
Evelyn Palla Deutsche Bahn setzt ihren Reformkurs konsequent um: Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn hat das Top-Management des Konzerns nahezu halbiert. Von ehemals 43 Organisationseinheiten auf der obersten Führungsebene bleiben künftig nur noch 22 übrig. Gleichzeitig sollen laut Unternehmensangaben in der gesamten Konzernleitung mehr als 1.000 Stellen abgebaut werden. Die Umstrukturierung ist Teil eines umfassenden Neustarts, den Palla kurz nach ihrem Amtsantritt eingeleitet hat.
Mit einer klaren Ansage begründete DB-Chefin Evelyn Palla den drastischen Einschnitt: „Weil wir uns das einfach nicht mehr leisten können“, soll sie laut Tagesspiegel erklärt haben. Die Strukturreform zielt darauf ab, Entscheidungswege zu verkürzen und die Bahn wieder effizient zu machen. Konkret bedeutet das: Der Vorstand der Deutschen Bahn wurde von acht auf sechs Ressorts verkleinert. Die bisherigen Ressorts für Technik und Digitalisierung sowie Infrastruktur wurden dabei aufgelöst.
Auf der ersten Managementebene darunter wurden die Organisationseinheiten von 43 auf 22 halbiert. Zudem wurde eine gesamte Zwischenebene zwischen Vorstand und der ersten Managementebene vollständig gestrichen. In der Konzernleitung insgesamt sollen laut WirtschaftsWoche mindestens 30 Prozent der rund 3.500 Stellen wegfallen – das entspricht mehr als 1.000 Positionen. Das Einsparpotenzial soll laut WirtschaftsWoche durch diese Maßnahmen auf bis zu 500 Millionen Euro jährlich steigen. Die neue Konzernstruktur gilt offiziell seit dem 1. Januar 2026.
Parallel zum Abbau bürokratischer Strukturen setzt Evelyn Palla auf drei Sofortprogramme, die Fahrgästen im Alltag zugutekommen sollen. Im Mittelpunkt stehen: mehr Komfort in Fernzügen, eine verbesserte Kundenkommunikation bei Störungen sowie mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen. Für diese Programme investiert die Deutsche Bahn laut eigenen Angaben im Jahr 2026 mehr als 140 Millionen Euro zusätzlich.
Verbesserungen bei der Pünktlichkeit sind allerdings kurzfristig nicht zu erwarten. Denn 2026 gilt als besonderes Baujahr: Mit rund 28.000 Baustellen – etwa 2.000 mehr als noch im Vorjahr – wird die Infrastruktur intensiv modernisiert. Das werde, so Palla, vorübergehend zu weiteren Verspätungen führen. Der Break-Even des Konzerns wird Analysten zufolge nicht vor 2027 erwartet. Mehr Hintergründe dazu bietet unser Artikel über die Pünktlichkeitsprobleme der Deutschen Bahn.
Der Managementumbau ist nicht die einzige Baustelle von Evelyn Palla. Schon zuvor hatte die DB-Chefin angekündigt, unrentable Randgeschäfte des Konzerns zu veräußern. Betroffen sind unter anderem der Fahrradverleih Call-a-Bike und der Carsharing-Dienst Flinkster. Palla verfolgt das Ziel, die Deutsche Bahn wieder auf ihr Kerngeschäft Schiene zu konzentrieren. Alle Details dazu finden Sie in unserem Bericht über die Deutsche Bahn Randgeschäfte unter Palla.
Ebenfalls bereits beschlossen: Für zwölf Monate werden die Fernverkehrstickets nicht teurer. Palla hat eine Preisgarantie ausgesprochen, die Reisenden zumindest finanzielle Planungssicherheit gibt. Weitere Informationen dazu stehen in unserem Artikel über die Preisgarantie der Deutschen Bahn.
Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) reagierte verhalten auf die Pläne. Laut GDL soll jeder zweite Manager gehen – das zeige, wie aufgebläht die Führungsstrukturen der DB in der Vergangenheit gewesen seien. Kritiker fragen, ob der Abbau von Führungspositionen allein ausreiche, um das strukturelle Problem der maroden Schieneninfrastruktur zu lösen. Die Deutsche Bahn schreibt seit Jahren rote Zahlen; ein Turnaround wird nach aktuellen Schätzungen frühestens 2027 erwartet.
Evelyn Palla übernahm die Führung der Deutschen Bahn zum 1. Oktober 2025. Die studierte Betriebswirtin setzt auf konsequente Entschlackung statt auf Bewahrung des Status quo. Ob ihre Strategie den erhofften Erfolg bringt, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen. Fest steht: Der Umbau des Konzerns ist in vollem Gange – und der Druck, rasch sichtbare Ergebnisse zu liefern, ist immens.
Quellen: Deutsche Bahn Pressemitteilung, WirtschaftsWoche, t-online, Business Insider, Tagesspiegel, GDL
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