
RB Leipzig hat Ole Werner bei RB Leipzig entlassen und damit eine der überraschendsten Trainerentscheidungen des Bundesliga-Sommers getroffen. Der 38-Jährige muss nach nur einer Saison als Cheftrainer gehen, obwohl er den Klub auf Platz drei geführt und die Rückkehr in die Champions League geschafft hatte. Die Entscheidung teilte der Bundesligist am Mittwoch offiziell mit. Neben Werner wurden auch die Co-Trainer Tom Cichon und Patrick Kohlmann freigestellt.
Nach Angaben des Vereins fiel die Entscheidung nach einer abschließenden Analyse der abgelaufenen Saison. Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer erklärte, man habe am Dienstagabend beschlossen, die Position des Cheftrainers neu zu besetzen. Als Begründung nannte der Klub keine sportliche Krise, sondern den Wunsch nach einer anderen inhaltlichen Ausrichtung. Schäfer sprach von einer notwendigen Weiterentwicklung und einer veränderten Herangehensweise für die kommenden Aufgaben. Damit endet Werners Zeit in Leipzig deutlich früher als ursprünglich geplant, denn sein Vertrag lief noch bis 2027.
Sportlich wirkt der Schritt auf den ersten Blick widersprüchlich. RB Leipzig beendete die Bundesliga-Saison 2025/26 auf Rang drei. Die offizielle Bundesliga-Tabelle weist für Leipzig 34 Spiele, 20 Siege, fünf Unentschieden, neun Niederlagen und 65 Punkte aus. Damit lag der Klub hinter Bayern München und Borussia Dortmund, aber vor dem VfB Stuttgart. Auch die Rückkehr in die Champions League war geschafft. Nach außen erfüllte Werner damit zentrale Saisonziele, zumal RB in der Vorsaison noch das internationale Geschäft verpasst hatte.
Der Verein selbst bleibt bei der Begründung zurückhaltend. Aus der offiziellen Linie lässt sich vor allem ableiten, dass RB Leipzig nicht nur Ergebnisse, sondern auch Spielweise und Entwicklungsperspektive bewertet hat. Medienberichte beschreiben seit Tagen interne Zweifel an Werners Ansatz. Demnach soll es vor allem um die Frage gegangen sein, ob die von ihm entwickelte Spielidee langfristig zum Anspruch des Klubs passt. Sky berichtete bereits vor der offiziellen Trennung, dass Werners Zukunft intern mehrfach diskutiert worden sei und das globale Red-Bull-Fußballteam um Jürgen Klopp eine Freistellung befürwortet habe. Diese Angaben sind Berichte, keine offiziell bestätigten Entscheidungsdetails.
Einen neuen Cheftrainer hat RB Leipzig zunächst nicht offiziell präsentiert. Der Klub kündigte lediglich an, zeitnah über die Nachfolge und die Zusammensetzung des Trainerteams informieren zu wollen. Nach übereinstimmenden Medienberichten gilt Martín Demichelis als möglicher Nachfolger. Der frühere Bayern-Profi war zuletzt Trainer von RCD Mallorca. Eine offizielle Bestätigung für Demichelis als neuen RB-Trainer liegt nach den bislang belastbaren Informationen aber noch nicht vor. Deshalb bleibt die Personalie im Artikel klar als Kandidatur beziehungsweise Medienbericht einzuordnen.
Mit der Entlassung von Ole Werner erhöht RB Leipzig zugleich den Druck auf die eigene sportliche Führung. Der Klub trennt sich nicht von einem Trainer nach einer enttäuschenden Saison, sondern von einem Coach, der die Champions League erreicht hat. Genau deshalb wird die Nachfolgelösung besonders genau beobachtet werden. Wer Werner ersetzt, muss nicht nur Ergebnisse liefern, sondern auch jene spielerische Entwicklung zeigen, die RB offenbar vermisst hat. Für Marcel Schäfer wird der Trainerwechsel damit zur Grundsatzentscheidung über den Kurs des Klubs vor einer Saison mit Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League.
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