
Am Sonntag, den 19. April 2026, entscheiden rund 100.000 Wahlberechtigte in der Uckermark über die künftige Führung des größten Landkreises Brandenburgs. Die amtierende CDU-Landrätin Karina Dörk tritt gegen den AfD-Herausforderer Felix Teichner an – eine Richtungswahl mit bundesweiter Aufmerksamkeit. Denn sollte Teichner gewinnen, würde die AfD erstmals einen Landrat in Brandenburg stellen.
Karina Dörk verteidigt als CDU-Amtsinhaberin ihren Posten als Landrätin der Uckermark. Sie setzt im Wahlkampf auf Kontinuität und Erfahrung in der Verwaltung des dünn besiedelten Flächenlandkreises im Nordosten Brandenburgs. Ihr Herausforderer Felix Teichner tritt für die AfD an und wirbt nach Angaben von rbb24 mit einem Kurswechsel in der Kreispolitik. Die Wahl gilt als bundesweit beachteter Test, wie weit die AfD bei Direktwahlen auf kommunaler Ebene vordringen kann.
Bundesweit liegt die AfD in Umfragen zuletzt deutlich vorn – das Politbarometer April 2026 sah die AfD erstmals vor der Union, was auch auf kommunale Stimmungslagen ausstrahlen dürfte. Wie gut Teichner von diesem Rückenwind profitieren kann, zeigt sich am Wahlabend.
Im Mittelpunkt des Wahlkampfs stehen laut rbb24 drei zentrale Themen: der öffentliche Nahverkehr, die wirtschaftliche Entwicklung sowie die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Die Uckermark ist mit einer Fläche von über 3.000 Quadratkilometern einer der größten Landkreise Deutschlands – und gehört gleichzeitig zu den am dünnsten besiedelten Regionen. In weiten Teilen des Kreises sind Dörfer nur schlecht an den ÖPNV angebunden, Hausarztpraxen sind rar, und der Weg zur nächsten Klinik kann lang sein.
Diese strukturellen Probleme beschäftigen die Bewohnerinnen und Bewohner schon seit Jahren. Der demografische Wandel verstärkt den Druck zusätzlich: Junge Menschen ziehen ab, ältere Menschen bleiben zurück und sind auf verlässliche Infrastruktur angewiesen. Wer Landrat oder Landrätin wird, entscheidet in diesen Fragen über konkrete Weichenstellungen im Kreishaushalt und in der Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg.
Die Wahl in der Uckermark hat eine Dimension, die weit über den Landkreis hinausweist. Brandenburg gilt als eines der Bundesländer, in denen die AfD strukturell stark ist – ein Sieg Teichners würde der Partei symbolisch und organisatorisch wichtigen Auftrieb geben. Die AfD-Bundestagsfraktion kämpft derweil auf mehreren Ebenen um politischen Einfluss und würde eine erfolgreiche Direktwahl als weiteres Argument für ihre kommunalpolitische Stärke nutzen.
Beobachter weisen darauf hin, dass Direktwahlen auf Kreisebene anders verlaufen können als Parteiwahlen. Persönliche Bekanntheit, lokale Netzwerke und konkrete Problemlösungskompetenz spielen eine größere Rolle. Dörk kann als Amtsinhaberin auf ihre Arbeit verweisen, Teichner muss Veränderungswillen glaubhaft machen. Ob das Kalkül aufgeht, bleibt offen.
Die Uckermark liegt im Nordosten Brandenburgs und grenzt an Polen sowie Mecklenburg-Vorpommern. Der Landkreis umfasst Städte wie Prenzlau, Angermünde und Schwedt/Oder, die alle mit unterschiedlichen wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen zu kämpfen haben. Schwedt etwa ist bekannt für seine PCK-Raffinerie, die durch den Ölembargo-Beschluss gegenüber Russland unter Druck geraten ist – ein Thema, das im Wahlkampf ebenfalls eine Rolle spielen dürfte. Für die Einwohnerinnen und Einwohner steht am Sonntag daher weit mehr auf dem Spiel als ein bloßer Verwaltungswechsel.
Die Wahllokale in der Uckermark öffnen am Sonntag, den 19. April 2026. Erste Ergebnisse werden am Abend erwartet. Ob Karina Dörk ihre Amtszeit verlängern kann oder Felix Teichner einen historischen AfD-Erfolg einfährt, bleibt bis zum Auszählen offen.
Quellen: rbb24.de (17.04.2026), radioeins/rbb (17.04.2026)
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