
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat die Übernahme des Biotechnologieunternehmens AtaiBeckley abgeschlossen. Die Transaktion wurde am 11. September 2026 vollzogen. AtaiBeckley ist damit eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Eli Lilly. Für bisherige Aktionäre hat der Abschluss eine direkte Folge: Die AtaiBeckley-Aktie verschwindet von der Nasdaq.
Der letzte reguläre Handelstag der AtaiBeckley-Aktie mit dem Kürzel ATAI war nach Angaben der Nasdaq der 10. September. Anschließend wurde der Handel ausgesetzt. Die formelle Suspendierung der Börsennotierung trat zum 14. September in Kraft. AtaiBeckley beantragte zugleich die Entfernung der Aktien von der Nasdaq und die Beendigung der entsprechenden Registrierung bei der US-Börsenaufsicht SEC.
Damit gibt es nach dem Abschluss der Übernahme keinen fortlaufenden Börsenkurs der bisherigen AtaiBeckley-Aktie mehr. Die ausstehenden Aktien wurden mit Wirksamwerden der Fusion grundsätzlich in einen Anspruch auf die vereinbarte Übernahmegegenleistung umgewandelt.
Eli Lilly zahlt 6,75 US-Dollar in bar für jede AtaiBeckley-Aktie. Zusätzlich erhalten die bisherigen Anteilseigner für jede Aktie ein sogenanntes Contingent Value Right, kurz CVR. Dieses Recht kann bei Erreichen festgelegter Entwicklungs- und Zulassungsziele weitere Zahlungen von insgesamt bis zu 2,50 Dollar je Aktie auslösen.
Die zusätzlichen Zahlungen verteilen sich auf drei Bedingungen. Bis zu 1,00 Dollar sind an den Beginn einer Phase-3-Studie für VLS-01 innerhalb von vier Jahren nach Abschluss der Übernahme gekoppelt. Weitere 0,50 Dollar hängen von einer US-Zulassung und entsprechenden regulatorischen Schritten für BPL-003 innerhalb von fünf Jahren ab. Noch einmal bis zu 1,00 Dollar sind an entsprechende Fortschritte bei VLS-01 innerhalb von sieben Jahren gebunden.
Ob alle oder überhaupt einzelne dieser Zahlungen tatsächlich fällig werden, ist offen. Die CVRs sind zudem grundsätzlich nicht frei übertragbar und werden nicht an einer Börse gehandelt.
Bei der Ankündigung im Juli bezifferten die Unternehmen den Wert der sofortigen Barzahlung auf rund 2,8 Milliarden US-Dollar. Die möglichen CVR-Zahlungen könnten einen zusätzlichen Wert von etwa einer Milliarde Dollar erreichen. Bei vollständiger Erfüllung aller Bedingungen läge der gesamte potenzielle Eigenkapitalwert damit bei rund 3,8 Milliarden Dollar.
Die Aktionäre von AtaiBeckley hatten dem Zusammenschluss am 8. September zugestimmt. Nach SEC-Unterlagen entfielen rund 237,8 Millionen Stimmen auf die Annahme und gut fünf Millionen auf die Ablehnung des Übernahmevorschlags.
Im Zentrum der Transaktion steht die Medikamentenpipeline von AtaiBeckley. Das Unternehmen entwickelt Wirkstoffe für psychische Erkrankungen, darunter Therapien gegen behandlungsresistente Depressionen. Das am weitesten fortgeschrittene Programm ist BPL-003, eine intranasal verabreichte synthetische Form von 5-MeO-DMT. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Entwicklungsprogramm den Status einer Breakthrough Therapy zuerkannt, Phase-3-Aktivitäten wurden bereits begonnen. Eine Marktzulassung bedeutet dieser Status nicht.
Daneben entwickelt AtaiBeckley VLS-01, eine über die Mundschleimhaut verabreichte DMT-Formulierung, die sich zuletzt in einer Phase-2b-Studie befand. Eli Lilly integriert diese Programme nun in seine Neurowissenschafts-Pipeline.
Die Übernahme erweitert damit Lillys Geschäft jenseits seiner stark gewachsenen Diabetes- und Adipositasmedikamente. Zugleich bleibt das wirtschaftliche Potenzial der übernommenen Wirkstoffe von erfolgreichen klinischen Studien, regulatorischen Entscheidungen und späteren Zulassungen abhängig. Eli Lilly selbst weist darauf hin, dass aus der Transaktion nicht zwangsläufig kommerziell erfolgreiche Medikamente hervorgehen müssen.












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