
Im Sommer 2025 hätte der FC Bayern München beinahe einen spektakulären Transfercoup gelandet: Trainer Vincent Kompany wollte Xavi Simons unbedingt nach München holen. Doch Vereinspatriarch Uli Hoeneß stoppte den Deal – bei Apfelkuchen am Tegernsee. Die Geschichte ist so kurios wie bezeichnend für die Machtverhältnisse beim deutschen Rekordmeister.
Wie Hoeneß selbst im Podcast Auf eine weiß-blaue Tasse mit Ministerpräsident Markus Söder enthüllte, fuhr Kompany persönlich an den Tegernsee, um den Bayern-Ehrenpräsidenten von einer Verpflichtung des niederländischen Mittelfeldspielers zu überzeugen. Das Treffen verlief für Kompany kulinarisch befriedigend, sportlich jedoch enttäuschend. Hoeneß soll ihm gesagt haben: „Du Vincent, du kannst jetzt noch ein Stück Apfelkuchen essen, aber du bekommst keinen Xavi.“ Damit war die Diskussion beendet.
Hoeneß begründete die Absage mit dem damals noch bei Paris Saint-Germain unter Vertrag stehenden Simons – die Ablösesumme hätte den Rahmen gesprengt, den Bayern bereit waren auszugeben. Sportvorstand Christoph Freund, der bei dem Gespräch ebenfalls zugegen war, konnte die Entscheidung des Ehrenpräsidenten nicht abwenden.
Xavi Simons wechselte stattdessen für rund 65 Millionen Euro zu Tottenham Hotspur in die Premier League. Was wie ein glänzender Deal wirkte, entpuppte sich bislang als persönliche Enttäuschung: Tottenham kämpft in der Saison 2025/26 gegen den Abstieg, und Simons konnte die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Mit elf Scorerpunkten bleibt er deutlich hinter Mannschaftskollege Lennart Karl, der 16 Scorerpunkte verbuchte.
Für Simons ist es ein ungewohntes Umfeld. Der in Barcelona geborene Niederländer hatte seine Karriere bei der Jugend des FC Barcelona begonnen, ehe er zu Paris Saint-Germain wechselte. In der Saison 2023/24 wurde er leihweise zu RB Leipzig transferiert und überzeugte in der Bundesliga mit starken Leistungen. Genau jene Phase war es, die Kompany so beeindruckte – und die letztlich zur Tegernsee-Episode führte.
Während Simons in London mit Tottenhams Schwächephase kämpft, entwickelt sich der FC Bayern unterdessen weiter. Mit Michael Olise hat der Verein einen anderen Offensivstarspieler verpflichtet, der die Lücke füllen soll. Auch der frühere Bundesliga-Coach Marco Rose, der jetzt in der Premier League bei Bournemouth tätig ist, verfolgt die Entwicklung von Simons mit Interesse – Rose hatte ihn einst in Leipzig trainiert.
Die Anekdote vom Tegernsee zeigt einmal mehr, wie sehr Uli Hoeneß trotz seines offiziellen Rückzugs die Geschicke des FC Bayern mitbestimmt. Ob die Entscheidung gegen Xavi Simons am Ende richtig war, werden die kommenden Saisons zeigen – sowohl für Bayern als auch für den Spieler, der in London seinen großen Durchbruch noch sucht.
Quellen: kicker.de (18.04.2026)
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