
David Copperfield wird 70. Der amerikanische Illusionist, der ganze Generationen mit scheinbar verschwindenden Monumenten, spektakulären Befreiungsaktionen und Fernsehshows erreichte, wurde am 16. September 1956 als David Seth Kotkin in Metuchen im US-Bundesstaat New Jersey geboren. Auch Jahrzehnte nach seinen größten TV-Erfolgen gehört sein Name international zu den bekanntesten der Zauberkunst. In Las Vegas ist Copperfield weiterhin eng mit dem MGM Grand verbunden. Ein aktuelles Informationsblatt des Hotels führt seine Show für 2026 mit regelmäßigen Abendvorstellungen im nach ihm benannten Theater auf.
Zu seiner aktuellen öffentlichen Geschichte gehören allerdings auch schwerwiegende Vorwürfe. Der britische „Guardian“ veröffentlichte 2024 eine umfangreiche Recherche, in der 16 Frauen Copperfield unterschiedliches sexuelles Fehlverhalten über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten vorwarfen. Copperfield bestreitet die Vorwürfe und ließ über seine Anwälte erklären, er habe sich gegenüber niemandem unangemessen verhalten; die gegen ihn erhobenen Darstellungen seien falsch beziehungsweise unbegründet. Der „Guardian“ berichtete zudem, dass Copperfield im Zusammenhang mit diesen Vorwürfen nicht strafrechtlich angeklagt worden sei. Eine frühere FBI-Untersuchung zu den Vorwürfen einer Frau war Ende 2009 ohne Anklage abgeschlossen worden.
Copperfield wuchs in New Jersey auf und beschäftigte sich früh mit Zauberkunst. Seiner offiziellen Biografie zufolge trat er bereits als Jugendlicher auf. Mit 18 Jahren erhielt er die Hauptrolle in dem Musical „The Magic Man“ in Chicago. In dieser Zeit nahm er den Künstlernamen David Copperfield an, angelehnt an den gleichnamigen Roman von Charles Dickens. Der Schritt auf die Musicalbühne wurde zu einem wichtigen Ausgangspunkt seiner späteren Karriere als Entertainer, bei dem Zauberkunst, Musik und erzählerische Inszenierung miteinander verbunden wurden.
Den entscheidenden Durchbruch brachte das Fernsehen. Copperfield entwickelte seine Auftritte nicht nur als Abfolge einzelner Tricks, sondern als große Shows mit Geschichten, Musik und aufwendiger Technik. Die Reihe „The Magic of David Copperfield“ machte ihn seit Ende der 1970er-Jahre weit über die Vereinigten Staaten hinaus bekannt. Guinness World Records führt 21 TV-Specials zwischen 1978 und 2005 auf. Die 17 ursprünglichen CBS-Specials der Reihe erhielten insgesamt 18 Emmy-Auszeichnungen.
Eine seiner bekanntesten Inszenierungen wurde 1983 ausgestrahlt. Copperfield ließ für eine Fernsehproduktion den Eindruck entstehen, die Freiheitsstatue in New York sei verschwunden. Zuschauer saßen auf Liberty Island vor der Statue. Nach dem Hochziehen und späteren Absenken eines großen Vorhangs schien das Monument nicht mehr vorhanden zu sein.
Guinness World Records führt die Produktion als größte damals inszenierte Illusion. Das Konzept entstand gemeinsam mit dem Illusionsdesigner Jim Steinmeyer, außerdem war der Konstrukteur John Gaughan beteiligt. Die mehrere Hundert Tonnen schwere Statue selbst wurde selbstverständlich nicht bewegt. Entscheidend war die kontrollierte Perspektive des Publikums und der Kameras, mit der die Illusion erzeugt wurde.
Weitere TV-Inszenierungen folgten. Copperfield schien unter anderem durch die Chinesische Mauer zu gehen, präsentierte eine spektakuläre Flucht an den Niagarafällen, ließ einen Eisenbahnwaggon verschwinden und entwickelte mit „Flying“ eine Bühnennummer, bei der er scheinbar frei über der Bühne schwebte. Diese Großillusionen machten ihn insbesondere in den 1980er- und 1990er-Jahren zu einer internationalen Fernsehfigur.
Copperfields kommerzieller Erfolg erreichte Dimensionen, die für einen Zauberkünstler ungewöhnlich waren. Guinness registrierte für den Zeitraum von 1984 bis 2004 rund 39,7 Millionen verkaufte Eintrittskarten für seine Shows. Für denselben Zeitraum wurden Karriereeinnahmen von mehr als 661 Millionen Dollar dokumentiert. Die Zahlen beziehen sich ausdrücklich auf die damals erfassten Zeiträume und nicht auf seine gesamte inzwischen jahrzehntelange Karriere.
1995 erhielt Copperfield einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame in der Kategorie Live Performance. Der Stern befindet sich am Hollywood Boulevard. Die offizielle Walk-of-Fame-Datenbank nennt den 25. April 1995 als Datum der Zeremonie.
Neben seiner Bühnenkarriere baute Copperfield eine umfangreiche Sammlung zur Geschichte der Zauberkunst auf. Forbes beschrieb sie bereits vor Jahren als eine der weltweit bedeutendsten privaten Sammlungen mit historischen Requisiten und Dokumenten. Dazu gehören auch Objekte mit Bezug zu Harry Houdini.
Während die Zeit der großen jährlichen TV-Specials längst vorbei ist, blieb Copperfield der Livebühne treu. Las Vegas ist seit vielen Jahren sein wichtigster Auftrittsort. Das MGM Grand nennt ihn auch 2026 als regelmäßigen Headliner seines rund 750 Plätze umfassenden David Copperfield Theater. Nach Angaben des Hotels sind Vorstellungen um 19 Uhr und 21.30 Uhr vorgesehen, samstags zusätzlich eine Nachmittagsvorstellung um 16 Uhr.
Damit unterscheidet sich Copperfields heutige Karriere deutlich von jener Phase, in der seine Illusionen noch regelmäßig ein internationales Millionenpublikum vor dem Fernseher erreichten. Die Dimension seiner früheren medialen Präsenz dokumentiert Guinness mit einer geschätzten kumulierten internationalen TV-Reichweite seiner Produktionen von mehr als drei Milliarden Zuschauerkontakten in 50 Ländern.
Mit seinem 70. Geburtstag blickt Copperfield damit auf mehr als fünf Jahrzehnte professioneller Bühnenarbeit zurück. Seine bekanntesten Illusionen stammen aus einer Fernsehzeit, in der große Unterhaltungsshows noch regelmäßig ein weltweites Massenpublikum erreichten. Die Freiheitsstatue, die Chinesische Mauer und seine schwebenden Bühnenauftritte wurden zu Bildern, die weit über die klassische Zauberszene hinaus bekannt wurden. Auch mit 70 Jahren ist Copperfield als Live-Entertainer in Las Vegas präsent.






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