Drohnenangriff auf Ölterminal überschattet Wirtschaftsforum in St. Petersburg

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Ukraine bestätigt Angriff auf Ölterminal

Ukrainische Drohnen haben am Mittwoch, 3. Juni 2026, das Ölterminal St. Petersburg angegriffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Angriff nach übereinstimmenden internationalen Berichten. Ziel seien nach ukrainischer Darstellung militärisch relevante Einrichtungen gewesen.

Das betroffene Terminal liegt am Golf von Finnland im Bereich des großen Hafens von St. Petersburg. Es gilt als eine der wichtigen russischen Anlagen für Lagerung und Export von Erdölprodukten mit einem jährlichen Durchsatz von rund 12,5 Millionen Tonnen. Über dem Hafengebiet soll nach dem Angriff eine schwarze Rauchwolke sichtbar gewesen sein. Bilder aus sozialen Netzwerken zeigten nach Angaben mehrerer Medien Feuer und Rauch. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Aufnahmen zunächst nur eingeschränkt.

Feuer am Hafen, Schaden zunächst unklar

Russische Behörden meldeten in der Nacht und am Morgen Drohnenangriffe auf St. Petersburg und die umliegende Leningrader Oblast. Der Gouverneur der Region Leningrad sprach von abgefangenen Drohnen. Auch aus St. Petersburg wurden Schäden an Infrastruktur gemeldet. Konkrete Angaben zum Ausmaß des Schadens am Ölterminal lagen zunächst nicht vollständig vor.

Unklar blieb zunächst, ob neben dem Ölterminal auch eine Raffinerie direkt getroffen wurde. Mehrere Berichte sprachen von Feuer im Bereich der Anlage. Belastbar bestätigt war am Vormittag vor allem der Angriff auf das Terminal. Angaben zu Verletzten, Produktionsausfällen oder längerfristigen Folgen ließen sich zunächst nicht abschließend bewerten.

Angriff fällt mit SPIEF in St. Petersburg zusammen

Der Zeitpunkt des Angriffs ist politisch besonders auffällig. In St. Petersburg begann am Mittwoch das Internationale Wirtschaftsforum SPIEF. Die Veranstaltung dauert bis Samstag und zählt zu den wichtigsten wirtschaftspolitischen Terminen Russlands. Kremlchef Wladimir Putin tritt dort traditionell als Gastgeber auf. St. Petersburg ist zudem seine Heimatstadt.

Das Forum soll Russland trotz Krieg, Sanktionen und wirtschaftlichem Druck als handlungsfähigen Wirtschaftsstandort präsentieren. Der Angriff auf Energieinfrastruktur in unmittelbarer Nähe der Metropole setzt dazu einen deutlichen Kontrast. Er zeigt, dass auch weit von der Front entfernte russische Städte und Anlagen weiterhin Ziel ukrainischer Langstreckenangriffe werden können.

Energieinfrastruktur bleibt zentrales Ziel

Die Ukraine greift seit Monaten wiederholt russische Ölraffinerien, Depots, Häfen und Exportanlagen an. Kiew begründet solche Angriffe damit, dass die russische Energieinfrastruktur zur Finanzierung und Versorgung des Krieges beitrage. Russland spricht regelmäßig von Terrorangriffen und meldet den Abschuss ukrainischer Drohnen.

Der Angriff auf St. Petersburg betrifft einen Standort mit hoher wirtschaftlicher und logistischer Bedeutung. Solche Treffer können technische Schäden verursachen und zugleich Zweifel an der Wirksamkeit der Luftverteidigung wecken.

Luftverkehr zeitweise beeinträchtigt

Im Zusammenhang mit den Drohnenangriffen kam es auch am Flughafen Pulkowo zu Einschränkungen. Russische Stellen und Medien berichteten von zeitweisen Flugbeschränkungen, Verspätungen und Umleitungen. Ob der Betrieb am Ölterminal länger beeinträchtigt bleibt, war zunächst offen.

Krieg erreicht erneut russische Schlüsselstandorte

Der Angriff zeigt, wie stark sich der Krieg inzwischen auf russisches Territorium verlagert hat. Während Russland weiterhin ukrainische Städte und Energieanlagen mit Raketen und Drohnen angreift, setzt die Ukraine verstärkt auf Angriffe gegen russische Infrastruktur in großer Entfernung zur Front.

Für Moskau kommt der Treffer zur Unzeit. Das SPIEF soll internationale Partner, Investoren und politische Gäste nach St. Petersburg bringen. Der Rauch über dem Hafen macht jedoch sichtbar, dass der Krieg auch im Umfeld eines der wichtigsten russischen Wirtschaftstreffen präsent bleibt.

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