
Die Schwerlastrakete New Glenn von Blue Origin, dem Raumfahrtunternehmen von Amazon-Gründer Jeff Bezos, ist erfolgreich zu ihrem dritten Flug ins All gestartet. Die leistungsstarke Rakete hob planmäßig ab und schien zunächst einen reibungslosen Verlauf zu nehmen. Doch schon kurz nach dem Start zeichnete sich eine schwerwiegende Panne ab: Der an Bord befindliche Satellit wurde in einer falschen Umlaufbahn abgesetzt und konnte seine vorgesehene Mission nicht erfüllen. Blue Origin bestätigte den Fehler noch am selben Tag in einer offiziellen Mitteilung.
Für Blue Origin und Jeff Bezos ist dieser Misserfolg ein erheblicher Rückschlag. Der Konzern steht im direkten Wettbewerb mit SpaceX von Elon Musk, dessen Falcon-9-Raketen seit Jahren zuverlässig Satelliten in die Erdumlaufbahn bringen. Die Bezos-Rakete New Glenn soll Blue Origin langfristig zu einem ernsthaften Konkurrenten auf dem kommerziellen Raumfahrtmarkt machen – doch Pannen wie diese bremsen das ehrgeizige Programm aus.
Nach Angaben von Blue Origin wurde der Satellit zwar plangemäß ausgeklinkt, landete jedoch nicht in der vorgesehenen Umlaufbahn. Stattdessen setzte die Oberstufe der Rakete den Satelliten auf einem zu niedrigen oder zu stark geneigten Kurs ab. Eine exakte Fehlerbeschreibung steht noch aus, doch Experten vermuten ein Problem mit dem Triebwerk der zweiten Stufe oder einem Steuerungsfehler im letzten Flugabschnitt.
Der betroffene Satellit ist für eine kommerzielle Nutzlast ausgelegt und gehört einem noch nicht namentlich genannten Kunden von Blue Origin. Es ist noch unklar, ob der Satellit durch eigene Triebwerke die korrekte Umlaufbahn noch erreichen kann oder ob die Mission als gescheitert gilt. Satellitenbetreiber halten in solchen Fällen oft einige Tage Funkverbindung, um eine Kurskorrektur zu versuchen.
New Glenn ist eine der größten Raketen der Welt und soll die Nutzlastkapazitäten von Blue Origin dramatisch erweitern. Mit einer Höhe von rund 98 Metern und der Fähigkeit, mehr als 45 Tonnen in den niedrigen Erdorbit zu transportieren, ist sie auf Augenhöhe mit der Falcon Heavy von SpaceX. Bereits beim zweiten Testflug demonstrierte New Glenn die erfolgreiche Bergung der ersten Stufe, was die Wiederverwendbarkeit des Systems unterstreicht.
Dennoch zeigt das aktuelle Missionsziel eine empfindliche Lücke: Die zuverlässige Platzierung von Nutzlasten in exakten Umlaufbahnen ist das Kernversprechen einer Trägerrakete. Solange dies nicht durchgehend gelingt, werden potenzielle Kunden zögern, ihre wertvollen Satelliten an Bord von New Glenn zu schicken.
Jeff Bezos hat Blue Origin mit dem erklärten Ziel gegründet, eines Tages Millionen von Menschen im All leben und arbeiten zu lassen. New Glenn ist dabei ein zentrales Werkzeug. Doch der Rückstand gegenüber SpaceX ist nach wie vor erheblich: Während Elon Musks Unternehmen bereits über 200 erfolgreiche Falcon-9-Starts verbucht hat und mit Starship an der nächsten Raketengenerationen arbeitet, kämpft Blue Origin noch um die Zuverlässigkeit seiner Erstrakete. Bezos investiert persönlich Milliarden in Blue Origin, doch Geld allein ersetzt keine erfolgreiche Missionshistorie.
Die Raumfahrtbranche beobachtet New Glenn genau – insbesondere weil Blue Origin große Ambitionen im Bereich der Mondmissionen hegt. Das Unternehmen hat einen Vertrag mit der NASA zur Entwicklung eines Mondlanders im Rahmen des Artemis-Programms. Weitere Pannen bei New Glenn könnten diesen strategisch wichtigen Auftrag gefährden.
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