
US-Präsident Donald Trump will den geplanten Triumphbogen in Washington nicht nur als monumentales Bauwerk nutzen. Nach seinen Angaben soll die rund 76 Meter hohe Anlage zugleich militärische Funktionen übernehmen. Vorgesehen seien unter anderem die Lagerung und schnelle Nutzung zahlreicher Drohnen sowie Positionen für Scharfschützen auf dem Dach und im Bereich der Plaza. Auch Munition solle dort gelagert werden.
Trump veröffentlichte die neuen Angaben am Sonntag, 20. September 2026, auf seiner Plattform Truth Social. Dort erklärte er, er habe einer Umwandlung des geplanten Triumphbogens in einen militärisch nutzbaren Komplex zugestimmt. Nach seinen Worten gehe die Änderung auf einen ausdrücklichen Wunsch des US-Militärs zurück.
Eine Bestätigung dieser Darstellung durch das Pentagon lag zunächst nicht vor. Damit ist zwar Trumps Ankündigung selbst belegt, nicht jedoch unabhängig bestätigt, dass die Streitkräfte eine entsprechende Nutzung verlangt haben. Auch konkrete Angaben dazu, welche Teilstreitkräfte oder militärischen Einrichtungen den Standort betreiben könnten, waren zunächst nicht bekannt.
Nach Trumps Darstellung sollen in dem Bauwerk größere Mengen an Drohnen untergebracht werden, die bei Bedarf schnell eingesetzt werden könnten. Außerdem nannte er Scharfschützenpositionen auf dem Dach und in den Außenbereichen sowie Lagerflächen für entsprechende Munition. Damit würde der geplante Bau deutlich über die ursprünglich vorgesehene Funktion als nationales Denkmal hinausgehen.
Der Triumphbogen soll am Memorial Circle nahe der Arlington Memorial Bridge und dem Arlington National Cemetery entstehen. Das Projekt ist Teil der Planungen zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten. Vorgesehen ist ein Bauwerk mit einer Höhe von etwa 250 Fuß, umgerechnet rund 76 Metern.
Der National Park Service beschreibt das Projekt als monumentalen Bogen, der an historische Triumphbögen anknüpfen und an die Gründungsprinzipien der Vereinigten Staaten erinnern soll. Der Standort liegt an einer repräsentativen Achse zwischen Arlington National Cemetery, der Arlington Memorial Bridge und dem Lincoln Memorial.
Die Dimensionen würden den Bogen zu einem der auffälligsten neuen Bauwerke im monumentalen Zentrum der US-Hauptstadt machen. Das Lincoln Memorial ist deutlich niedriger. Entsprechend beschäftigt sich das Genehmigungsverfahren auch mit der Frage, wie stark das Bauwerk bestehende Sichtachsen und historische Anlagen verändern würde.
Der National Park Service hat mögliche Beeinträchtigungen zahlreicher historischer Bereiche untersucht. Dazu gehören Teile des Memorial Avenue Corridor, das Umfeld des Lincoln Memorial sowie weitere Flächen und Bauwerke im monumentalen Zentrum von Washington.
In den Planungsunterlagen werden nachteilige Auswirkungen auf historische Eigenschaften der Umgebung beschrieben. Besonders betroffen ist die bestehende Verbindung zwischen Arlington National Cemetery, der Arlington Memorial Bridge und dem Lincoln Memorial. Die Bundesbehörde verfolgt das Projekt dennoch weiter und hat dafür ein Verfahren nach den Vorschriften zum Schutz historischer Stätten eingeleitet.
Gegen den Bau gibt es außerdem juristischen Widerstand. Drei Veteranen und ein Architekturhistoriker haben Klage eingereicht. Sie vertreten die Auffassung, dass für das Vorhaben eine Zustimmung des Kongresses erforderlich sei. Über diese Rechtsfrage war zunächst nicht abschließend entschieden.
Auch die Nähe zum Ronald Reagan Washington National Airport spielt bei den Planungen eine Rolle. Die US-Luftfahrtbehörde FAA kam im September zu dem Ergebnis, dass der geplante Bogen unter bestimmten Bedingungen keine Gefahr für den Flugverkehr darstelle.
Vorgesehen ist unter anderem eine dauerhafte Beleuchtung. Zusätzlich soll an der Spitze des Bauwerks eine weithin sichtbare Flamme angebracht werden, damit Piloten die Konstruktion leichter erkennen können. Die Prüfung der FAA betrifft die Sicherheit des Luftverkehrs und ersetzt nicht die übrigen Genehmigungsschritte für das Bauprojekt.
Das Vorhaben hat bereits mehrere Planungsschritte durchlaufen. Die US Commission of Fine Arts hat sich mit dem Entwurf befasst und dem Konzept grundsätzlich zugestimmt. Eine abschließende Genehmigung aller zuständigen Stellen lag am 20. September jedoch noch nicht vor.
Die National Capital Planning Commission soll sich erneut mit dem Projekt beschäftigen. Damit sind sowohl Details des Entwurfs als auch die endgültige Freigabe weiterhin Gegenstand des laufenden Verfahrens.
Trumps neue Ankündigung erweitert das Projekt nun um eine sicherheitspolitische Komponente. Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass Trump selbst den Triumphbogen zusätzlich für Drohnen, Scharfschützen und Munitionslager nutzen will. Ob und in welcher Form das Pentagon diese Pläne übernimmt und ob die militärischen Elemente in die endgültigen Bauunterlagen aufgenommen werden, war zunächst offen.






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