
Nach einem mutmaßlichen Messerangriff in Reutlingen hat die Polizei am Freitag, 5. Juni 2026, einen 36-jährigen Tatverdächtigen vorläufig festgenommen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Reutlingen war gegen 14.45 Uhr ein Hinweis eingegangen, dass sich der gesuchte Mann in einer Wohnung in der Oberamteistraße aufhalten könnte. Daraufhin seien polizeiliche Maßnahmen eingeleitet worden. Im weiteren Verlauf seien auch zusätzliche Einsatzkräfte hinzugezogen worden. Der Tatverdächtige soll noch versucht haben, durch einen Sprung aus einem Fenster zu flüchten. Anschließend sei er widerstandslos festgenommen worden.
Die Ermittlungen beziehen sich auf eine Auseinandersetzung am Dienstagabend, 2. Juni 2026, in einer städtischen Unterkunft in Reutlingen. Nach Angaben der Polizei soll sich der 36-Jährige gegen 20.45 Uhr in die Wohnung eines 38-jährigen Mannes begeben haben. Dort hätten sich auch zwei weitere Männer im Alter von 30 und 32 Jahren aufgehalten. Der Tatverdächtige soll sich nach Darstellung der Polizei sofort aggressiv verhalten haben. In der Folge soll es zu einer Auseinandersetzung und zu Handgreiflichkeiten gekommen sein.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Reutlingen soll der 36-Jährige die Anwesenden zunächst mit einem Messergriff traktiert haben. Im weiteren Verlauf soll er dem 38-jährigen Gastgeber mit dem Messer mehrere Schnittverletzungen zugefügt haben. Der schwer verletzte Mann wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht und noch in der Nacht operativ behandelt. Lebensgefahr habe nach Polizeiangaben nicht bestanden. Die beiden Männer im Alter von 30 und 32 Jahren seien leicht verletzt worden. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Der 36-Jährige war nach Angaben der Polizei nach der mutmaßlichen Tat zunächst geflüchtet. Die sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen seien zunächst erfolglos geblieben. Erst der Hinweis auf eine Wohnung in der Reutlinger Innenstadt führte am Freitag zur Festnahme. Die Polizei kündigte an, am kommenden Montag nachzuberichten. Weitere gesicherte Angaben zu einem möglichen Motiv, zum genauen Ablauf der Auseinandersetzung oder zu möglichen weiteren strafprozessualen Schritten lagen zunächst nicht vor. Deshalb bleibt die Darstellung auf die bisherigen Angaben der Polizei beschränkt.
Messerangriffe werden in der Polizeilichen Kriminalstatistik seit einigen Jahren gesondert erfasst. Für 2025 weist das Bundeskriminalamt bundesweit 29.243 Straftaten aus, bei denen ein Messerangriff registriert wurde. Das bedeutet einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Erfasst werden Fälle, in denen ein Messer unmittelbar gegen eine Person angedroht oder eingesetzt wird. Für Baden-Württemberg meldete das Innenministerium für 2025 dagegen einen Rückgang der Messerangriffe im öffentlichen Raum um elf Prozent auf knapp 1.200 Fälle. Der Fall in Reutlingen ist davon getrennt als einzelnes Ermittlungsverfahren zu betrachten.
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