Zwei Explosionen in Frankfurt: Festnahme nach Detonationen an Café und Bar

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Die Explosionen in Frankfurt haben am frühen Donnerstagmorgen ein Café an der Berger Straße im Nordend und eine Shisha-Bar im östlichen Bereich der Zeil getroffen. Vor beiden Geschäften detonierten Sprengsätze, die erhebliche Schäden verursachten. Verletzte gab es nach Angaben der Polizei nicht. Kurz nach den Detonationen nahm die Polizei eine Person fest. Ob sie mit den Taten in Verbindung steht, war zunächst offen.

Explosionen nahezu zeitgleich gegen 4.20 Uhr

Die ersten Notrufe gingen am Donnerstag, 17. September 2026, gegen 4.20 Uhr bei der Polizei ein. Nach bisherigen Erkenntnissen detonierte ein Sprengsatz vor einem Café auf der unteren Berger Straße zwischen Herderstraße und Baumweg. Wenig später beziehungsweise nahezu zeitgleich wurde eine weitere Explosion auf der Zeil gemeldet. Dort wurde eine Shisha-Bar nahe dem Bürgeramt beschädigt.

An beiden Orten gingen Scheiben zu Bruch. An der Berger Straße entstanden darüber hinaus Schäden an weiteren Gebäuden und Gegenständen in unmittelbarer Umgebung. Betroffen waren unter anderem ein benachbartes Geldinstitut, ein gegenüberliegendes Geschäft und mindestens ein abgestelltes Auto. An der Shisha-Bar auf der Zeil wurde insbesondere der Eingangsbereich beschädigt. Die Spurensicherung untersuchte beide Tatorte.

Nach Angaben der Polizei wurde bei den beiden Explosionen niemand verletzt. Zur Höhe des entstandenen Sachschadens lagen zunächst keine belastbaren Angaben vor.

Polizei nimmt Person am Merianplatz fest

Kurz nach den Detonationen nahm die Polizei eine Person am nahegelegenen Merianplatz fest. Die Festnahme wurde gegenüber dem Hessischen Rundfunk bestätigt. Ob die Person an einer oder beiden Explosionen beteiligt war, teilten die Ermittler zunächst nicht mit.

Damit bleibt auch offen, ob aus der Festnahme bereits ein konkreter Tatverdacht entstanden ist. Angaben zur Identität oder zum Alter der festgenommenen Person wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Ebenfalls ungeklärt sind die Hintergründe der beiden Explosionen. Behördliche Angaben zu einem möglichen Motiv oder zu möglichen Auftraggebern lagen zunächst nicht vor. Auch ein direkter Zusammenhang zwischen den beiden Tatorten war zunächst nicht offiziell bestätigt.

Mehrere ähnliche Fälle innerhalb weniger Tage

Die beiden Explosionen vom Donnerstag folgen auf eine ungewöhnliche Häufung ähnlicher Vorfälle im Rhein-Main-Gebiet.

Am frühen Sonntagmorgen, 13. September, waren zunächst eine Bar und ein gegenüberliegendes Café in der Frankfurter Straße in Offenbach beschädigt worden. Die Polizei ermittelt dort wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion. Wenig später wurde ein Kiosk an der Mörfelder Landstraße im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen durch eine weitere Explosion erheblich beschädigt.

Nach dem Vorfall in Sachsenhausen nahm die Polizei einen 15 Jahre alten Tatverdächtigen in der Nähe fest. Er kam anschließend in Untersuchungshaft. Zu den Hintergründen der Tat und zu möglichen Verbindungen mit anderen Explosionen gab es zunächst keine abschließenden Angaben.

Bereits am Montagmorgen, 14. September, folgte eine weitere Explosion in Frankfurt-Bockenheim. Gegen 5.50 Uhr wurde der Eingangsbereich eines Mehrfamilienhauses im Schönhof-Viertel beschädigt. Die Haustür wurde zerstört, Scheiben zerbrachen. Auch dort wurde niemand verletzt. Ob dieser Fall mit den Explosionen in Sachsenhausen und Offenbach zusammenhängt, war nach Angaben der Polizei zunächst ungeklärt.

Damit wurden seit Sonntag innerhalb weniger Tage mehrere Objekte in Frankfurt und Offenbach durch Explosionen beschädigt. Ein einheitlicher Tatkomplex ist daraus bislang jedoch nicht offiziell bestätigt.

Ermittler kennen ähnliche Fälle bereits seit 2025

Die jüngsten Explosionen treffen auf ein Kriminalitätsphänomen, mit dem sich die hessischen Sicherheitsbehörden bereits seit längerem beschäftigen. Das Polizeipräsidium Frankfurt beschreibt unter dem Begriff Violence as a Service eine arbeitsteilige Form der Kriminalität, bei der Personen gezielt für einzelne Straftaten angeworben werden können. Nach Polizeiangaben handelt es sich teilweise um Minderjährige oder junge Erwachsene.

Zwischen Juli und September 2025 registrierten die Behörden im Rhein-Main-Gebiet sieben Fälle, die diesem Phänomen zugerechnet wurden. Dazu gehörten nach Angaben der Polizei Sprengstoffexplosionen und schwere Brandstiftungen in Frankfurt, Offenbach, Neu-Isenburg und Taunusstein. Die Frankfurter Polizei bündelte Ermittlungen zu möglichen Zusammenhängen, außerdem richtete das Hessische Landeskriminalamt eine spezielle Task Force ein.

Kennzeichnend ist nach Darstellung der Polizei, dass Planung, Auftrag und Ausführung voneinander getrennt sein können. Dadurch können Personen, die unmittelbar am Tatort auftreten, nur einen Teil einer größeren Struktur darstellen.

Für die Explosionen vom Donnerstag ist eine solche Verbindung allerdings nicht bestätigt. Auch für die jüngsten Fälle in Sachsenhausen, Bockenheim und Offenbach haben die Behörden bislang keine gemeinsame Struktur öffentlich festgestellt.

Zusammenhang der Frankfurter Explosionen bleibt offen

Der aktuelle Ermittlungsstand beschränkt sich damit auf mehrere gesicherte Punkte: Zwei Sprengsätze detonierten am Donnerstagmorgen an der Berger Straße und auf der Zeil, mehrere Geschäfte und weitere Gegenstände wurden beschädigt, Menschen wurden nicht verletzt und eine Person wurde in Tatortnähe festgenommen.

Offen sind dagegen das Motiv, die Herkunft der Sprengsätze, eine mögliche Verbindung zwischen den beiden Tatorten und ein Zusammenhang mit den vorherigen Explosionen im Rhein-Main-Gebiet. Auch ob die festgenommene Person weiterhin als Tatverdächtiger geführt wird, war zunächst nicht öffentlich mitgeteilt worden.

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