
Münster. Das Autohausgelände in Nienberge soll sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern. An der Altenberger Straße, im Bereich der Kreuzung mit Hägerstraße und Hülshoffstraße, plant die Kamps-Gruppe zwei Neubauten mit Einzelhandel, Café, Dienstleistungen und Wohnungen. Nach aktuellem Stand könnte der Bau im Jahr 2027 beginnen. Die Fertigstellung wäre dann frühestens 2028 zu erwarten. Damit rückt ein Vorhaben näher, das für den Stadtteil weit mehr bedeutet als nur eine neue Bebauung auf einer bisherigen Gewerbefläche.
Das Grundstück liegt an einer wichtigen Stelle im Nienberger Ortskern. Dort sollen nach den Plänen der Kamps-Gruppe zwei Baukörper entstehen. Im größeren Gebäude ist im Erdgeschoss ein Lebensmittel-Discounter vorgesehen. Darüber sollen Wohnungen entstehen, vor allem für ältere Menschen. Das kleinere Gebäude soll im Erdgeschoss Platz für eine Bäckerei mit Café bieten. In den oberen Geschossen sind nach den bisherigen Planungen entweder Dienstleistungen oder weitere Wohnungen möglich. Hinter den Gebäuden sind Stellplätze vorgesehen.
Damit geht es nicht nur um eine einzelne Immobilie, sondern um die künftige Struktur des Stadtteilzentrums. Die Stadt Münster ordnet das Areal dem Einzelhandels- und Zentrenkonzept zu. Der Bereich gilt demnach als Erweiterungsfläche des zentralen Versorgungsbereichs von Nienberge. Genau daraus ergibt sich die besondere Bedeutung des Projekts: Es soll die Grundversorgung stärken, zusätzliche Angebote ermöglichen und zugleich dringend benötigten Wohnraum schaffen.
Dass der Baubeginn nun eher für 2027 als für 2025 erwartet wird, hängt vor allem mit den planungsrechtlichen Schritten zusammen. Für das Vorhaben laufen die 137. Änderung des Flächennutzungsplans und der vorhabenbezogene Bebauungsplan Nr. 651 „Nienberge“. Erst wenn diese Verfahren abgeschlossen sind, kann das Projekt verbindlich umgesetzt werden.
Das erklärt auch, warum frühere zeitliche Erwartungen inzwischen nicht mehr passen. Die Architekten Maas & Partner hatten 2024 noch einen früheren Beginn der Bautätigkeiten in Aussicht gestellt. Nach dem aktuellen Planungsstand verschiebt sich der mögliche Start aber in das Jahr 2027. Für Nienberge bedeutet das: Die Richtung des Projekts ist erkennbar, der Weg bis zur Baustelle bleibt jedoch abhängig von Ratsentscheidungen, Beteiligung, Verkehrsuntersuchungen und weiteren Abstimmungen.
Der Wohnanteil ist einer der zentralen Punkte des Projekts. Nach den bisher vorgestellten Planungen sollen 40 barrierefreie Mietwohnungen entstehen. Die Wohnflächen sollen zwischen 40 und 80 Quadratmetern liegen. Damit richtet sich das Angebot besonders an ältere Menschen, die im Stadtteil bleiben möchten, aber eine Wohnung benötigen, die besser zu ihrer Lebenssituation passt.
Zusätzlich sind zwei Senioren-Wohngruppen mit jeweils zwölf Plätzen geplant. Sie sollen als ambulante Pflege-Wohngemeinschaften organisiert werden, mit privaten Bereichen und gemeinschaftlich nutzbaren Räumen. Nach den bisherigen Angaben laufen Gespräche mit möglichen Betreibern. Auch die Anregung, Wohnformen für Menschen mit Einschränkungen mitzudenken, soll in die weitere Planung einfließen.
Ein weiterer Punkt macht das Projekt über die reine Seniorenfrage hinaus relevant: Nach Angaben der Stadt Münster sollen gemäß der Sozialgerechten Bodennutzung Münster 30 Prozent der Nettowohnfläche als gefördertes Wohnen entstehen. Damit bekommt das Vorhaben auch wohnungspolitisches Gewicht, weil neuer Wohnraum in zentraler Lage nicht ausschließlich frei finanziert geplant ist.
Für viele Menschen in Nienberge dürfte die künftige Nahversorgung besonders wichtig sein. Der geplante Lebensmittel-Discounter soll den Standort im Ortskern stärken. Ergänzend sind eine Bäckerei mit Café sowie Dienstleistungsflächen vorgesehen. Auch Gespräche mit Ärzten wurden im Zusammenhang mit dem Projekt genannt. Damit könnte der Komplex nicht nur Einkaufsmöglichkeiten schaffen, sondern auch alltägliche Wege im Stadtteil bündeln.
Nicht alle Wünsche aus dem Stadtteil lassen sich jedoch umsetzen. Ein Drogeriemarkt ist nach aktuellem Stand nicht vorgesehen, weil sich offenbar kein Betreiber für den Standort findet. Auch eine neue Tankstelle soll auf dem Gelände nicht entstehen. Diese Klarstellungen sind wichtig, weil sie die Erwartungen an das Projekt begrenzen. Es geht um einen Mix aus Grundversorgung, Wohnen und ergänzenden Angeboten, nicht um ein vollumfängliches Einkaufszentrum.
Die Verkehrssituation rund um Altenberger Straße, Hägerstraße und Hülshoffstraße dürfte einer der sensibelsten Punkte bleiben. Für den neuen Komplex ist eine Zufahrt von der Altenberger Straße vorgesehen. Zudem sollen rund 80 Stellplätze entstehen. Vor dem gesamten Komplex ist ein Gehweg an der Altenberger Straße geplant.
Aus dem Stadtteil kam außerdem die Anregung, die Kreuzung Altenberger Straße und Hülshoffstraße zu einem Kreisverkehr umzubauen. Dieser Vorschlag soll in aktuelle Verkehrsuntersuchungen einfließen. Gerade weil das Projekt zusätzlichen Einkaufsverkehr, Bewohnerverkehr und Dienstleistungsverkehr bündeln wird, dürfte die Verkehrsführung in den weiteren Beratungen eine zentrale Rolle spielen.
Das Interesse im Stadtteil ist groß. Bei der Informationsveranstaltung waren rund 70 Personen dabei. Dort wurden Fragen zur Nutzung, zur Nahversorgung, zu Wohnformen, zur Verkehrsanbindung und zu möglichen Ergänzungen gestellt. Moderiert wurde die Diskussion von Bezirksbürgermeisterin Elke Kraut-Kleinschmidt.
Für das laufende Planverfahren bleibt die Bürgerbeteiligung wichtig. Die Stadt Münster hat die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan Nr. 651 und zur Änderung des Flächennutzungsplans gestartet. Die Unterlagen sind nach städtischen Angaben bis einschließlich 15. Mai 2026 einsehbar, Stellungnahmen können in dieser Frist abgegeben werden.
Damit ist das Vorhaben in Nienberge noch nicht baureif, aber deutlich konkretisiert. Aus dem früheren Autohausgelände soll ein Standort werden, der Einkaufen, Begegnung, Dienstleistungen, barrierefreies Wohnen und geförderten Wohnraum verbindet. Ob daraus tatsächlich ein Gewinn für den Stadtteil wird, entscheidet sich nun in den weiteren Planungsschritten, bei der Verkehrsfrage und bei der konkreten Ausgestaltung der Angebote.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu