
Der Schweizer Aktienmarkt steht vor einem größeren Wechsel in seinem wichtigsten Börsenbarometer. Mit Handelsbeginn am Montag, 21. September 2026, werden Sandoz und Galderma in den Swiss Market Index aufgenommen. Dafür scheiden Swisscom und Kühne+Nagel aus dem SMI aus und wechseln in den Index der mittelgroßen Schweizer Unternehmen, den SMIM.
Die Schweizer Börsenbetreiberin SIX hatte den Umbau bereits am 8. Juli beschlossen. Technisch wurden die Indexkörbe nach Börsenschluss am Freitag, 18. September, angepasst. Wirksam wird die neue Zusammensetzung zum Handelsstart am Montag.
Der SMI umfasst 20 der größten und liquidesten Aktien des Schweizer Marktes. Maßgeblich für die Auswahl sind unter anderem die um den Streubesitz bereinigte Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz. Die Zusammensetzung des Leitindex wird regulär einmal jährlich im September angepasst.
Sandoz gehört erst seit Oktober 2023 als eigenständiges Unternehmen zum Schweizer Aktienmarkt. Der Hersteller von Generika und Biosimilars war von Novartis abgespalten worden und startete damals mit einer Marktkapitalisierung von rund 10,3 Milliarden Franken an der SIX. Zunächst wurde Sandoz unter anderem in den SMIM aufgenommen. Knapp drei Jahre später folgt nun der Aufstieg in den SMI.
Noch jünger ist die Börsengeschichte von Galderma. Der Dermatologie-Konzern ging im März 2024 an die Schweizer Börse. Beim ersten Handel lag die Marktkapitalisierung bei rund 14,5 Milliarden Franken. Das Platzierungsvolumen des Börsengangs lag bei rund zwei Milliarden Franken und war nach Angaben von SIX das größte bei einem Schweizer IPO seit 2017.
Mit den beiden Neuzugängen verändert sich auch die Branchenstruktur des Schweizer Leitindex. Galderma und Sandoz ergänzen dort bereits vertretene Gesundheitsunternehmen wie Roche, Novartis, Lonza und Alcon. Nach Berechnungen der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA steigt der Anteil der Gesundheitsunternehmen am SMI durch die Umstellung von rund 36 auf etwa 40 Prozent.
Besonders Galderma hat zuletzt starkes Wachstum ausgewiesen. Der Konzern erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 3,134 Milliarden US-Dollar. Zu konstanten Wechselkursen entsprach dies einem Anstieg um 24,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen ist unter anderem in der ästhetischen Dermatologie, Hautpflege und therapeutischen Dermatologie tätig.
Sandoz wiederum zählt zu den großen internationalen Anbietern von Generika und Biosimilars. Für 2025 hatte das Unternehmen einen Kern-EBITDA von 2,4 Milliarden US-Dollar ausgewiesen.
Der Austritt aus dem SMI ist nicht mit einem Ausscheiden aus dem Schweizer Aktienmarkt verbunden. Swisscom und Kühne+Nagel bleiben börsennotiert und wechseln in den SMIM. Der Abstieg ist das Ergebnis der festgelegten Indexregeln und der relativen Position der Unternehmen gegenüber anderen Schweizer Börsentiteln.
Swisscom erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Gruppenumsatz von 7,221 Milliarden Franken. Das waren drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Reingewinn erhöhte sich zugleich um 6,9 Prozent auf 668 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr bestätigte der Telekommunikationskonzern seine Prognose.
Auch Kühne+Nagel meldete zuletzt steigende Ergebnisse. Im zweiten Quartal 2026 erhöhte sich der Nettoumsatz nach Unternehmensangaben um acht Prozent auf 6,6 Milliarden Franken. Das operative Ergebnis EBIT stieg um elf Prozent auf 381 Millionen Franken. Das Logistikunternehmen hob daraufhin seine Prognose für das bereinigte EBIT des Gesamtjahres an.
Die Bedeutung der Änderung reicht über die vier betroffenen Unternehmen hinaus. Der SMI bildet nach Angaben von SIX ungefähr 75 Prozent der gesamten Kapitalisierung des Schweizer Aktienmarktes ab und dient weltweit als Grundlage für Indexfonds, ETFs, strukturierte Produkte und Derivate.
Produkte, die den SMI möglichst genau nachbilden, müssen ihre Portfolios an dessen neue Zusammensetzung anpassen. Deshalb können Indexaufnahmen und Indexaustritte zusätzliche Käufe beziehungsweise Verkäufe der betroffenen Aktien auslösen. Wie groß diese Umschichtungen im konkreten Fall ausfallen, hängt von den jeweiligen Anlageprodukten und deren verwaltetem Vermögen ab.
Für die Gewichtung innerhalb des SMI zählt die aktuelle Marktkapitalisierung des frei handelbaren Aktienanteils. Einzelne Titel werden dabei auf ein Indexgewicht von 18 Prozent begrenzt. Der Umbau zum 21. September ändert damit nicht nur vier Namen in der Mitgliederliste. Er verschiebt den Schwerpunkt des wichtigsten Schweizer Börsenbarometers zugleich weiter in Richtung Gesundheitswirtschaft.
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