
Ein angeblicher Jeffrey Epstein Abschiedsbrief versetzt die Justizwelt erneut in Aufregung: Das Dokument soll sieben Jahre lang in einem versiegelten Gerichtsdossier verborgen gewesen sein — nun hat die New York Times am 1. Mai 2026 beim zuständigen Bundesgericht beantragt, die Notiz öffentlich zugänglich zu machen. Der mutmaßliche Brief soll erschütternde letzte Worte des verstorbenen US-Finanziers und verurteilten Sexualstraftäters enthalten, die bislang der Öffentlichkeit — und sogar dem Justizministerium — vorenthalten wurden.
Nach Angaben des ehemaligen Mithäftlings Nicholas Tartaglione soll Epstein die Notiz im Juli 2019 handschriftlich verfasst haben — kurz nachdem er einen ersten Suizidversuch überlebt hatte. Der Brief soll auf einem gelben Notizblock geschrieben und anschließend in einem Buch versteckt worden sein. Tartaglione schilderte den Inhalt öffentlich: Epstein habe demnach geschrieben, dass FBI-Ermittler monatelang nach belastendem Material gesucht und nichts gefunden hätten. Weiter soll der Brief mit einer emotionalen Schlussformel und den englischen Worten „Time to say goodbye“ geendet haben.
Ob es sich tatsächlich um Epsteins Handschrift handelt, ließ Tartagliones Anwaltsteam nach eigenen Angaben von einem Schriftgutachter prüfen. Das Dokument soll daraufhin dem Gericht übergeben worden sein. Eine offizielle Bestätigung der Echtheit durch US-Behörden steht noch aus — der Brief bleibt vorerst versiegelt.
Der Grund für die jahrelange Geheimhaltung lag in einem juristischen Streit um das Anwaltsgeheimnis. Der Brief landete in den Gerichtsakten des Strafverfahrens gegen Tartaglione selbst, der wegen vier Morden angeklagt war. Im Jahr 2023 wurde er schuldig gesprochen, 2024 zu viermal lebenslanger Haft verurteilt. Sein Berufungsverfahren ist noch beim Bundesberufungsgericht des zweiten Bezirks anhängig.
Das US-Justizministerium hatte in seinem Inspektor-General-Bericht aus dem Jahr 2023 über Epsteins Tod die Notiz mit keinem Wort erwähnt — da das Dokument zum Zeitpunkt der Untersuchung noch gerichtlich versiegelt war. Erst im Zuge der stufenweisen Veröffentlichung der sogenannten Epstein-Akten durch das Justizministerium kam der Brief wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.
Die New York Times begründete ihren Entsiegelungsantrag damit, dass Tartaglione selbst den Inhalt des Briefes bereits öffentlich beschrieben habe und daher eine weitere Geheimhaltung nicht mehr verhältnismäßig sei. Zudem soll ein zweiseitiges Protokolldokument über den angeblichen Brief als Teil der jüngsten Epstein-Akten-Veröffentlichungen der Bundesbehörde bereits zugänglich gemacht worden sein. Bundesrichter Kenneth Karas ordnete an, dass alle beteiligten Parteien bis zum 4. Mai 2026 auf den Freigabe-Antrag reagieren müssen.
Ob der Brief daraufhin tatsächlich entsiegelt wird, ist noch offen. Im Hintergrund steht die weiterhin kontrovers diskutierte Frage, ob Epsteins Tod am 10. August 2019 im Metropolitan Correctional Center in New York wirklich ein Suizid war. Kritiker verwiesen seinerzeit auf Unregelmäßigkeiten: defekte Überwachungskameras, eine ausgefallene Wachaufsicht und falsch protokollierte Kontrollrunden schürten Zweifel und Spekulationen.
Jeffrey Epstein war Finanzier und wurde 2008 erstmals wegen Prostitutionsbeihilfe mit Minderjährigen verurteilt. 2019 folgte die erneute Verhaftung wegen Sexhandels mit Minderjährigen im großen Stil. In der Folge wurden zahlreiche prominente Kontakte bekannt — darunter Mitglieder des britischen Königshauses. Über die Verbindung zur britischen Adelswelt berichteten wir zuletzt rund um Sarah Ferguson, deren mysteriöser Verbleib Fragen aufwirft. Die stufenweise Freigabe der Epstein-Akten durch das US-Justizministerium hält die öffentliche Debatte über das Ausmaß des Netzwerks bis heute am Leben. Ob der nun beantragte Jeffrey Epstein Abschiedsbrief neue Klarheit bringt oder weitere Rätsel aufwirft, wird die Entscheidung von Richter Karas zeigen.
Quellen: New York Times, ABC News, The Daily Beast, Newsweek, Irish Times
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