
Der insolvente Autozulieferer Boryszew Kunststofftechnik Deutschland bereitet das Ende seiner Produktion vor. An den Standorten Gardelegen in Sachsen-Anhalt und Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz soll die Fertigung zum Jahresende 2026 auslaufen. Nach aktuellen Angaben sind davon rund 430 Beschäftigte betroffen. Grund ist, dass kein langfristiger Investor gefunden wurde und neue Aufträge über das Jahresende hinaus fehlen.
Nach Angaben aus dem Umfeld des Insolvenzverwalters wurden die Beschäftigten bereits über die Pläne informiert. Demnach soll die Produktion an beiden Werken noch bis zum Herunterfahren zum Jahresende weiterlaufen. Hintergrund ist, dass für die beiden Standorte keine neuen Aufträge mehr vorliegen, die über 2026 hinausreichen.
Besonders stark betroffen ist das Werk in Gardelegen mit rund 330 Beschäftigten. In Idar-Oberstein arbeiten nach aktuellem Stand etwa 100 Menschen. Zusammen geht es damit um rund 430 Arbeitsplätze. Noch beim Insolvenzantrag im März 2025 hatte das Unternehmen nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters 495 Beschäftigte, davon 384 in Gardelegen und 111 in Idar-Oberstein.
Die wirtschaftliche Krise des Unternehmens ist nicht neu. Anfang März 2025 hatte Boryszew Kunststofftechnik Deutschland Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Stendal bestellte damals Silvio Höfer von Anchor Rechtsanwälte zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Zu diesem Zeitpunkt lief der Geschäftsbetrieb zunächst weiter, auch die Löhne und Gehälter waren über das Insolvenzgeld abgesichert.
Boryszew fertigt Kunststoff- und Zinkdruckguss-Komponenten für die Automobilindustrie, darunter Bauteile für Fahrzeuginnenräume. Hauptkunde ist nach den vorliegenden Angaben der Volkswagen-Konzern. Als Ursache der Insolvenz wurden bereits im Frühjahr 2025 die anhaltende Krise in der Automobilbranche, gesunkene Umsätze und fortlaufende Verluste genannt. Anchor bezifferte den Umsatzrückgang innerhalb von drei Jahren von knapp 69 Millionen Euro auf rund 53 Millionen Euro.
Im Laufe des Verfahrens hatte es laut Insolvenzverwaltung zwar Gespräche mit mehreren Interessenten gegeben. Eine tragfähige Lösung kam aber nicht zustande. Als wesentlicher Grund wird die weiter angespannte Lage in der deutschen Automobilindustrie genannt. Trotz des nun angekündigten Produktionsaus will der Insolvenzverwalter nach aktuellem Stand weiter nach einer Investorenlösung suchen.
Der Fall Boryszew zeigt exemplarisch, wie stark der Druck in Teilen der deutschen Zulieferindustrie inzwischen geworden ist. Der geplante Produktionsstopp kommt nicht überraschend, sondern markiert den vorläufigen Endpunkt eines Sanierungsversuchs, der seit dem Insolvenzantrag im Frühjahr 2025 läuft. Für die beiden Standorte bedeutet das vor allem: Die Zeit bis Jahresende ist vorerst gesichert, darüber hinaus bleibt die Zukunft offen.
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