
Die geplante Übernahme von InPost durch ein Konsortium mit FedEx und Advent International hat eine zentrale Hürde genommen. Bis zum Ende der verlängerten Annahmefrist am Freitag, 18. September 2026, wurden 448.981.978 InPost-Aktien in das Angebot eingeliefert. Das entspricht rund 89,81 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals. Die für das Angebot festgelegte Mindestschwelle von 80 Prozent wurde damit überschritten.
Vollzogen ist die Transaktion damit noch nicht. Die als Bieter auftretende IS Iris Lux Bidco muss spätestens am 23. September bekanntgeben, ob sie das Übernahmeangebot für unbedingt erklärt. Erst danach folgen die weiteren Schritte zur Abwicklung. Die bislang bekanntgegebenen Bedingungen des Angebots bleiben unverändert.
FedEx, der Finanzinvestor Advent International, A&R Investments und die tschechische PPF Group hatten sich bereits am 9. Februar 2026 mit InPost auf ein empfohlenes Barangebot verständigt. Angeboten werden 15,60 Euro je Aktie. Auf dieser Grundlage wird das gesamte ausgegebene Aktienkapital von InPost mit rund 7,8 Milliarden Euro bewertet.
Als Bietergesellschaft fungiert IS Iris Lux Bidco. Nach einer erfolgreichen Abwicklung soll Advent indirekt 37 Prozent an der neuen Eigentümerstruktur halten. Auch FedEx sind 37 Prozent zugedacht. A&R Investments, das Investmentvehikel des InPost-Gründers Rafał Brzoska, soll auf 16 Prozent kommen. PPF soll nach einer teilweisen Reinvestition zehn Prozent halten.
Brzoska soll InPost weiterhin als Vorstandschef führen. Auch die Marke InPost und der Hauptsitz in Polen sollen erhalten bleiben. Die Beteiligten haben zudem erklärt, dass InPost und FedEx operativ nicht miteinander verschmolzen werden sollen. Beide Unternehmen sollen in ihren jeweiligen Märkten weiterhin eigenständig auftreten. Nach Abschluss der Transaktion sind jedoch kommerzielle Vereinbarungen vorgesehen, über die unter anderem das internationale FedEx-Netzwerk mit der europäischen Zustellinfrastruktur von InPost verbunden werden könnte.
Ein wesentlicher Teil der formalen Prüfungen ist bereits abgeschlossen. Die Europäische Kommission erteilte im August ihre wettbewerbsrechtliche Freigabe. Am 28. August teilten InPost und der Bieter anschließend mit, dass sämtliche für den Abschluss des Angebots erforderlichen regulatorischen Genehmigungen vorlägen.
Damit stand zuletzt vor allem die Zustimmung der Aktionäre im Mittelpunkt. Die Annahmequote von 89,81 Prozent liegt deutlich oberhalb der vereinbarten Mindestschwelle, allerdings noch unter 95 Prozent. Die endgültige Quote kann sich durch weitere im Übernahmeprozess vorgesehene Schritte noch verändern.
Bleibt der Anteil des Bieters nach der Abwicklung und einer möglichen weiteren Annahmephase zwischen 80 und 95 Prozent, sehen die Angebotsunterlagen eine gesellschaftsrechtliche Neuordnung vor. Erreicht der Bieter mindestens 95 Prozent, kann dagegen ein gesetzliches Verfahren zum Erwerb der verbleibenden Aktien eingeleitet werden. Ziel der Transaktion ist in beiden Fällen, InPost vollständig in privaten Besitz zu überführen und die Börsennotierung an der Euronext Amsterdam zu beenden.
InPost ist vor allem für automatisierte Paketstationen bekannt. Das Unternehmen ist in neun europäischen Ländern aktiv, darunter Polen, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Belgien, die Niederlande und Luxemburg. Im Jahr 2025 beförderte die Gruppe nach Unternehmensangaben rund 1,4 Milliarden Pakete.
Das Wachstum setzte sich 2026 fort. Im zweiten Quartal wurden 380,9 Millionen Pakete zugestellt, 16 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen baute zugleich sein Netz von Paketautomaten weiter aus.
Für FedEx eröffnet die Beteiligung einen stärkeren Zugang zum europäischen Geschäft mit Paketstationen und anderen Zustellformen außerhalb der klassischen Haustürzustellung. Die ursprüngliche Vereinbarung sieht jedoch ausdrücklich vor, dass InPost als eigenständiges Unternehmen bestehen bleibt. FedEx bezeichnet die Beteiligung entsprechend als Investition und nicht als operative Eingliederung von InPost in den eigenen Konzern.
Mit dem Überschreiten der 80-Prozent-Marke ist eine der wichtigsten Bedingungen des Angebots erfüllt. Am Montag, 21. September, steht dennoch noch kein abgeschlossener Eigentümerwechsel fest. Der nächste verbindliche Termin ist der 23. September. Bis dahin muss IS Iris Lux Bidco mitteilen, ob das Angebot unbedingt wird.
Erst danach kann die eigentliche Übertragung und Bezahlung der angedienten Aktien erfolgen. Auch die geplante Beendigung der Börsennotierung ist deshalb noch ein nachgelagerter Schritt. Die Übernahme von InPost befindet sich damit in einer weit fortgeschrittenen, aber noch nicht vollständig abgeschlossenen Phase.






Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu