
Warschau. Der Suchtrend zum Stichwort Kampfflugzeug steht am Freitag im Zusammenhang mit einem Rüstungsstreit zwischen Polen und der Ukraine. Im Zentrum stehen ältere MiG-29-Jets der polnischen Luftwaffe, die nach früheren Planungen an Kiew gehen sollten. Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz wirft der Ukraine vor, eine vereinbarte Weitergabe von Drohnentechnologie nicht einzuhalten. Eine belastbare ukrainische Reaktion auf diese Darstellung lag zunächst nicht vor.
Nach Darstellung des polnischen Verteidigungsministers ging es um ein Tauschmodell: MiG-29-Kampfflugzeuge für die Ukraine, im Gegenzug Zugang zu ukrainischem Know-how bei Drohnen. Reuters berichtet unter Berufung auf Kosiniak-Kamysz, die Gespräche über die Übergabe der verbleibenden MiG-29 hätten seit Monaten stattgefunden. Kiew habe einer Lösung zunächst zugestimmt, erfülle diese nach polnischer Darstellung aber derzeit nicht.
Belastbar ist, dass Kosiniak-Kamysz den Vorwurf öffentlich erhoben hat und mehrere internationale Medien darüber berichten. Ebenfalls belegt ist, dass Polen seit Beginn des russischen Angriffskriegs zu den wichtigen Unterstützern der Ukraine gehört und bereits MiG-29 geliefert hat. Euronews berichtet, Polen habe 2023 insgesamt 14 MiG-29 an die Ukraine übergeben. Offen bleibt dagegen, ob der aktuelle Deal endgültig gescheitert ist. Einige Berichte sprechen von einem geplatzten Geschäft, andere verweisen darauf, dass Warschau weiter zu Gesprächen bereit sei.
Die MiG-29 stammen aus sowjetischer Entwicklung und gelten in Polen als Auslaufmodell. Warschau modernisiert seine Luftwaffe mit westlichen Systemen, darunter F-16 und F-35. Die Übergabe weiterer MiG-29 wäre für die Ukraine militärisch relevant, weil ukrainische Piloten mit diesem Muster bereits vertraut sind und keine so lange Umschulung benötigen wie bei westlichen Kampfjets. Zugleich verweist Polen darauf, dass die Maschinen ihre Betriebsgrenzen erreichen und in der polnischen Luftwaffe schrittweise ersetzt werden.
Der Streit fällt in eine Phase angespannter Beziehungen zwischen Warschau und Kiew. Neben Fragen der Militärhilfe belasten historische Konflikte das Verhältnis. Polnische Politiker kritisieren unter anderem den ukrainischen Umgang mit der Ukrainischen Aufständischen Armee UPA, die in Polen mit Massakern an polnischen Zivilisten im Zweiten Weltkrieg verbunden wird. Kosiniak-Kamysz brachte diese Spannungen ebenfalls in Zusammenhang mit der aktuellen Debatte. Eine unabhängige Bestätigung, dass der Rüstungsstreit allein dadurch ausgelöst wurde, gibt es jedoch nicht.
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