
Ein schwerer Kabeltrommel-Unfall hat sich am Freitag in Langenenslingen im Kreis Biberach ereignet: Ein 57-jähriger Arbeiter wurde von einer rund 1,5 Tonnen schweren Kabeltrommel begraben und erlitt dabei nach Angaben der Polizei womöglich lebensgefährliche Verletzungen. Der Mann wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.
Der Unfall ereignete sich auf dem Gelände eines landwirtschaftlichen Anwesens in Langenenslingen. Der 57-Jährige befand sich gemeinsam mit zwei weiteren Arbeitern in einer Baugrube, um ein Erdkabel zu verlegen. Ein vierter Mitarbeiter steuerte von außen einen Teleskoplader, an dem die rund 1,5 Tonnen schwere Kabeltrommel befestigt war. Das Gerät sollte das Kabel von oben über die Baugrube abrollen, damit die Arbeiter es in den Boden verlegen konnten.
Beim Abrollen des Erdkabels löste sich nach ersten Erkenntnissen der Polizei die Kabeltrommel vom Teleskoplader und stürzte direkt auf den 57-jährigen Mann in der Baugrube. Er wurde von der massiven Trommel begraben. Seine beiden Kollegen in der Grube blieben unverletzt. Warum sich die Kabeltrommel gelöst hat, war zunächst unklar – die Ermittlungen dazu laufen.
Die Rettungsarbeiten liefen umgehend an. Mit Hilfe des Teleskopladers, der sich noch vor Ort befand, gelang es den Einsatzkräften, die Kabeltrommel anzuheben und den eingeklemmten Mann zu befreien. Aufgrund der Schwere der Verletzungen wurde ein Rettungshubschrauber alarmiert, der den 57-Jährigen in eine Klinik flog. Laut Polizei bestehe womöglich Lebensgefahr.
Der Einsatz in Langenenslingen verdeutlicht die Gefahren, die beim Transport und Verlegen von schweren Leitungsrollen entstehen können. Kabeltrommel-Unfälle passieren bei Tiefbauarbeiten immer wieder, wenn Sicherungen versagen oder Lasten beim Aufrollen unkontrolliert in Bewegung geraten. Erst am heutigen Freitag kam es bei einem weiteren Arbeitsunfall in Waiblingen zu einem tödlichen Unglück, als Krangewichte einen 26-Jährigen unter sich begruben.
Kabeltrommel-Unfälle zählen zu den schwersten Unfallszenarien auf Baustellen und Versorgungsbaustellen. Die Trommeln, auf denen Erdkabel, Strom- oder Glasfaserleitungen aufgerollt sind, können je nach Kabeltyp mehrere Tonnen wiegen. Beim Ablassen oder Abrollen entstehen erhebliche Kräfte, die Sicherungsmittel wie Schäkel, Gurte oder Befestigungen an Hebe- und Fördergeräten stark belasten.
Für die Unfalluntersuchung ist neben der Polizei in solchen Fällen regelmäßig auch die zuständige Berufsgenossenschaft zuständig. Sie prüft, ob alle vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden, ob das verwendete Hebezeug ordnungsgemäß zugelassen war und ob die Lastensicherung den geltenden Normen entsprach.
Die Polizei hat die Ermittlungen zu dem Kabeltrommel-Unfall aufgenommen. Zunächst sei noch unklar, warum sich die Trommel vom Teleskoplader gelöst habe, teilten die Beamten mit. Möglicherweise haben ein defektes Befestigungsmittel, eine fehlerhafte Bedienung des Geräts oder eine unzureichende Ladungssicherung zu dem Unglück beigetragen. Bei einem tragischen Unfall in Runkel kamen zuletzt mehrere Arbeiter bei einem Grubeneinbruch ums Leben – auch dort lief die Aufklärung über längere Zeit.
Langenenslingen liegt im Landkreis Biberach in Oberschwaben, Baden-Württemberg. Die Region ist ländlich geprägt und auch landwirtschaftliche Erschließungsarbeiten, zu denen das Verlegen von Stromleitungen auf Hofgeländen gehört, sind dort üblich. Details zu dem Unternehmen, das die Arbeiten durchführte, wurden von der Polizei bislang nicht bekanntgegeben.
Quellen: Badische Zeitung, Spiegel, dpa/lsw, Stern
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