Großer Verfallstag 2026: Warum die Fed-Woche die Börsen nervös macht

Intel Aktie – Kursanstieg an der Nasdaq
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Eurex im Fokus, USA ziehen den Termin vor

Der große Verfallstag am Freitag, 19. Juni 2026, wird diesmal von einer Besonderheit begleitet. An der Eurex bleibt der Termin für DAX-Produkte relevant, dort laufen Optionen und Futures auf Indizes sowie Optionen auf Einzelaktien aus. In den USA verschiebt sich der Blick dagegen faktisch nach vorn. Wegen des Juneteenth-Feiertags bleiben die großen US-Börsen am 19. Juni geschlossen. Der monatliche Verfall von US-Aktien- und Indexoptionen wird deshalb bereits am Donnerstag, 18. Juni, relevant. Für internationale Anleger verteilt sich der Hexensabbat damit auf zwei Handelstage.

Open Interest im DAX ist hoch

Im DAX richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Open Interest in DAX-Optionen. Die jüngsten Eurex-Daten zeigen für den ODAX ein hohes offenes Kontraktvolumen von knapp 900.000 Kontrakten. Das Put/Call-Verhältnis lag zuletzt über eins. Damit waren mehr Verkaufsoptionen als Kaufoptionen offen. Das ist kein automatisches Verkaufssignal. Es zeigt aber, dass rund um den Verfallstag größere Absicherungspositionen im Markt liegen. Entscheidend wird deshalb, wie nah der DAX am Freitagmittag an stark gehandelten Basispreisen steht.

Pin-Risiko ohne belastbare Hot-Strike-Liste

Bei großen Verfallstagen wird häufig über sogenannte Hot Strikes gesprochen. Gemeint sind Basispreise, an denen besonders viele Optionen offen sind. Nähert sich der Index solchen Marken, können Absicherungsbewegungen von Stillhaltern und Market Makern den Kurs zeitweise stabilisieren. Dieses Phänomen wird als Pin-Risiko bezeichnet. Belastbar belegbare Einzelmarken lassen sich aus den aktuell zugänglichen Primärdaten nicht sauber nennen. Plausibel im Fokus stehen jedoch runde DAX-Zonen in der Nähe des aktuellen Indexstands, vor allem Bereiche um 24.500 und 25.000 Punkte.

Vergangene Verfallstage zeigen vor allem Volumen

Frühere Verfallstage zeigen, dass hohe Umsätze wahrscheinlicher sind als eine eindeutig vorhersagbare Kursrichtung. Cboe meldete bereits für 2025 ein weiteres Rekordjahr im US-Optionshandel. Auch 2026 blieb die Aktivität sehr hoch. Im März wurden Rekorde bei SPX-Optionen und kurzfristigen Optionskontrakten gemeldet, im Mai erreichten die vier Cboe-Optionsbörsen neue Durchschnittsrekorde. Für Anleger bedeutet das: Der Verfallstag ist vor allem ein Liquiditäts- und Positionsereignis. Starke Kursbewegungen können auftreten, müssen aber nicht allein durch den Verfall ausgelöst werden.

Fed, BoJ und Inflation erhöhen die Sensibilität

Besonders heikel ist die Kombination mit der Notenbankwoche. Die US-Notenbank entscheidet am 17. Juni über den Leitzins und veröffentlicht neue Projektionen. Gleichzeitig bleibt der Inflationsdruck in den USA ein zentrales Marktthema. Die Verbraucherpreise lagen im Mai deutlich über dem Vorjahresniveau, getrieben auch durch Energiepreise. Kurz zuvor entscheidet die Bank of Japan über ihre Geldpolitik. Sollte die BoJ die Zinsen anheben oder die Fed einen unerwartet straffen Ton anschlagen, könnten Anleiherenditen, Dollar, Yen und Aktienmärkte gleichzeitig reagieren.

Iran-Risiko bleibt der externe Stresstest

Zusätzlich bleibt das Iran-Israel-Risiko ein Unsicherheitsfaktor. Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte haben die Märkte zuletzt zeitweise entlastet und den Ölpreis bewegt. Gesichert ist eine dauerhafte Entspannung aber nicht. Gerade am Verfallstag kann ein externer Impuls die übliche Optionsmechanik überlagern. Steigende Ölpreise würden Inflationssorgen verstärken. Ein stärkerer Dollar oder abrupte Yen-Bewegungen könnten zudem Carry-Trades belasten. Dann würde aus einem technisch geprägten Termin schnell ein Makroereignis mit größerer Marktbreite.

Was Anleger am Freitag beobachten sollten

Für den DAX ist am Freitag vor allem die Mittagsphase entscheidend, weil DAX-Optionen an der Eurex um 13 Uhr abgerechnet werden. In den USA liegt der operative Fokus wegen des Feiertags bereits auf dem Donnerstagsschluss. Wichtig sind daher nicht nur Indexstände, sondern auch Renditen, Ölpreis, Dollar-Yen und Volatilitätsindizes. Der große Verfallstag muss keine Trendwende auslösen. In der Kombination aus hohem Open Interest, Notenbankentscheidungen und geopolitischer Unsicherheit steigt aber das Risiko abrupter Bewegungen, falls wichtige Marken gebrochen werden.

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