
Der US-Kosmetikhändler Ulta Beauty ist mit deutlich besseren Zahlen als erwartet in das neue Geschäftsjahr gestartet. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 steigerte das Unternehmen den Umsatz auf 3,16 Milliarden Dollar. Das entsprach einem Plus von 11,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch beim Gewinn je Aktie lag Ulta Beauty über den Erwartungen des Marktes. Der verwässerte Gewinn je Aktie stieg auf 7,74 Dollar, nach 6,70 Dollar ein Jahr zuvor.
Für Anleger besonders wichtig war neben dem starken Quartal der Ausblick auf das Gesamtjahr. Ulta Beauty hob die Prognose für den Gewinn je Aktie an und erwartet nun 28,36 bis 28,80 Dollar. Zuvor hatte die Spanne bei 28,05 bis 28,55 Dollar gelegen. Die Umsatzprognose blieb dagegen unverändert. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem Wachstum der Nettoumsätze von 6 bis 7 Prozent. Die vergleichbaren Umsätze sollen im laufenden Geschäftsjahr um 2,5 bis 3,5 Prozent zulegen.
Ulta Beauty profitierte im ersten Quartal von einer breiten Nachfrage über mehrere Vertriebskanäle und Produktgruppen hinweg. Die vergleichbaren Umsätze stiegen um 5,3 Prozent. Dazu trugen sowohl höhere Kundenzahlen als auch ein größerer durchschnittlicher Einkaufswert bei. Nach Unternehmensangaben legten die Transaktionen um 1,6 Prozent zu, während der durchschnittliche Kassenbon um 3,7 Prozent stieg.
Das operative Ergebnis erreichte 448,3 Millionen Dollar. Das war ein Plus von 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die operative Marge lag bei 14,2 Prozent des Umsatzes. Auch die Bruttomarge verbesserte sich. Sie stieg von 39,1 auf 40,1 Prozent. Ulta Beauty verwies dabei unter anderem auf geringere Warenverluste und eine bessere Marge im Sortiment.
Gleichzeitig erhöhten sich die Vertriebs- und Verwaltungskosten. Sie stiegen auf 814,7 Millionen Dollar. Als Gründe nannte das Unternehmen unter anderem die Übernahme von Space NK, strategische Investitionen und höhere Filialkosten. Die besseren Margen und der höhere Umsatz konnten diese Belastungen im Quartal jedoch mehr als ausgleichen.
Die angehobene Gewinnprognose ist das zentrale Signal der Zahlen. Ulta Beauty erwartet nun ein etwas stärkeres Ergebnis je Aktie als noch zu Jahresbeginn. Auch die Prognose für das operative Ergebnis wurde leicht erhöht. Statt eines Wachstums von 6 bis 9 Prozent stellt das Unternehmen nun 6,5 bis 9 Prozent in Aussicht.
Die übrigen Ziele blieben stabil. Der Umsatz soll weiter um 6 bis 7 Prozent wachsen. Die vergleichbaren Umsätze sollen um 2,5 bis 3,5 Prozent steigen. Die Investitionsausgaben werden weiterhin auf 400 bis 450 Millionen Dollar veranschlagt.
Damit sendet Ulta Beauty ein gemischtes, aber überwiegend positives Signal. Die Gewinnseite entwickelt sich besser als zunächst erwartet. Gleichzeitig verzichtet das Unternehmen darauf, die Umsatzprognose stärker anzuheben. Das spricht für eine vorsichtige Planung in einem Konsumumfeld, das in den USA weiterhin von Inflation, Preissensibilität und Wettbewerb geprägt ist.
Neben dem operativen Geschäft bleibt die Kapitalrückführung an die Aktionäre ein bedeutender Punkt. Im ersten Quartal kaufte Ulta Beauty rund 958.000 eigene Aktien zurück. Dafür gab das Unternehmen 555 Millionen Dollar aus. Im laufenden Aktienrückkaufprogramm standen zum Quartalsende noch 1,3 Milliarden Dollar zur Verfügung.
Aktienrückkäufe können den Gewinn je Aktie stützen, weil sie die Zahl der ausstehenden Aktien verringern. Für Investoren ist das besonders relevant, wenn das operative Geschäft gleichzeitig wächst. Ulta Beauty verbindet damit derzeit Umsatzwachstum, Margenverbesserung und eine aktive Kapitalpolitik.
Die Lagerbestände stiegen zum Ende des Quartals auf 2,4 Milliarden Dollar. Das waren 12,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ulta Beauty begründete den Anstieg mit neuen Marken, der Space-NK-Übernahme, Investitionen in wichtige Kategorien und dem Ausbau des Filialnetzes.
Ulta Beauty ist einer der wichtigsten Spezialhändler für Kosmetik, Hautpflege, Haarpflege, Düfte, Wellnessprodukte und Salonservices in den USA. Das Unternehmen betreibt mehr als 1.500 Filialen und verkauft zusätzlich über digitale Kanäle. Dadurch ist Ulta Beauty ein wichtiger Gradmesser für die Konsumstimmung im US-Beauty-Markt.
Das Quartal zeigt, dass die Nachfrage nach Schönheitsprodukten trotz eines angespannten Konsumumfelds robust bleibt. Besonders höherwertige Produkte und Duftartikel stützten zuletzt das Geschäft. Gleichzeitig bleibt der Wettbewerb intensiv. Ulta Beauty konkurriert nicht nur mit Sephora, sondern auch mit Kaufhäusern, Drogerien, Onlinehändlern und Marken, die direkt an Verbraucher verkaufen.
Die Entwicklung ist deshalb auch über den Einzelfall hinaus relevant. Der Beauty-Markt gilt als vergleichsweise widerstandsfähig, weil viele Verbraucher Kosmetik und Pflegeprodukte auch in wirtschaftlich unsicheren Phasen weiter kaufen. Dennoch reagieren Kundinnen und Kunden stärker auf Preise, Aktionen und Markenimage. Für Händler wie Ulta Beauty wird daher entscheidend, Wachstum und Kostenkontrolle gleichzeitig zu sichern.
Die Ulta-Beauty-Aktie stand nach Vorlage der Quartalszahlen im Fokus der Anleger. Das Unternehmen lieferte beim Gewinn je Aktie und beim Umsatz bessere Werte als erwartet. Auch der angehobene Jahresausblick stützte die Wahrnehmung eines robusten Geschäftsmodells.
Gleichzeitig bleibt die Reaktion am Aktienmarkt nicht nur von den Quartalszahlen abhängig. Anleger bewerten auch die Höhe der Bewertung, die Dynamik im US-Konsum, den Wettbewerb im Beauty-Sektor und die Frage, ob die Margenverbesserung nachhaltig bleibt. Der vorsichtige Umsatzausblick zeigt, dass das Management trotz des starken Starts nicht von einer ungebremsten Beschleunigung ausgeht.
Für Ulta Beauty ist das erste Quartal damit ein klarer Fortschritt. Der Konzern wächst, verdient mehr und hebt die Gewinnprognose an. Ob daraus eine dauerhaft stärkere Bewertung der Aktie entsteht, hängt nun davon ab, ob das Unternehmen die höhere Profitabilität auch in den kommenden Quartalen bestätigen kann.
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