Neue Krebsdaten rücken GSKs Milliardenkauf von Nuvalent in den Fokus

Bitcoin-Kursanstieg am 25. August 2026: Bitcoin-Kurs steigt über 80.000 Dollar
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Der britische Pharmakonzern GSK hat für 10,6 Milliarden Dollar das US-Biotech-Unternehmen Nuvalent übernommen. Rund zwei Monate nach Abschluss der Transaktion liefern neue Studiendaten nun einen wichtigen Hinweis darauf, warum GSK für den Krebsspezialisten so tief in die Tasche gegriffen hat. Das Lungenkrebsmedikament Jideytro erzielte in einer laufenden Studie bei bislang unbehandelten Patienten eine hohe Ansprechrate.

GSK zahlte 124 Dollar je Nuvalent-Aktie

Die GSK Nuvalent Übernahme war am 9. Juni 2026 angekündigt und am 15. Juli abgeschlossen worden. GSK zahlte 124 Dollar je Aktie. Daraus ergab sich ein Eigenkapitalwert von rund 10,6 Milliarden Dollar. Nach Abzug der übernommenen Barmittel bezifferte der Konzern seine tatsächliche Investition auf etwa 9,4 Milliarden Dollar beziehungsweise rund 7,1 Milliarden Pfund.

Nuvalent ist auf gezielt wirkende Krebsmedikamente spezialisiert. Mit dem Kauf sicherte sich GSK unter anderem die Wirkstoffe Zidesamtinib, Neladalkib und den noch früher entwickelten Kandidaten NVL-330. Der Schwerpunkt liegt auf genetisch definierten Formen des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms, kurz NSCLC.

Jideytro erreicht in Studie 94 Prozent Ansprechrate

Besonders im Mittelpunkt steht derzeit Zidesamtinib, das unter dem Markennamen Jideytro vermarktet wird. GSK stellte auf der World Conference on Lung Cancer in Seoul neue Ergebnisse der Phase-I/II-Studie ARROS-1 vor. Untersucht wurden Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem ROS1-positivem NSCLC, die zuvor noch keinen Tyrosinkinasehemmer erhalten hatten.

Unter 94 für die Wirksamkeitsanalyse auswertbaren Patienten lag die objektive Ansprechrate nach einer medianen Beobachtungszeit von 15,2 Monaten bei 94 Prozent. Nach zwölf Monaten waren laut GSK 90 Prozent der Patienten ohne Fortschreiten der Erkrankung. Bei Patienten mit messbaren Hirnmetastasen wurde bei 70 Prozent kein nachweisbarer Hirntumor mehr festgestellt.

Die Ergebnisse stammen allerdings aus einer einarmigen Phase-I/II-Studie ohne direkte Vergleichsgruppe. Damit erlauben sie noch keinen unmittelbaren Vergleich mit anderen zugelassenen Therapien.

FDA hat Jideytro bereits für vorbehandelte Patienten zugelassen

Für eine andere Patientengruppe ist Jideytro in den USA bereits zugelassen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigte das Mittel am 22. Juli 2026 für Erwachsene mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem ROS1-positivem NSCLC, die zuvor mindestens einen ROS1-Tyrosinkinasehemmer erhalten hatten.

Grundlage dieser Zulassung war ebenfalls die ARROS-1-Studie, dort jedoch mit vorbehandelten Patienten. In dieser Gruppe umfasste die Wirksamkeitsanalyse 117 Personen. Die FDA nennt als zentrale Endpunkte die bestätigte objektive Ansprechrate und die Dauer des Ansprechens.

Mit den nun vorgestellten Daten will GSK den Einsatzbereich erweitern. Das Unternehmen plant noch 2026 einen ergänzenden Zulassungsantrag bei der FDA, damit Jideytro auch als Erstbehandlung eingesetzt werden kann.

Milliardenkauf soll GSK im Lungenkrebsmarkt stärken

Die Nuvalent-Übernahme ist ein zentraler Baustein beim Ausbau des Krebsgeschäfts von GSK. Neben Zidesamtinib gehört dazu Neladalkib, ein experimenteller ALK-Hemmer für bestimmte Formen von NSCLC. Hinzu kommt NVL-330, das sich noch in einer frühen klinischen Entwicklungsphase befindet und gegen HER2-veränderte Tumoren untersucht wird.

GSK erwartet, dass die Nuvalent-Produkte ab 2027 zum Umsatzwachstum beitragen. Auf den bereinigten operativen Gewinn soll sich die Übernahme nach Unternehmensplanung ebenfalls ab 2027 positiv auswirken, auf das bereinigte Ergebnis je Aktie ab 2029. Diese Angaben sind Unternehmensprognosen und hängen unter anderem vom weiteren Verlauf der klinischen Entwicklung und von regulatorischen Entscheidungen ab.

Finanziert wurde der Kauf wesentlich über Fremdkapital. GSK hatte im Juni eine Brückenfinanzierung über elf Milliarden Dollar vereinbart und im Juli 9,9 Milliarden Dollar daraus zur Finanzierung der Übernahme gezogen. Ende August war dieser Betrag noch ausstehend.

GSK baut Krebsportfolio weiter aus

Der Nuvalent-Kauf steht nicht allein. Erst am 15. September vereinbarte GSK mit dem chinesischen Biotech-Unternehmen Chimagen Biosciences einen weiteren Onkologie-Deal. Dabei geht es um die weltweiten Rechte an einem experimentellen T-Zell-Engager gegen das multiple Myelom. Einschließlich möglicher Entwicklungs- und Erfolgszahlungen kann die Vereinbarung einen Wert von bis zu 750 Millionen Dollar erreichen. Der Wirkstoff soll 2027 erstmals in einer Phase-I-Studie am Menschen geprüft werden.

Die neuen Jideytro-Daten geben GSK damit einen ersten wichtigen klinischen Rückenwind für den mit Abstand größeren Nuvalent-Kauf. Ob sich der Preis von 10,6 Milliarden Dollar langfristig wirtschaftlich auszahlt, hängt jedoch von weiteren Zulassungen, der Marktdurchdringung und dem Erfolg der übrigen übernommenen Wirkstoffe ab.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu