
Ravensburger übernimmt Steiff: Der Spielwarenhersteller steigt mehrheitlich beim Plüschtierhersteller ein. Das gaben beide Unternehmen am Mittwoch, 17. Juni 2026, gemeinsam bekannt. Verkäufer ist die Steiff Beteiligungsgesellschaft, die von den Erben der Firmengründerin Margarete Steiff gehalten wird. Die Familie bleibt nach Unternehmensangaben weiter wesentlich an Steiff beteiligt. Die genaue Höhe der Beteiligung und der Kaufpreis wurden nicht genannt. Der Vollzug der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe.
Steiff soll auch nach dem Einstieg von Ravensburger eigenständig geführt werden. Der bisherige Sitz in Giengen an der Brenz bleibt nach Angaben der Unternehmen erhalten. Für die Familie waren die Eigenständigkeit der Marke und die Zukunft des Standorts zentrale Voraussetzungen der Partnerschaft. Konkrete Angaben zu Arbeitsplatzgarantien machten die Unternehmen in der Mitteilung nicht.
Mit der Übernahme rücken zwei der bekanntesten deutschen Spielwarenmarken enger zusammen. Ravensburger ist vor allem für Spiele, Puzzles, Kinderbücher und Produkte wie Tiptoi oder GraviTrax bekannt. Steiff steht seit mehr als 140 Jahren für hochwertige Plüschtiere und den bekannten Knopf im Ohr.
Die Steiff Beteiligungsgesellschaft wird von den Erben der Unternehmensgründerin Margarete Steiff gehalten. Mit dem Verkauf an Ravensburger will die Familie nach eigenen Angaben eine langfristige Perspektive für das Traditionsunternehmen schaffen. Frederik Reimann, Geschäftsführer der Steiff Beteiligungsgesellschaft, stellte dabei die Wahrung von Marke, Werten und Geschichte in den Mittelpunkt.
Ravensburger soll als strategischer Investor einsteigen. Ravensburger-Chef Clemens Maier hob in der Mitteilung die emotionale Stärke der Marke Steiff hervor. Steiff passe zu Ravensburgers Selbstverständnis, Spielzeug für Kopf, Hand und Herz zu entwickeln.
Auch Steiff selbst verbindet mit der Partnerschaft langfristige Ziele. Frank Rheinboldt, CEO der Margarete Steiff GmbH, sieht durch Ravensburger einen Rahmen, um die Marke weiterzuentwickeln, internationale Potenziale besser zu nutzen und die Tradition des Unternehmens mit neuen Impulsen zu verbinden.
Damit geht es bei der Übernahme nicht nur um Eigentumsverhältnisse, sondern auch um die künftige Positionierung in einem internationalen Spielwarenmarkt. Ravensburger bringt ein breites Vertriebsnetz, Markenkompetenz und Erfahrung mit internationalen Spielwarenmärkten ein. Steiff bleibt nach Darstellung der Unternehmen als Premium-Marke mit handwerklicher und emotionaler Tradition positioniert.
Ravensburger gehört zu den großen europäischen Spielwarenunternehmen. Die Gruppe erzielte 2025 nach Unternehmensangaben einen Umsatz von rund 740 Millionen Euro. Nach zwei Jahren mit starkem Wachstum ging der Gesamtumsatz zurück, während das Kerngeschäft rund um Spiele, Puzzles und Bücher zulegte. Das Geschäft mit Sammelkarten normalisierte sich nach einer außergewöhnlich erfolgreichen Startphase.
Steiff ist deutlich kleiner, aber als Marke international bekannt. Die Steiff Gruppe wurde 1880 in Giengen an der Brenz gegründet. Zur Struktur gehören neben der Margarete Steiff GmbH auch weitere Gesellschaften unter dem Dach der Steiff Beteiligungsgesellschaft. Nach Medienangaben auf Basis des Unternehmensregisters lag der Umsatz der Gruppe 2023 bei rund 94 Millionen Euro. Mehr als zwei Drittel davon entfielen demnach auf das Spielzeuggeschäft.
Offen bleibt, wie hoch Ravensburgers Anteil genau ist. Bestätigt ist nur, dass es sich um eine Mehrheitsbeteiligung handelt und dass die Erben der Firmengründerin weiterhin wesentlich beteiligt bleiben. Auch zum Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben. Die Transaktion ist außerdem noch nicht abgeschlossen. Sie steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe. Die beteiligten Unternehmen gehen davon aus, dass die Genehmigung innerhalb der üblichen Prüfungsfristen erteilt wird.
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