
Kone TK Elevator – dieser Megadeal elektrisiert die Wirtschaftswelt: Der finnische Aufzugkonzern Kone übernimmt seinen deutschen Rivalen TK Elevator für 29,4 Milliarden Euro inklusive Schulden. Die Transaktion wurde am 29. April 2026 offiziell bekanntgegeben und würde den weltweit größten Aufzughersteller entstehen lassen.
Kone übernimmt TK Elevator von den Finanzinvestoren Cinven und Advent, die das Unternehmen im Jahr 2020 von Thyssenkrupp erworben hatten. Die Zahlung erfolgt in einer Kombination aus Barmitteln und neuen Kone-Aktien. Thyssenkrupp ist noch mit einem kleineren Anteil an TK Elevator beteiligt und profitiert vom Deal: Der Essener Konzern erhält 0,8 Milliarden Euro in bar sowie Kone-Aktien im Wert von 2,5 Milliarden Euro. Die Thyssenkrupp-Aktie reagierte am Bekanntgabetag mit einem zweistelligen Kurssprung.
Mit einem Abschluss der Transaktion rechnen die Unternehmen frühestens im zweiten Quartal 2027. Die zuständigen Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen. Dabei sind erhebliche regulatorische Hürden zu erwarten, denn der Zusammenschluss würde die Kräfteverhältnisse in der globalen Aufzugbranche grundlegend verschieben.
Das neue kombinierte Unternehmen käme auf mehr als 100.000 Beschäftigte und einen Jahresumsatz von knapp 20,5 Milliarden Euro. Damit würde Kone TK Elevator die bisherigen Branchenführer – darunter den US-amerikanischen Konzern Otis und den Schweizer Wettbewerber Schindler – deutlich überholen. Laut Kone soll das Potenzial für jährliche Kosteneinsparungen rund 700 Millionen Euro vor Steuern betragen. Kone gab sich laut Konzernangaben optimistisch, die notwendigen Genehmigungen zu erhalten.
Ähnliche Fusionswellen lassen sich in anderen Industriebranchen beobachten: Auch im Medienbereich sorgte der Kauf von Sky Deutschland durch RTL für Aufsehen und regulatorische Debatten, als der Streamingmarkt konsolidiert wurde.
Nicht alle begrüßen die geplante Übernahme. Die IG Metall äußerte scharfe Kritik und sprach von einem Angriff auf die Mitbestimmung. Die Gewerkschaft fürchtet, dass mit einer Übernahme durch den finnischen Konzern die in Deutschland bewährten Mitbestimmungsrechte der Beschäftigten geschwächt werden könnten. TK Elevator beschäftigt in Deutschland mehrere tausend Mitarbeiter.
Auch aus der Branche selbst kommt Gegenwind: Der Schweizer Aufzughersteller Schindler hat bereits angekündigt, sich gegen die Fusion zu stellen. Der Markt für Aufzüge und Fahrtreppen wird derzeit von vier großen Konzernen dominiert: Kone, TK Elevator, Otis und Schindler. Eine Fusion der ersten beiden würde das Oligopol deutlich verengen. In der deutschen Industrie beobachten Analysten zunehmend Konsolidierungsdruck – auch beim Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich steht die Aktie unter Druck, da die gesamte Branche mit strukturellen Herausforderungen kämpft.
Der Weg bis zum Abschluss des Deals dürfte lang werden. Wettbewerbshüter in Europa und anderen Regionen werden die Marktmacht des neuen Megakonzerns genau unter die Lupe nehmen. Kone gab sich laut Konzernangaben optimistisch, die notwendigen Genehmigungen zu erhalten, doch der Widerstand von Schindler deutet auf schwierige Verhandlungen hin. Für die rund 100.000 Beschäftigten der fusionierten Unternehmen bleibt die Frage offen, inwiefern die angestrebten Kosteneinsparungen Stellenabbau bedeuten könnten. Die IG Metall kündigte an, den Prozess kritisch zu begleiten und die Interessen der Arbeitnehmer entschieden zu vertreten.
Kone gilt als Pionier bei der Entwicklung von energieeffizienten und vernetzten Aufzugsystemen. TK Elevator bringt starke Marktanteile in Deutschland, Europa und Nordamerika mit. Analysten gehen davon aus, dass eine erfolgreiche Fusion die gesamte Branche unter Druck setzen würde, Kosten zu senken und Innovationsgeschwindigkeit zu erhöhen. Für Verbraucher könnte weniger Wettbewerb langfristig höhere Preise für Wartung und Neuinstallationen bedeuten.
Quellen: Handelsblatt, WirtschaftsWoche, CNBC, finanzen.net, dpa-AFX
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