Merz Rente Grundabsicherung: 69 Prozent der Deutschen fürchten Altersarmut

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Deutschland belegt laut OECD Taxing Wages 2026 Rang 2 der höchsten Steuerlast.

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Eine Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz zur gesetzlichen Rentenversicherung hat in Deutschland eine Welle der Verunsicherung ausgelöst. Merz hatte erklärt, die gesetzliche Rente werde künftig „allenfalls noch die Basisabsicherung“ für das Alter sein. Das Ergebnis: 69 Prozent der Deutschen berichten jetzt von Sorgen vor Altersarmut – so das Ergebnis einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag von „web.de News“, für die rund 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger befragt wurden.

Was Merz zur gesetzlichen Rente gesagt hat

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte den Vorstoß gemacht, die Rolle der gesetzlichen Rentenversicherung grundlegend neu zu definieren. In seiner Formulierung werde die gesetzliche Rente künftig lediglich als Basisabsicherung dienen – und nicht mehr als alleinige Versorgungsquelle im Alter reichen. Wie Merz seine Rentenaussage begründete, hatte bereits zuvor für breite Diskussionen gesorgt.

Der Vorstoß ist politisch hochbrisant: Er rührt an einem Grundversprechen des deutschen Wohlfahrtsstaats – dass jahrzehntelange Arbeit und Beitragszahlungen im Alter für einen gesicherten Lebensstandard ausreichen sollen. Genau das stellen Millionen Menschen nun in Frage.

Was die Umfrage zeigt: 69 Prozent fürchten Altersarmut

Die Civey-Befragung, die am Mittwoch und Donnerstag online durchgeführt wurde, zeichnet ein deutliches Bild: 69 Prozent der Deutschen geben an, nach der Merz-Aussage Sorgen vor Altersarmut zu haben. Nur 23 Prozent äußerten keine Bedenken, acht Prozent waren unentschieden.

Noch deutlicher fällt die Ablehnung des Konzepts selbst aus: Eine klare Mehrheit von 70 Prozent lehnt die Idee ab, die gesetzliche Rente zur reinen Grundabsicherung zu degradieren. Nur 19 Prozent halten den Merz-Vorschlag für sinnvoll. Auch im Fernsehen wurde der Rentenstreit zuletzt intensiv debattiert.

Wer sich am meisten sorgt

Besonders ausgeprägt sind die Sorgen bei jüngeren Menschen: In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen und der 40- bis 49-Jährigen äußern jeweils 77 Prozent Angst vor Altersarmut. Das ist bemerkenswert, denn gerade die Jüngsten – die noch am längsten in das System einzahlen werden – sind am stärksten verunsichert.

Überdurchschnittlich betroffen sind auch Familien mit Kindern im Haushalt. Nach Parteipräferenz zeigt sich: Anhänger der Linken sind mit 91 Prozent am stärksten besorgt, gefolgt von BSW-Wählern (85 Prozent) und AfD-Anhängern (80 Prozent). Aber auch unter Wählern der Regierungsparteien dürfte die Zahl der Beunruhigten erheblich sein.

Was das für die private Altersvorsorge bedeutet

Die politische Debatte hat unmittelbare praktische Konsequenzen. Wenn die gesetzliche Rente tatsächlich nur noch eine Basisabsicherung bieten soll, wäre private oder betriebliche Altersvorsorge für immer mehr Menschen unverzichtbar – nicht optional. Das betrifft besonders Geringverdiener, die kaum Spielraum für zusätzliche Ersparnisse haben.

Finanzexperten weisen darauf hin, dass ein solcher Systemwandel bei der Rente eine gesamtgesellschaftliche Debatte erfordert, nicht nur eine politische Ankündigung. Wie viel Geld tatsächlich im Alter ausreicht, hängt von vielen Faktoren ab: Wohnkosten, Gesundheitsausgaben und Lebenshaltungskosten entwickeln sich oft schneller als die Rentenanpassungen.

Die Civey-Umfrage zeigt: Die Bevölkerung hat die Botschaft von Merz verstanden – und reagiert mit Sorge. Ob die Bundesregierung daraus politische Konsequenzen zieht und konkrete Reformvorschläge für die Alterssicherung vorlegt, bleibt abzuwarten.

Quellen: Civey/web.de News, evangelisch.de, finanznachrichten.de, onvista.de (April 2026)

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