
Für Studierende bleibt die Wohnungssuche auch zum Wintersemester 2026 teuer. Im bundesweiten Durchschnitt werden für ein Zimmer in einer kleineren Wohngemeinschaft rund 510 Euro pro Monat verlangt. Damit hat sich das Preisniveau gegenüber dem Sommersemester kaum verändert. Hinter dem weitgehend stabilen Durchschnitt verbergen sich jedoch erhebliche Unterschiede. Vor allem in den vier deutschen Millionenstädten müssen Studierende deutlich mehr Geld für ein WG-Zimmer einplanen.
Die aktuellen WG-Zimmer Preise zeigen vor allem in München, Berlin, Hamburg und Köln ein deutlich höheres Niveau als im Bundesdurchschnitt. Für diese vier Städte zusammen ergibt sich ein durchschnittlicher Angebotspreis von 692 Euro im Monat. Das sind 23 Euro mehr als noch vor dem Sommersemester 2026.
Besonders hoch liegen die Preise in München. Dort beträgt der Median der ausgewerteten Angebote 850 Euro. Das bedeutet, dass die Hälfte der berücksichtigten Zimmer zu einem höheren und die andere Hälfte zu einem niedrigeren Preis angeboten wurde. In Berlin und Hamburg liegt dieser Wert jeweils bei 650 Euro, in Köln bei 640 Euro.
Damit beträgt der Abstand zwischen München und besonders günstigen Hochschulstandorten mehrere Hundert Euro im Monat. Vergleichsweise niedrige Preise finden Studierende unter anderem in Trier sowie in Jena, Magdeburg, Halle und Chemnitz. Für Chemnitz weist die Auswertung einen Median von 305 Euro aus. Allein zwischen München und Chemnitz liegen damit 545 Euro monatliche Differenz.
Bundesweit werden WG-Zimmer in Deutschland vor dem Wintersemester durchschnittlich für 510 Euro angeboten. Vor dem Sommersemester waren es 512 Euro. Von einer allgemeinen Entspannung des studentischen Wohnungsmarktes lässt sich daraus jedoch nicht automatisch ausgehen, weil sich die Entwicklung regional stark unterscheidet.
Grundlage der Untersuchung sind knapp 3.900 öffentlich zugängliche Angebote auf der Plattform WG-Gesucht.de. Berücksichtigt wurden Hochschulstandorte mit mehr als 5.000 Studierenden und Zimmer in Wohngemeinschaften mit zwei oder drei Personen. WG-Neugründungen, Tauschangebote, befristete Vermietungen und möblierte Zimmer flossen nicht in die Auswertung ein.
Die ausgewiesenen Beträge sind in der Regel Warmmieten. Teilweise enthalten die Angebote zusätzlich Kosten etwa für Strom oder Internet. Die Zahlen bilden damit aktuelle Angebotspreise ab. Sie sagen nicht aus, welchen Betrag sämtliche Studierende tatsächlich für ihre bestehenden Mietverhältnisse bezahlen.
Ein Grund für den hohen Druck auf dem privaten Wohnungsmarkt ist die begrenzte Zahl preisgünstiger Wohnheimplätze. Nach der jüngsten bundesweiten Statistik des Deutschen Studierendenwerks standen Anfang 2025 bei den Studierendenwerken knapp 197.000 Wohnheimplätze zur Verfügung. Die Unterbringungsquote lag bei rund 10,1 Prozent. Damit kann nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Studierenden auf solche Plätze zurückgreifen.
Besonders in großen Hochschulstädten trifft die Nachfrage von Studierenden zudem auf einen ohnehin angespannten Mietwohnungsmarkt. Zimmer in Wohngemeinschaften konkurrieren dort mit anderen kleinen und vergleichsweise günstigen Wohnungen um eine große Zahl von Interessenten. Die aktuelle Auswertung zeigt deshalb vor allem in den Metropolen ein deutlich höheres Preisniveau, während kleinere Hochschulorte zum Teil erheblich günstiger bleiben.
Für Studierende mit BAföG-Anspruch entsteht dadurch eine erhebliche Finanzierungslücke. Die geltende Wohnkostenpauschale für Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen, beträgt derzeit 380 Euro im Monat. Der bundesweite durchschnittliche Angebotspreis eines WG-Zimmers liegt damit bereits 130 Euro darüber.
In den besonders teuren Städten ist die Differenz wesentlich größer. Verglichen mit dem Münchner Median von 850 Euro liegen zwischen der derzeitigen Wohnkostenpauschale und einem typischen Angebot 470 Euro. Auch bei 650 Euro in Berlin oder Hamburg verbleibt eine Differenz von 270 Euro.
Die Bundesregierung hat im Rahmen der geplanten BAföG-Reform eine Anhebung der Wohnkostenpauschale auf 440 Euro vorgesehen. Nach dem derzeitigen Zeitplan soll sie ab dem Sommersemester 2027 gelten. Selbst dieser Betrag würde jedoch unter dem aktuellen bundesweiten Durchschnittspreis von 510 Euro liegen.
Die Unterschiede können damit erheblichen Einfluss auf die finanzielle Planung eines Studiums haben. Wer für ein Studium umziehen muss, steht nicht nur vor der Frage nach Studienangebot und Hochschule, sondern zunehmend auch vor stark unterschiedlichen Wohnkosten. Zwischen günstigen Hochschulorten und den teuersten Metropolen können sich über ein Studienjahr mehrere Tausend Euro Unterschied summieren.
Für Studienanfänger verschärft sich das Problem zum Wintersemester zusätzlich dadurch, dass viele von ihnen gleichzeitig eine Unterkunft suchen. Ein bundesweit nahezu unveränderter Durchschnittspreis bedeutet deshalb nicht, dass die Suche in den großen Hochschulstädten leichter oder günstiger geworden ist. Gerade München, Berlin, Hamburg und Köln bleiben für Studierende deutlich kostspieliger als der Bundeswert.
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