
Charles Vinick, Direktor der Organisation The Whale Sanctuary Project, steht im Mittelpunkt schwerer Vorwürfe. Die US-Tierärztin Jenna Wallace, die das Rettungsteam für Buckelwal Timmy in der Ostsee kürzlich verlassen hatte, warnte eindringlich davor, Vinick an die Rettungsaktion heranzulassen. Mediamarkt-Gründer Walter Gunz hatte ihn als neuen Experten einfliegen lassen wollen.
Jenna Wallace, eine auf Meeressäuger spezialisierte Tierärztin aus Hawaii, erhob gegenüber t-online klare Anschuldigungen: „Vinick ist weder Meeresbiologe noch ein Doktor, er ist ein Betrüger. Das Einzige, was er kann, ist Spenden zu sammeln und dann nichts zu tun. Er ließ Wale verhungern, bei denen er vorgab, sie retten zu wollen.“ Wallace forderte unmissverständlich: „Er darf nicht an das Tier ran.“ Gunz hatte Vinick nach Kritik an der bisherigen Rettungsaktion als einen von drei neuen Experten angekündigt – doch unter Wissenschaftlern gilt der Aktivist als höchst umstritten. Vinick selbst rühmt sich mit seiner angeblichen Zusammenarbeit mit Jacques Cousteau und dessen Enkel Fabian Cousteau, einem bekannten Namen in der Meeresforschung. Wallace ließ das kalt: „Wenn es also um Namedropping geht, kann er mich mal.“
Wallace berichtete von einer früheren Begegnung mit Vinick über Fabian Cousteau. Vinick hatte die Organisation Friends for Toki gegründet, um die Orca-Dame Toki aus dem Miami Seaquarium zu befreien. Das Tier lebte jahrzehntelang im kleinsten Orca-Gehege Nordamerikas. Für ein geplantes Meeresrefugium in der kanadischen Provinz Nova Scotia sammelte Vinick nach Wallaces Angaben über rund zehn Jahre mindestens 20 Millionen Dollar an Spenden. „Das Meeresrefugium in Nova Scotia, das für Toki entstehen sollte, existiert bis heute nicht“, so Wallace. Toki starb im August 2023 in Gefangenschaft an Nierenversagen. Wallace erhebt dabei einen weiteren Vorwurf: Vinick soll Warnungen ignoriert haben, dass das Tier nicht ausreichend versorgt wurde. In einem Zoom-Meeting habe sie damals gesagt: „Ihr müsst sie sofort herausholen. Sie wird nicht ausreichend versorgt und wird sterben.“ Mitglieder von Vinicks Team hätten demgegenüber öffentlich erklärt, es gehe dem Wal gut.
Wallace war Anfang der Woche aus dem Rettungsteam für Wal Timmy ausgestiegen. Sie warf zwei namentlich genannten Beteiligten vor, eine erste echte Überlebenschance für den Buckelwal zunichte gemacht zu haben: den Schriftsteller und Öko-Aktivisten Sergio Bambaren sowie den Influencer Danny Hilse. Trotz ihrer Kritik betonte Wallace, sie sehe weiterhin eine Überlebenschance für Timmy – allerdings nur ohne die Beteiligten, denen sie ein gefährliches Verhalten vorwirft. Das Schicksal des Buckelwals, der seit Wochen in der Ostsee vor der Insel Poel festsitzt, bewegt Deutschland täglich. Vinick war unter anderem am Free Willy-Projekt beteiligt, bei dem der Orca Keiko in die Freiheit entlassen werden sollte.
Die Vorwürfe gegen Vinick stellen nicht nur seine Arbeit rund um Wal Timmy in Frage, sondern beleuchten ein breiteres Muster: Bekannte Namen als Türöffner, Spendenversprechen ohne greifbare Ergebnisse und Tiere, die unter seiner Verantwortung gestorben sein sollen. Für Wallace steht fest, dass Deutschland und Gunz gut beraten wären, auf ihn zu verzichten. Wie es mit Wal Timmy weitergeht, bleibt offen – die Rettungsaktion läuft weiter, und die Kontroverse um das Team zeigt keine Anzeichen einer baldigen Lösung.
Quellen: t-online.de, stern.de
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