
Ein Benefizkonzert in Münster hat rund 5.900 Euro für die Sudanhilfe des Deutschen Roten Kreuzes eingebracht. Rund 350 Besucherinnen und Besucher kamen am Freitag, 24. April 2026, in die Überwasserkirche, wie der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe mitteilt. Veranstaltet wurde der Abend gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe der FH Münster und der Medizinischen Fakultät der Universität Münster.
Der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe wertet das Benefizkonzert als klares Zeichen der Solidarität mit den Menschen im Sudan. Nach Angaben des Landesverbandes begrüßte DRK-Präsident Dr. Fritz Baur am Freitagabend rund 350 Gäste in der Überwasserkirche Münster. Die Veranstaltung verband Musik mit einem konkreten Spendenzweck, denn der Erlös von rund 5.900 Euro soll der Sudanhilfe des Deutschen Roten Kreuzes zugutekommen.
Die Summe ist vor allem deshalb relevant, weil sich die humanitäre Lage im Sudan weiter dramatisch darstellt. Seit der Eskalation des Machtkampfs zwischen der Armee und der paramilitärischen RSF-Miliz im Jahr 2023 leidet die Bevölkerung unter Krieg, Hunger, Vertreibung und einem kaum noch funktionierenden Gesundheitssystem. Beim Konzert wurde nach DRK-Angaben auf diese Situation aufmerksam gemacht.
Die Sudanhilfe Münster wurde damit nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch öffentlich sichtbar gemacht. Gerade bei Krisen, die geografisch weit entfernt erscheinen, geraten die Folgen für die betroffenen Menschen im Alltag schnell aus dem Blick. Das Benefizkonzert in der Überwasserkirche setzte deshalb auf eine Verbindung aus künstlerischem Zugang und humanitärer Einordnung.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Kantate „Der Sandsturm“. Die Musik stammt von Prof. Dr. Hans Hermann Wickel, der von 1995 bis 2020 an der FH Münster als Musikpädagoge und Musikwissenschaftler tätig war. Die Texte wurden von Hans Hermann Wickel, Martina Wickel und Prof. Dr. Joachim Gardemann erarbeitet. Grundlage waren Aquarelle und Tagebucheinträge Gardemanns.
Gardemann leitete viele Jahre das Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe der FH Münster. Außerdem war der Kinderarzt bei internationalen DRK-Hilfseinsätzen tätig. Im Sommer 2004 arbeitete er in der sudanesischen Provinz Darfur. Dort unterstützte er mit seinem Team unter anderem den Aufbau einer Gesundheitsbasisstation für Geflüchtete im Lager Abu Shok.
Da Fotografieren vor Ort nicht erlaubt war, hielt Gardemann prägende Eindrücke zunächst mit dem Kugelschreiber fest. Später kolorierte er die Skizzen als Aquarelle. Dadurch entstand ein persönlicher Zugang zu Situationen, die sonst oft nur in abstrakten Zahlen beschrieben werden. Die Aufführung in der Überwasserkirche Münster machte diese Erfahrungen musikalisch erfahrbar und rückte zugleich die aktuelle Notlage im Sudan in den Mittelpunkt.
Zu Beginn des Konzerts ordnete Prof. Dr. Dr. Bettina Pfleiderer die Lage im Sudan ein. Die Ärztin und Professorin an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster machte nach Angaben des DRK deutlich, dass Millionen Menschen von den Folgen des Krieges betroffen sind. Genannt wurden rund 25 Millionen hungernde Menschen. Zudem funktioniert das Gesundheitssystem in vielen Regionen kaum noch.
Diese Einordnung war für den Abend zentral, weil sie den Spendenzweck konkret machte. Benötigt werden demnach unter anderem Wasser, Nahrung, medizinische Versorgung und direkte Hilfen für Familien. Gerade schwangere Frauen und Mütter sind in besonderer Weise gefährdet, wenn Kliniken nicht mehr erreichbar sind oder medizinische Strukturen zusammenbrechen.
Das Deutsche Rote Kreuz arbeitet nach eigenen Angaben mit Partnern der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung zusammen. In der Pressemitteilung wird der Syrische Rote Halbmond genannt. Da es um den Sudan geht, sollte diese Angabe vor Veröffentlichung noch einmal beim DRK geprüft werden. Inhaltlich geht es um lebensrettende Unterstützung vor Ort, die seit Beginn des Konflikts bereits Millionen Menschen erreicht haben soll.
Ein Schwerpunkt der DRK-Hilfe liegt nach Angaben des Landesverbandes auf schwangeren Frauen und notleidenden Müttern. Unterstützt wird dies unter anderem durch Entbindungsausrüstung und Bargeldhilfen. Damit sollen Frauen angesichts fehlender oder nicht erreichbarer Kliniken eine medizinische Begleitung ihrer Geburt organisieren können.
Außerdem werden Wasser- und Toilettenanlagen gebaut oder saniert. Diese Maßnahmen sollen helfen, die Ausbreitung von Cholera einzudämmen. Zusätzlich bleiben Bargeldhilfen für besonders betroffene Haushalte ein wichtiger Teil der Nothilfe. Solche Hilfen können Familien ermöglichen, dringend benötigte Dinge selbst zu beschaffen, wenn Märkte noch funktionieren, aber eigenes Geld fehlt.
Das Benefizkonzert Sudan Münster zeigt damit auch, wie lokale Veranstaltungen in Münster internationale Hilfe unterstützen können. Der Abend in der Überwasserkirche war kein großes Hilfsprogramm, aber er lenkte Aufmerksamkeit auf eine Krise, die nach Angaben des DRK zu den schwersten Hunger- und Vertreibungskrisen der Gegenwart gehört. Der Erlös von rund 5.900 Euro fließt nun in diese Hilfe.
Der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe bittet weiter um Unterstützung für die Betroffenen. Spenden sind über das Konto des Deutschen Roten Kreuzes möglich. Als Stichwort nennt das DRK „Nothilfe Afrika“.
Das Spendenkonto lautet: Deutsches Rotes Kreuz, IBAN DE63 3702 0500 0005 0233 07, BIC BFSWDE33XXX. Außerdem verweist das DRK auf die Möglichkeit, online über die Website des Deutschen Roten Kreuzes zu spenden.
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