Rechenzentren.

Das Unternehmen hatte Anfang August für das dritte Geschäftsquartal 2026 einen Rekordumsatz von 4,172 Milliarden Euro gemeldet. Infineon führte die Entwicklung auch auf ein starkes Geschäft mit künstlicher Intelligenz zurück. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen einen Umsatz von rund 16,3 Milliarden Euro.

Besonders dynamisch entwickelt sich nach Unternehmensangaben die Stromversorgung von KI-Rechenzentren. Im Geschäftsjahr 2025 lagen die Erlöse in diesem Bereich bei mehr als 700 Millionen Euro. Für 2026 erwartet Infineon rund 1,5 Milliarden Euro und für das Geschäftsjahr 2027 etwa 2,5 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich um Unternehmensprognosen und nicht um bereits erzielte Umsätze.

Um die Produktionskapazitäten für dieses Geschäft auszubauen, hatte Infineon seine geplanten Investitionen für das Geschäftsjahr 2026 auf rund 2,7 Milliarden Euro erhöht. Damit ist die Entwicklung der weltweiten Investitionen in KI-Rechenzentren für den Halbleiterkonzern inzwischen von größerer wirtschaftlicher Bedeutung als noch vor wenigen Jahren.

Kurs bleibt nach turbulenten Handelstagen schwankungsanfällig

Die jüngsten Bewegungen zeigen zugleich, dass mehrere Faktoren auf die Infineon-Aktie wirken. Neben unternehmensspezifischen Geschäftsaussichten beeinflussen derzeit Erwartungen an die weltweiten KI-Investitionen, die Entwicklung der Halbleiterbranche sowie das Zinsumfeld die Bewertungen von Technologieaktien.

Der Kursverlauf am Mittwoch spricht zunächst für eine Gegenbewegung nach dem starken Rückgang vom Montag. Ein erneuter Einbruch der Infineon-Aktie am 16. September war im Vormittagshandel dagegen nicht festzustellen. Gegen 10.15 Uhr lag das Papier auf Xetra über dem Schlusskurs des Vortages.

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