Rote Bank in Münster erinnert vor dem Stadthaus an Gewalt gegen Frauen

Rote Bank in Münster erinnert vor dem Stadthaus an Gewalt gegen Frauen
© Stadt Münster/Michael Lyra

Teilen:

;Münster. Zum Internationalen Frauentag am 8. März wird in Münster erneut ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt. Vor dem Stadthaus 1 an der Klemensstraße stellt die Stadt die sogenannte Rote Bank auf, ein Mahnmal, das auf das oft verdrängte Thema aufmerksam machen soll.

Nach Angaben der Stadt Münster soll die Installation in der Innenstadt dazu beitragen, das öffentliche Bewusstsein für häusliche und sexualisierte Gewalt zu stärken. Gleichzeitig verweist sie auf Hilfsangebote und Beratungsstellen für Betroffene.

Symbol gegen Gewalt gegen Frauen rückt in Münster ins Stadtzentrum

Die Rote Bank ist ein international verbreitetes Symbol, das auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam macht. Ihren Ursprung hat die Idee in der italienischen Stadt Perugia. In vielen europäischen Städten wurde das Konzept inzwischen übernommen, um die Folgen von Partnerschaftsgewalt sichtbar zu machen und den Opfern zu gedenken.

Auch in Münster wird dieses Zeichen bereits seit einiger Zeit eingesetzt. Die Bank trägt die Aufschrift „Kein Platz für Gewalt gegen Frauen“. Zusätzlich ist ein QR-Code angebracht, der zu Informationen über Beratungsangebote und Hilfseinrichtungen führt. Damit soll die Installation nicht nur ein Symbol sein, sondern zugleich konkrete Unterstützung sichtbar machen.

Wie die Stadt Münster mitteilt, wird mit der Aktion auch auf das Ausmaß der Gewaltproblematik hingewiesen. Statistisch erlebt in Deutschland alle vier Minuten eine Frau Gewalt durch ihren Partner oder Ex-Partner. Gleichzeitig gehen Fachleute davon aus, dass viele Fälle nie zur Anzeige gebracht werden. Studien zum sogenannten Dunkelfeld legen nahe, dass nur ein kleiner Teil der Taten tatsächlich polizeilich erfasst wird.

Die Rote Bank steht deshalb für die Plätze, die symbolisch frei bleiben, wenn Frauen Opfer schwerer Gewalt geworden sind. Gleichzeitig sind Passantinnen und Passanten ausdrücklich eingeladen, auf der Bank Platz zu nehmen. Damit soll öffentlich gezeigt werden, dass Betroffene nicht allein sind und Unterstützung möglich ist.

Initiative mehrerer Organisationen bringt Mahnmal erneut an den Standort

Dass die Rote Bank erneut vor dem Stadthaus 1 steht, geht auf eine Initiative der Arbeitsgruppe „Rote Bank“ zurück. In diesem Zusammenschluss engagieren sich mehrere Organisationen aus Münster, die sich mit Prävention, Beratung und Unterstützung von Betroffenen beschäftigen.

Das lesen andere gerade

Die Platzierung an der Klemensstraße ist bewusst gewählt. Der Standort liegt im Zentrum der Stadt und wird täglich von vielen Menschen frequentiert. Dadurch soll das Thema stärker in den öffentlichen Raum rücken und sichtbarer werden.

Bereits im Mai 2025 stand die Bank erstmals vor dem Stadthaus 1. Später wurde sie auf den Adolph-Kolping-Platz an der Königsstraße versetzt. Dort war sie in den vergangenen Monaten zu sehen. Mit Blick auf den Internationalen Frauentag kehrt sie nun wieder an den ursprünglichen Standort zurück.

Nach Angaben der Stadt wird die Installation allerdings nicht dauerhaft an diesem Platz bleiben. Wenn im November an der Klemensstraße der Weihnachtsmarkt aufgebaut wird, soll die Rote Bank erneut auf den Adolph-Kolping-Platz umziehen. So bleibt das Mahnmal weiterhin im öffentlichen Raum präsent, auch wenn sich sein Standort im Jahresverlauf verändert.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu