Speicherpreise treiben Samsung und SK Hynix an

Intel Aktie – Kursanstieg an der Nasdaq
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Seoul. Der weltweite Boom bei künstlicher Intelligenz verändert den Markt für Speicherchips grundlegend. Samsung Electronics und SK Hynix zählen zu den größten Profiteuren stark steigender Preise für DRAM, NAND Flash und Hochleistungsspeicher wie HBM. Beide südkoreanischen Konzerne profitieren davon, dass Rechenzentren, Cloudanbieter und KI-Unternehmen deutlich mehr leistungsfähigen Speicher benötigen. Zugleich geraten Hersteller von PCs, Smartphones und SSDs unter Druck, weil Speicherkomponenten teurer und knapper werden.

Samsung meldet Rekordquartal im Speichergeschäft

Samsung Electronics hat im ersten Quartal 2026 neue Höchstwerte gemeldet. Der Konzern kam auf einen Umsatz von 133,9 Billionen Won und einen operativen Gewinn von 57,2 Billionen Won. Besonders stark entwickelte sich die Halbleitersparte Device Solutions. Sie erzielte 81,7 Billionen Won Umsatz und 53,7 Billionen Won operativen Gewinn.

Samsung führte die Entwicklung unter anderem auf die hohe Nachfrage nach KI-Speicherprodukten, begrenzte Verfügbarkeit und gestiegene durchschnittliche Verkaufspreise zurück. Das Speichergeschäft erreichte nach Unternehmensangaben Rekordwerte bei Umsatz und operativem Gewinn. Für das zweite Quartal stellte Samsung weiter robuste Nachfrage im Umfeld des Ausbaus von KI-Infrastruktur in Aussicht.

SK Hynix profitiert besonders stark von HBM

Noch stärker auf Speicherchips ausgerichtet ist SK Hynix. Das Unternehmen meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 52,5763 Billionen Won, einen operativen Gewinn von 37,6103 Billionen Won und einen Nettogewinn von 40,3459 Billionen Won. Die operative Marge lag nach Unternehmensangaben bei 72 Prozent. Offiziell bestätigt war damit ein Rekordquartal, das vor allem mit starker KI-Nachfrage nach höherwertigen Produkten begründet wurde.

Zu den Treibern zählen HBM, hochkapazitive Server-DRAM-Module und Enterprise-SSDs. HBM steht für High Bandwidth Memory. Diese Speicherchips werden in KI-Systemen eingesetzt, weil sie große Datenmengen sehr schnell verarbeiten können. SK Hynix hat sich in diesem Segment früh positioniert und gilt als wichtiger Zulieferer für KI-Hardware.

DRAM und NAND werden deutlich teurer

Der Preisanstieg betrifft nicht nur Spezialprodukte für KI-Rechenzentren. Auch klassische Speichersegmente werden teurer. TrendForce erwartete für das zweite Quartal 2026 bei konventionellem DRAM einen Anstieg der Vertragspreise um 58 bis 63 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Für NAND Flash rechnete der Marktforscher mit einem Plus von 70 bis 75 Prozent.

Als Grund nennt TrendForce vor allem die Verschiebung von Produktionskapazitäten. DRAM-Hersteller priorisieren HBM und Serveranwendungen. Bei NAND wird mehr Kapazität für Enterprise-SSDs genutzt. Dadurch wird das Angebot für PC-Hersteller, Smartphone-Anbieter und andere Endgeräteproduzenten knapper. Selbst bei schwächerer Nachfrage in einzelnen Endmärkten können die Preise deshalb weiter steigen.

Hohe Preise sind für Samsung auch ein Problem

Samsung profitiert als Speicherhersteller von höheren Preisen. Gleichzeitig ist der Konzern selbst ein großer Käufer von Speicherkomponenten, weil er Smartphones, Tablets, Fernseher und andere Elektronikgeräte verkauft. Dadurch wirkt der Speicherboom innerhalb des Konzerns in zwei Richtungen. Die Halbleitersparte erzielt hohe Margen, während andere Bereiche steigende Materialkosten bewältigen müssen.

Diese Doppelrolle macht die Lage komplex. Für reine Speicheranbieter wie SK Hynix ist der direkte Nutzen der höheren Preise klarer sichtbar. Bei Samsung hängt die Gesamtwirkung stärker davon ab, ob die Gewinne der Halbleitersparte die Kostenbelastungen in den Gerätebereichen überwiegen.

Langfristige Lieferverträge sollen Schwankungen abfedern

Die Speicherbranche ist traditionell stark zyklisch. In früheren Aufschwüngen bauten Hersteller neue Kapazitäten auf, die später auf eine schwächere Nachfrage trafen. Danach fielen Preise und Gewinne häufig schnell. Aktuell versuchen Samsung, SK Hynix und der US-Konkurrent Micron, diese Schwankungen durch langfristige Liefervereinbarungen mit großen Kunden abzufedern.

Solche Vereinbarungen können Liefermengen sichern und Investitionen planbarer machen. Sie ändern aber nichts daran, dass der Markt von der tatsächlichen KI-Nachfrage abhängig bleibt. Sollte der Ausbau von Rechenzentren langsamer verlaufen als erwartet, könnten auch Speicherpreise und Margen wieder unter Druck geraten. Eine unabhängige Bestätigung dafür, dass der aktuelle Zyklus dauerhaft stabiler bleibt als frühere Aufschwünge, liegt nicht vor.

Speicherchips werden zur strategischen Infrastruktur

Die Entwicklung zeigt, wie stark sich die Rolle von Speicherchips verschoben hat. DRAM und NAND galten lange als austauschbare Standardkomponenten. Durch KI-Anwendungen, große Sprachmodelle und datenintensive Rechenzentren werden sie zunehmend zu strategischen Bausteinen der digitalen Infrastruktur.

Für Samsung und SK Hynix eröffnet das hohe Gewinnchancen. Für die übrige Elektronikbranche bedeutet es höhere Beschaffungskosten und mehr Abhängigkeit von wenigen großen Anbietern. Entscheidend wird sein, ob neue Kapazitäten rechtzeitig aufgebaut werden können, ohne den Markt später wieder in ein Überangebot zu führen. Genau darin liegt das Risiko des aktuellen Speicherbooms.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu