
Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit deutlichen Gewinnen in die neue Woche gestartet und hat einen Teil der Verluste vom Freitag aufgeholt. Der DAX beendete den Xetra-Handel am 21. September 2026 bei rund 25.575 Punkten und damit etwa 1,1 Prozent höher als am vorherigen Handelstag. Am Freitag hatte der Leitindex noch bei 25.304,06 Punkten geschlossen und dabei 1,6 Prozent verloren.
Wichtigster Treiber der Erholung waren fallende Ölpreise. Die Ergebnisse der Wahlen vom Sonntag standen zwar ebenfalls im Blickpunkt der Anleger, lösten am Gesamtmarkt aber zunächst keine vergleichbar starke Reaktion aus. Bei einzelnen Unternehmen war der politische Einfluss dagegen sichtbar. Besonders die Aktie des Wohnungskonzerns Vonovia geriet nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus unter Druck.
Die DAX Entwicklung am 21. September 2026 war damit vor allem von internationalen Faktoren geprägt. Neben günstigeren Energiepreisen half eine Erholung bei Technologieaktien. Auch an anderen europäischen und amerikanischen Börsen legten Aktien zu.
Bereits zum Handelsstart lag der DAX etwa 0,7 Prozent höher bei rund 25.485 Punkten. Im weiteren Tagesverlauf baute der Leitindex die Gewinne aus und erreichte am frühen Nachmittag zeitweise rund 25.600 Punkte. Zum Xetra-Schluss blieben davon rund 25.575 Punkte übrig.
Eine zentrale Rolle spielte der Ölmarkt. Der Preis für Rohöl gab am Montag erneut deutlich nach. Reuters bezifferte den Rückgang der US-Sorte WTI im Tagesverlauf auf rund 4,8 Prozent auf 95,49 US-Dollar je Barrel. Brent verlor demnach etwa 3,6 Prozent. Hintergrund waren unter anderem höhere beziehungsweise wiederhergestellte Liefermengen aus der Golfregion und Erwartungen auf diplomatische Fortschritte bei Gesprächen am Rande der UN-Generalversammlung.
Für Aktienmärkte sind niedrigere Energiepreise vor allem deshalb relevant, weil Öl ein wichtiger Kostenfaktor für Unternehmen und Verbraucher ist. Stark steigende Rohstoffpreise können die Inflation verstärken und damit den Druck auf Notenbanken erhöhen, ihre Geldpolitik straff zu halten. Entsprechend positiv reagierten Aktienmärkte auf den Rückgang.
Der gesamteuropäische Stoxx 600 gewann am Montag rund 0,8 Prozent auf 640,55 Punkte. Besonders Technologieaktien zählten zu den stärkeren Branchen. Energieunternehmen entwickelten sich dagegen schwächer, weil niedrigere Ölpreise die Einnahmeperspektiven des Sektors belasten können.
Zu den auffälligen DAX-Gewinnern gehörte Infineon. Gegen 11.01 Uhr wurde die Aktie auf Xetra mit rund 57,73 Euro gehandelt. Das entsprach zu diesem Zeitpunkt einem Plus von etwa 3,35 Prozent gegenüber dem vorherigen Schlusskurs. Im weiteren Vormittagsverlauf lag das Plus zeitweise noch höher.
Die Entwicklung fügte sich in eine internationale Rally bei Halbleiterwerten ein. Auch in den USA stiegen Chipaktien deutlich. Reuters meldete am Montag unter anderem kräftige Gewinne bei Intel, AMD und Micron. Positive Signale aus dem Geschäft mit Künstlicher Intelligenz und eine verbesserte Risikostimmung stützten den Technologiesektor.
Damit setzte Infineon seine relative Stärke vom Freitag fort. Schon am 18. September hatte die Aktie den schwachen Gesamtmarkt deutlich übertroffen und den Xetra-Handel bei 55,86 Euro mit einem Tagesgewinn von 2,68 Prozent beendet.
Ein anderes Bild zeigte sich bei Vonovia. Die Aktie gehörte zeitweise zu den schwächsten Werten im DAX. Bis zum späten Vormittag fiel der Kurs um rund 2,2 Prozent auf 17,31 Euro.
Der Kursrückgang stand im Zusammenhang mit dem Ausgang der Berliner Abgeordnetenhauswahl. Nach dem vorläufigen Ergebnis wurde die Linke stärkste Kraft. Der Berliner Landeswahlleiter stellte das vorläufige Ergebnis in der Nacht zum Montag fest.
Im Wahlkampf hatte die Linke eine stärkere Regulierung des Wohnungsmarktes und die Umsetzung des Berliner Volksentscheids zur Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen gefordert. Diese politischen Forderungen berühren unmittelbar das Geschäftsmodell großer börsennotierter Vermieter und sorgten deshalb bei Vonovia für Kursdruck. Ob und in welcher Form entsprechende Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden könnten, hängt jedoch von den weiteren politischen Mehrheitsverhältnissen sowie rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen ab.
Beim DAX insgesamt war eine vergleichbare Wahlreaktion nicht erkennbar. Bereits am Vormittag wurden die gesunkenen Ölpreise als deutlich stärkerer Einflussfaktor bewertet. Auch Reuters verwies darauf, dass europäische Märkte trotz der politischen Ergebnisse in Deutschland zulegten.
Parallel zur Erholung an den Aktienmärkten legte auch Bitcoin deutlich zu. Die größte Kryptowährung stieg auf der Handelsplattform Bitstamp zeitweise bis auf 85.248 US-Dollar. Das war der höchste Stand seit Januar 2026 und entsprach einem Achtmonatshoch. Gegenüber dem Vortag lag Bitcoin zeitweise rund fünf Prozent höher.
Von einem Jahreshoch kann dennoch nicht gesprochen werden. Bitcoin hatte Anfang 2026 bereits höhere Kurse erreicht. Auch andere Marktdaten bezeichneten die Bewegung deshalb ausdrücklich als höchsten Stand seit Januar beziehungsweise als Achtmonatshoch.
Unterstützt wurde die Kryptowährung unter anderem durch eine allgemein höhere Nachfrage nach risikoreicheren Anlagen sowie Zuflüsse in börsengehandelte Bitcoin-Produkte. Die gleichzeitig sinkenden Ölpreise und Anleiherenditen verbesserten am Montag zusätzlich das Umfeld für Aktien und andere Risikoanlagen. Bitcoin bleibt allerdings deutlich schwankungsanfälliger als große Aktienindizes.
Der Handelstag zeigte damit, dass die deutschen Wahlen an den Finanzmärkten zwar genau beobachtet wurden, zunächst aber kein übergreifender Belastungsfaktor für den DAX waren. Eine deutlichere unmittelbare Wirkung zeigte sich nur dort, wo konkrete politische Forderungen direkt auf einzelne Geschäftsmodelle trafen, wie bei Vonovia.
Für die breite Börse dominierten dagegen internationale Entwicklungen. Sinkende Ölpreise nahmen einen Teil des Inflationsdrucks aus dem Markt, Technologieaktien profitierten von einer weltweiten Erholung im Chipsektor und auch an der Wall Street lagen die großen Indizes am europäischen Abend deutlich im Plus. Reuters meldete für den S&P 500 ein Plus von rund 1,05 Prozent und für den technologielastigen Nasdaq Composite etwa 1,62 Prozent.
Nach drei zuvor schwächeren Wochen gelang dem DAX damit am Montag eine deutliche Gegenbewegung. Der Schlussstand von rund 25.575 Punkten lag allerdings weiterhin unter dem bisherigen Rekord von 26.618,70 Punkten, den der Index Ende August erreicht hatte.






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