
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche plant ihre erste China-Reise — und setzt damit ein deutliches Signal in der deutschen Außenhandelspolitik. Die CDU-Politikerin soll Ende Mai in Beijing Handelsgespräche führen und offene Fragen in den deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen ansprechen. Die Reise erfolgt vor dem Hintergrund eines verschärften globalen Handelskonflikts, in dem Deutschland zwischen Washington und Beijing navigieren muss.
Die Bundeswirtschaftsministerin soll laut Berichten Ende Mai nach China reisen. Als Termin sind demnach die Tage vom 26. bis 29. Mai vorgesehen, der Schwerpunkt liegt auf der chinesischen Hauptstadt Beijing. Möglicherweise steht auch ein Stopp in der südlichen Hafenstadt Guangzhou auf dem Programm. Im Mittelpunkt der Gespräche sollen Handelsfragen stehen: Wie können Deutschland und China ihre Wirtschaftsbeziehungen unter schwierigeren globalen Rahmenbedingungen aufrechterhalten?
Reiche soll betont haben, dass China ein großer und wichtiger Markt für Deutschland bleibe. Sie wolle das Land als verlässlichen Partner präsentieren. Gleichzeitig soll die Ministerin klargemacht haben, dass chinesische Dumpingpreise erhebliche Wettbewerbsnachteile für Deutschland und die EU bedeuteten. Dieses Thema soll nach Angaben aus ihrem Haus in direkten Gesprächen mit chinesischen Partnern erörtert werden.
Ein zentrales Thema der geplanten Reise dürfte die strategische Rohstoffversorgung sein. Reiche soll von China fordern, die bestehenden Exportbeschränkungen für Seltene Erden zu lockern. Diese Materialien sind für viele Schlüsselindustrien unverzichtbar — von der Halbleiterfertigung bis zur Automobilbranche. Die Abhängigkeit Deutschlands von chinesischen Lieferungen gilt in Berlin seit Jahren als strategisches Risiko.
Trotz aller geopolitischen Spannungen haben deutsche Unternehmen zuletzt massiv in China investiert. Berichten zufolge erreichten die deutschen Investitionen in China im Jahr 2025 ein Vierjahreshoch — ein Zeichen dafür, dass die Wirtschaft auf den chinesischen Markt setzt, auch wenn politisch Unsicherheit herrscht.
Die Reise von Katherina Reiche soll an den Chinabesuch von Bundeskanzler Friedrich Merz im Februar 2026 anknüpfen. Merz hatte damals die Beziehungen zu Beijing als wichtige Säule der deutschen Außenwirtschaftspolitik beschrieben. Reiche übernimmt nun den wirtschaftspolitischen Folgedialog — mit einem klaren Fokus auf Handel und Rohstoffe.
Die Ministerin sieht in der verschärften Konkurrenz aus China und den US-Zöllen eine erhebliche Belastung für die deutschen Exportperspektiven. Als exportorientierte Volkswirtschaft ist Deutschland in besonderer Weise darauf angewiesen, dass seine wichtigsten Handelsmärkte erreichbar bleiben.
Reiche soll mehrfach darauf hingewiesen haben, dass die globalen Rahmenbedingungen für Deutschland schwieriger geworden sind. Neben den Handelsspannungen mit den USA belastet auch die wachsende Konkurrenz chinesischer Anbieter die deutsche Industrie. Insbesondere bei Solarpanelen, Elektroautos und weiteren Zukunftstechnologien drängen chinesische Hersteller mit deutlich niedrigeren Preisen auf den europäischen Markt. Für Reiche ist die Ministerin-Reise nach Beijing daher auch ein Versuch, den Dialog zu suchen und gemeinsame Spielregeln für den Handel zu vereinbaren.
Neben der China-Diplomatie kämpft Reiche innenpolitisch an mehreren Fronten. Die Ministerin soll Pläne für ein neues Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz vorantreiben, das den Bau neuer Kraftwerke in Deutschland ermöglichen soll. Innerhalb des Kabinetts soll die SPD mehrere Energiegesetze der Wirtschaftsministerin blockieren und Änderungen verlangen.
Reiche ist damit auf zwei Feldern gleichzeitig gefordert: international als Gesprächspartnerin in Beijing und innenpolitisch als treibende Kraft bei der Energiewende. Ihre China-Reise Ende Mai dürfte deshalb nicht nur wirtschaftspolitisch, sondern auch koalitionsintern mit Spannung verfolgt werden.
Quellen: Bloomberg, Handelsblatt, Bundesregierung.de, Finanznachrichten.de
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