AfD-Protest in Münster sammelt fast 4700 Euro für Initiativen in Ostdeutschland

Nach der Kundgebung in Münster sollen fast 4700 Euro Initiativen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern unterstützen.
Foto: Das organisierende Bündnis aus Omas gegen Rechts, Fridays for Future und Parents for Future

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Münster. Nach Angaben der Veranstalter haben am Samstag rund 1000 Menschen an einer Kundgebung gegen die AfD in Münster teilgenommen. Die Aktion unter dem Titel „Musik statt Hass“ verband politischen Protest mit Live-Musik und einer Spendenaktion. Dabei kamen laut Veranstaltern 4695,67 Euro zusammen. Das Geld soll Organisationen zugutekommen, die sich in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt in den kommenden Landtagswahlkämpfen gegen die AfD engagieren.

Kundgebung setzt Zeichen vor Landtagswahlen im September

Der Protest in Münster hatte einen klaren überregionalen Bezug. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September 2026 ein neuer Landtag gewählt, in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026. In beiden Bundesländern liegt die AfD in aktuellen Umfragen deutlich vorn. In Sachsen-Anhalt kam sie im Mai im Sachsen-Anhalt-Trend von infratest dimap für den MDR auf 41 Prozent. Die CDU lag dort bei 26 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern sah eine infratest-dimap-Umfrage für den NDR die AfD bei 36 Prozent, die SPD bei 27 Prozent.

Umfragen sind Momentaufnahmen und keine Wahlergebnisse. Sie erklären aber, warum zivilgesellschaftliche Gruppen die beiden Landtagswahlen inzwischen bundesweit stärker in den Blick nehmen. Die Veranstalter der Münsteraner Kundgebung wollten deshalb nicht nur vor Ort demonstrieren, sondern auch Initiativen in den beiden ostdeutschen Bundesländern finanziell unterstützen.

Musikprogramm auf dem Domplatz begleitet politischen Protest

Aufgerufen hatte ein Bündnis aus Omas gegen Rechts, Parents for Future und Fridays for Future Münster. Trotz wechselhaften Wetters kamen nach Darstellung der Organisatoren rund 1000 Menschen zu der Kundgebung. Auf der Bühne standen Trio CaoTina, Heute Hübsch, Die Zwillinge und Reif.

Der Titel „Musik statt Hass“ machte deutlich, dass die Aktion nicht als klassische Parteiveranstaltung angelegt war. Die beteiligten Gruppen setzten auf ein offenes Format mit Konzerten, Redebeiträgen und Spendensammlung. Inhaltlich richtete sich die Kundgebung gegen die AfD und gegen Positionen, die die Veranstalter als Angriff auf demokratische Grundrechte, Klimaschutz und gesellschaftliche Solidarität bewerten.

Sachsen-Anhalt steht besonders im Fokus

Besonders Sachsen-Anhalt spielt in der politischen Einordnung der Aktion eine Rolle. Der dortige AfD-Landesverband wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft. Auf Bundesebene ist die Lage rechtlich komplexer: Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die AfD 2025 als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft, die öffentliche Verwendung dieser Bewertung wegen eines laufenden Rechtsstreits aber vorerst ausgesetzt.

Für die Veranstalter der Kundgebung ist die politische Entwicklung in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern deshalb Anlass zur Mobilisierung. Mit der Spendensumme von 4695,67 Euro soll nach ihren Angaben Wahlkampfarbeit unterstützt werden, die sich gegen die AfD richtet. Welche Organisationen das Geld konkret erhalten, wurde in den vorliegenden Angaben nicht näher benannt.

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