
Der schwedische Modekonzern H&M hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient als ein Jahr zuvor und die Erwartungen von Analysten übertroffen. Der operative Gewinn stieg im Zeitraum von Juni bis August 2026 auf gut sechs Milliarden schwedische Kronen. Gleichzeitig verbesserte sich die operative Marge deutlich. Beim Umsatz fiel das Wachstum dagegen vergleichsweise gering aus.
H&M erzielte im dritten Geschäftsquartal einen operativen Gewinn von 6,037 Milliarden schwedischen Kronen. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 4,914 Milliarden Kronen gewesen. Das entspricht einem Anstieg von rund 23 Prozent.
Damit fielen die H&M Quartalszahlen 2026 auf der Ergebnisseite deutlich besser aus als erwartet. Von LSEG befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem operativen Gewinn von rund 5,14 Milliarden Kronen gerechnet.
Auch die operative Marge verbesserte sich. Sie stieg von 8,6 Prozent im Vorjahresquartal auf 10,6 Prozent.
Ein Teil der Ergebnisverbesserung ist allerdings auf Sondereffekte zurückzuführen. Nach Angaben des Unternehmens profitierte das Quartal von positiven Einmaleffekten im Zusammenhang mit Zöllen und Warenimporten. Diese erhöhten die Bruttomarge und die operative Marge um jeweils rund 1,6 Prozentpunkte.
Die Bruttomarge stieg insgesamt von 52,9 auf 54,0 Prozent. Der Bruttogewinn erhöhte sich von 30,143 auf 30,867 Milliarden schwedische Kronen.
H&M verwies zugleich auf Fortschritte bei Einkauf, Kostenkontrolle und effizienteren Abläufen. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sanken im dritten Quartal um ein Prozent auf 24,832 Milliarden Kronen.
Beim Umsatz zeigte sich eine wesentlich geringere Dynamik. Die Nettoerlöse stiegen von 57,017 auf 57,189 Milliarden schwedische Kronen. In lokalen Währungen legte der Umsatz um ein Prozent zu.
Dabei verfügte der Konzern am Ende des Quartals über rund zwei Prozent weniger Geschäfte als ein Jahr zuvor. H&M erklärte, dass die Sommerkollektionen insbesondere gegen Ende des Quartals zu einer besseren Umsatzentwicklung beigetragen hätten.
Belastet wurde das Geschäft zugleich durch Störungen im europäischen Logistiknetz sowie in internationalen Lieferketten.
Unter dem Strich erhöhte sich das Ergebnis nach Steuern auf 4,098 Milliarden schwedische Kronen. Ein Jahr zuvor hatte H&M 3,212 Milliarden Kronen verdient. Der Gewinn je Aktie stieg von 2,01 auf 2,58 Kronen.
Auch der operative Mittelzufluss entwickelte sich positiv. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit erhöhte sich um 19 Prozent auf 11,908 Milliarden Kronen.
Die Warenbestände lagen Ende August bei 39,355 Milliarden Kronen und damit über dem Vorjahreswert von 37,938 Milliarden. H&M führte den Anstieg unter anderem auf einen höheren Wert der noch transportierten Waren sowie vorübergehende Effekte aus Veränderungen im europäischen Logistiknetz zurück.
Auch für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres weist H&M einen höheren Gewinn aus. Der operative Gewinn stieg auf 13,462 Milliarden schwedische Kronen nach 12,031 Milliarden im Vorjahr. Die operative Marge erhöhte sich von 7,1 auf 8,3 Prozent.
Der Umsatz belief sich in diesem Zeitraum auf 161,624 Milliarden Kronen nach 169,064 Milliarden Kronen im Vorjahr. Wechselkursbereinigt lagen die Erlöse jedoch auf dem Niveau des Vorjahres.
Das Ergebnis nach Steuern stieg in den ersten neun Monaten von 7,753 auf 8,765 Milliarden schwedische Kronen.
Für den laufenden Monat erwartet der Konzern weiterhin nur moderates Wachstum. H&M rechnet für September mit einem Umsatzanstieg von einem Prozent in lokalen Währungen gegenüber dem Vorjahresmonat.
Damit zeigen die Quartalszahlen zwei unterschiedliche Entwicklungen: Während sich Profitabilität und Kostenstruktur spürbar verbessert haben, wächst der Umsatz bislang nur langsam. Für die weitere Entwicklung wird deshalb entscheidend sein, ob H&M neben höheren Margen auch wieder stärkere Erlöszuwächse erreichen kann.






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