
RTL Deutschland und Sky Deutschland bauen nach ihrem Zusammenschluss rund 500 weitere Stellen ab. Die Arbeitsplätze sollen bis Ende 2027 wegfallen, wobei der überwiegende Teil des Abbaus bereits im laufenden Jahr 2026 erfolgen soll. Das Unternehmen bestätigte die Größenordnung am Donnerstag. Wie sich die Stellen auf RTL und Sky verteilen und welche Bereiche besonders betroffen sind, wurde zunächst nicht mitgeteilt.
Der RTL und Sky Stellenabbau ist Teil der Integration beider Medienunternehmen. RTL hatte Sky Deutschland im Juni vollständig übernommen. Seitdem werden Strukturen, Zuständigkeiten und Geschäftsbereiche zusammengeführt. Nach Angaben des Unternehmens sollen dabei unter anderem Doppelstrukturen reduziert und Verantwortlichkeiten gebündelt werden.
Der Abbau soll nach Angaben von RTL sozialverträglich und in Abstimmung mit den zuständigen Betriebsräten erfolgen. Dabei sollen unter anderem auslaufende Verträge nicht verlängert und frei werdende Stellen teilweise nicht wieder besetzt werden. Auf diesem Weg will das Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen möglichst vermeiden.
Welche Standorte, Abteilungen oder Tätigkeitsfelder konkret betroffen sein werden, blieb zunächst offen. Auch eine genaue Aufteilung der rund 500 Stellen zwischen RTL Deutschland und Sky Deutschland wurde nicht veröffentlicht. Weitere Einzelheiten sollen innerhalb des Unternehmens im Zuge der laufenden Integration geklärt werden.
Die RTL Group hatte die Übernahme von Sky Deutschland bereits im Juni 2025 angekündigt. Nach der Genehmigung durch die Europäische Kommission wurde die Transaktion zum 1. Juni 2026 abgeschlossen. RTL übernahm dabei die Sky-Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie weitere Kundenbeziehungen in Teilen des deutschsprachigen Marktes.
Mit dem Zusammenschluss gehören nun unter anderem RTL+, Sky und der Streamingdienst WOW zu einem gemeinsamen Medienkonzern. Zum Zeitpunkt des Abschlusses sprach die RTL Group von rund 12,3 Millionen zahlenden Abonnenten in der DACH-Region. Gleichzeitig bündelt das Unternehmen ein breites Angebot aus frei empfangbarem Fernsehen, Bezahlfernsehen, Streaming, Unterhaltung, Nachrichten und umfangreichen Sportrechten.
RTL hatte den Erwerb auch mit dem zunehmenden Wettbewerb durch internationale Streaminganbieter begründet. Ziel ist ein größeres deutschsprachiges Angebot, das klassische Fernsehsender, Streamingdienste und Pay-TV unter einem Konzerndach verbindet.
Mit der Zusammenführung verbindet die RTL Group erhebliche Einsparziele. Innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der Übernahme sollen jährlich Synergien von rund 250 Millionen Euro erreicht werden. Nach Unternehmensangaben soll der größte Teil aus Kostensynergien entstehen. Dazu zählen Einsparungen bei Inhalten und Sachkosten ebenso wie die Zusammenlegung bislang paralleler Strukturen.
Der nun angekündigte Personalabbau ist damit ein weiterer Schritt des umfangreichen Umbaus. Bereits Ende 2025 hatte RTL Deutschland angekündigt, im Zuge einer organisatorischen Neuausrichtung rund 600 Stellen abzubauen. Damals begründete das Unternehmen die Maßnahmen unter anderem mit der zunehmenden Verlagerung der Fernsehnutzung zum Streaming sowie mit wirtschaftlichem Druck im deutschen Werbemarkt.
Zusammengenommen betrifft der bereits angekündigte und der nun folgende Stellenabbau damit Größenordnungen von rund 1.100 Stellen. Die beiden Programme haben allerdings unterschiedliche Hintergründe. Der frühere Abbau war Teil der strategischen Neuausrichtung von RTL Deutschland, während die zusätzlichen rund 500 Stellen unmittelbar mit der Zusammenführung von RTL und Sky verbunden sind.
Mit Sky hat RTL vor allem sein Angebot bei Live-Sport und Bezahlfernsehen deutlich erweitert. Sky verfügt unter anderem über umfangreiche Rechte an der Fußball-Bundesliga, dem DFB-Pokal, der englischen Premier League und der Formel 1. RTL bringt neben seinen frei empfangbaren Sendern den Streamingdienst RTL+ sowie ein umfangreiches Unterhaltungs- und Informationsangebot ein.
Für die RTL Group ist die Integration damit nicht nur ein Sparprogramm, sondern Teil eines größeren Umbaus ihres Geschäftsmodells. Der Konzern setzt stärker auf Abonnementeinnahmen und Streaming, während das klassische werbefinanzierte Fernsehen seit Jahren unter strukturellem Druck steht. Wie die neue Organisation nach Abschluss des Stellenabbaus im Detail aussehen wird, ist bislang nicht bekannt.






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