Sinkende Ölpreise treiben Reiseaktien an der Wall Street

Intel Aktie – Kursanstieg an der Nasdaq
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der deutliche Rückgang der Ölpreise hat am Mittwoch Reise- und Tourismuswerte an der US-Börse gestützt. Besonders stark legten Aktien aus dem Airline- und Online-Reisesektor zu. United Airlines gewann nach Schlusskursdaten 7,40 Prozent auf 130,54 Dollar. Expedia stieg um 6,97 Prozent auf 262,15 Dollar. Booking Holdings rückte um 7,29 Prozent auf 181,25 Dollar vor.

Auslöser war vor allem die Entspannung am Ölmarkt. Brent-Rohöl fiel am Mittwoch um 3,34 Dollar auf 73,74 Dollar je Barrel. Die US-Sorte WTI sank um 2,87 Dollar auf 70,34 Dollar. WTI war im Handelsverlauf kurzzeitig sogar unter die Marke von 70 Dollar gefallen.

Ölpreise fallen wegen nachlassender Angebotsrisiken

Der Preisrückgang am Ölmarkt wurde vor allem mit einer Entspannung rund um die Straße von Hormus erklärt. Nach Reuters-Angaben kamen wieder mehr Tankerbewegungen in Gang. Rund 20 Millionen Barrel Öl sollen innerhalb eines Tages die Meerenge verlassen haben. Dadurch ließ die zuvor eingepreiste Sorge vor massiven Lieferausfällen nach.

Für den Ölmarkt ist die Straße von Hormus zentral, weil dort ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels transportiert wird. Wenn die Durchfahrt als unsicher gilt, steigt üblicherweise die Risikoprämie im Ölpreis. Lässt diese Sorge nach, kann der Preis deutlich fallen. Genau diese Bewegung zeigte sich am Mittwoch.

United Airlines profitiert besonders stark

Für Fluggesellschaften sind niedrigere Ölpreise besonders relevant, weil Treibstoffkosten einen erheblichen Teil der operativen Kosten ausmachen. Sinkt der Ölpreis, verbessert sich die Erwartung an die Margen der Airlines, sofern Ticketpreise und Nachfrage stabil bleiben. Deshalb reagierten Airline-Aktien besonders sensibel auf die Bewegung am Rohölmarkt.

United Airlines gehörte mit einem Plus von 7,40 Prozent zu den auffälligen Gewinnern. Auch der breitere Airline-Sektor legte deutlich zu. Laut Reuters stieg der S&P 500 Passenger Airlines Index um 5,2 Prozent und erreichte ein Rekordhoch.

Expedia und Booking steigen mit dem Reisesektor

Nicht nur Airlines profitierten von der besseren Stimmung. Auch Online-Reisewerte legten deutlich zu. Expedia gewann 6,97 Prozent, Booking Holdings stieg um 7,29 Prozent. Reuters berichtete, dass Online-Reiseunternehmen wie Booking Holdings und Expedia im Zuge der Entspannung zwischen 7 und 10 Prozent zulegten.

Bei diesen Unternehmen wirkt der Ölpreis nicht direkt über Treibstoffkosten wie bei Airlines. Die Marktreaktion erklärt sich eher über die Erwartung, dass niedrigere Energiepreise und weniger geopolitische Belastung die Reisestimmung stabilisieren können. Zudem sinkt bei Airlines der Kostendruck, was der gesamten Reisebranche zugutekommt.

Marktumfeld bleibt gemischt

Die Stärke der Reiseaktien stand in einem gemischten Gesamtmarkt. Der Dow Jones Industrial Average stieg am Mittwoch um 0,35 Prozent, während der S&P 500 um 0,10 Prozent und der Nasdaq Composite um 0,43 Prozent nachgaben. Belastet wurden die großen Indizes vor allem durch schwächere Technologiewerte.

Damit war die Bewegung kein breiter Risikoaufschwung über alle Sektoren hinweg, sondern vor allem eine Rotation in Branchen, die direkt oder indirekt von niedrigeren Ölpreisen profitieren. Reise- und Industriewerte stützten den Dow, während Tech-Werte den S&P 500 und den Nasdaq belasteten.

Niedrigere Ölpreise helfen nicht automatisch den Reisenden

Für Verbraucher bedeutet ein fallender Ölpreis nicht zwangsläufig sofort günstigere Flugtickets. Reuters berichtete bereits zuvor, dass Airlines die Entlastung bei den Treibstoffkosten zunächst eher zur Stabilisierung ihrer Margen nutzen könnten. Zugleich bleibt die Kapazität in Teilen des Marktes begrenzt, was schnelle Preissenkungen erschwert.

Für Anleger war am Mittwoch dennoch entscheidend, dass der größte Kostentreiber der Branche nachgab. Die Kursgewinne bei United Airlines, Expedia und Booking Holdings spiegelten deshalb vor allem die Erwartung wider, dass der Ölpreisrückgang die Ertragslage und die Stimmung im Reisesektor kurzfristig entlastet.

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