
Stellantis Opel plant den massiven Umbau seines Entwicklungszentrums in Rüsselsheim: Rund 650 von aktuell 1.650 Ingenieuren sollen ihren Arbeitsplatz verlieren. Das Besondere an der Situation: Gleichzeitig verbucht Opel Rekordsales in Deutschland und Europa.
Das Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim soll von rund 1.650 auf 1.000 Ingenieure schrumpfen. Stellantis plant damit den Abbau von etwa 650 Stellen, was einem Rückgang von rund 40 Prozent der Belegschaft im Entwicklungsbereich entspricht. Der Konzern will das Zentrum in ein effizientes Tech Center umwandeln, das als Teil der globalen PDT-Organisation (Product Development & Technology) weiterarbeitet. Die Maßnahmen sollen erst nach einer Anhörung des Betriebsrats und einem konstruktiven Dialog mit den Sozialpartnern umgesetzt werden, teilte das Unternehmen mit.
Der Schritt zeigt, dass der Druck auf deutsche Automobilstandorte anhält. Auch Autozulieferer wie Mahle bauen weiter Stellen ab und stehen vor einem ähnlichen Wandel. Dennoch bekennt sich Stellantis zum Rüsselsheimer Standort: Parallel zum Stellenabbau investiert der Konzern in den Green Campus, ein neues Forschungs-, Entwicklungs- und Designzentrum auf dem historischen Opel-Gelände.
Dass das Unternehmen trotz Stellenabbau auf Wachstumskurs ist, zeigen die jüngsten Verkaufszahlen. Im ersten Quartal 2026 steigerte Opel die weltweiten Pkw-Verkäufe um 39 Prozent auf 33.600 Einheiten, der Marktanteil in Deutschland stieg von 3,9 auf 4,7 Prozent. Allein im April 2026 wurden in Deutschland rund 11.500 Opel-Pkw neu zugelassen, ein Plus von 20,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Opel Corsa ist seit mehr als fünf Jahren ununterbrochen Deutschlands meistverkaufter Kleinwagen.
Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist die Elektromobilität: Gut jeder fünfte in Deutschland verkaufte neue Opel fährt mittlerweile rein elektrisch, der E-Auto-Anteil stieg um sieben Prozentpunkte auf 20,7 Prozent. Wie sich der Wandel zur Elektromobilität in Deutschland vollzieht, ist auch für Kommunen wie Münster ein relevantes Thema.
Das umstrukturierte Tech Center soll weiterhin die Entwicklung von Opel- und Vauxhall-Modellen verantworten. Hinzu kommen gruppenweite Zukunftsthemen: Beleuchtungstechnik, KI-Integration in der Produktion, Fahrerassistenzsysteme und Batterieentwicklung. Stellantis betont, der Standort werde dadurch wettbewerbsfähiger und zukunftssicherer. Rüsselsheim bleibt damit ein zentraler Knotenpunkt im globalen Entwicklungsnetzwerk des Konzerns.
Opel gehört seit 2021 zum Stellantis-Konzern, der aus dem Zusammenschluss von Fiat-Chrysler und PSA entstand. Nach fast 19 Jahren Verlustgeschäft ist die Marke seit 2018 wieder profitabel. Bis 2028 will Opel den Verbrenner vollständig aus dem Programm streichen. Modelle wie der Corsa Electric und der Frontera Electric sind bereits für unter 30.000 Euro erhältlich. Das langfristige Ziel ist ein vollwertiges Elektroauto für rund 25.000 Euro, das Elektromobilität einem breiteren Publikum zugänglich machen soll.
Quellen: finanznachrichten.de, hessenschau.de, electrive.net, ecomento.de, Stellantis Media, Handelsblatt (April 2026)
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