Gefahrstoff auf Schweden-Fähre: 215 Menschen müssen von Bord

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Im Rostocker Überseehafen ist am Mittwochnachmittag die Schweden-Fähre „Mecklenburg-Vorpommern“ evakuiert worden. Aus einem Eisenbahnwaggon an Bord war ein bislang nicht näher bestimmter Gefahrstoff ausgetreten. Insgesamt befanden sich nach Angaben der Polizei 164 Passagiere und 51 Besatzungsmitglieder auf dem Schiff. Feuerwehr, Rettungsdienst und Wasserschutzpolizei rückten mit zahlreichen Kräften zum Fährterminal aus.

Der Gefahrenbereich am Liegeplatz 64 wurde weiträumig abgesperrt. Spezialkräfte der Feuerwehr betraten das Schiff in Chemikalienschutzanzügen. Welche Substanz ausgetreten war und in welcher Menge, war am frühen Mittwochabend noch nicht geklärt. Auch zu den gesundheitlichen Folgen lagen zunächst unterschiedliche Angaben vor.

Alarm nach Stoffaustritt aus Eisenbahnwaggon

Nach den zunächst vorliegenden Angaben befand sich die ausgetretene Substanz in einem Eisenbahnwaggon auf der „Mecklenburg-Vorpommern“. Der Austritt wurde im Bereich der Eisenbahnrampe festgestellt. Die Polizei bezeichnete den Stoff zunächst als unbekannten Gefahrstoff. Nach ersten Erkenntnissen sollte es sich um eine toxische Substanz handeln. Eine genaue Identifizierung lag zunächst nicht vor.

Die Feuerwehr rückte daraufhin mit spezialisierten ABC-Kräften an. Aufnahmen vom Einsatz zeigten Feuerwehrleute in Chemikalienschutzanzügen, die das Schiff betraten. Nach Angaben des NDR waren etwa zwei Dutzend Einsatzfahrzeuge vor Ort. Mehrere Rettungswagen standen ebenfalls am Fährterminal bereit.

Der Einsatz lief seit dem Nachmittag. Dabei ging es zunächst darum, Passagiere und Besatzung aus dem Gefahrenbereich zu bringen und anschließend festzustellen, welcher Stoff aus dem Waggon ausgetreten war.

164 Passagiere und 51 Crewmitglieder evakuiert

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Rostock befanden sich 164 Passagiere und 51 Mitglieder der Besatzung auf der Fähre. Damit mussten insgesamt 215 Menschen das Schiff verlassen. Feuerwehr und Wasserschutzpolizei waren an den Maßnahmen beteiligt.

Der NDR hatte zunächst von rund 160 Passagieren und gut 50 Besatzungsmitgliedern berichtet. Die später veröffentlichten konkreten Polizeiangaben nennen 164 Passagiere und 51 Crewmitglieder.

Zur Zahl der Verletzten gab es am frühen Abend noch keinen einheitlichen Stand. Die Polizei erklärte, möglicherweise seien drei Menschen leicht verletzt worden. Der NDR berichtete unter Berufung auf eigene Informationen von vier Leichtverletzten und davon, dass einzelne Passagiere über Atemwegsbeschwerden geklagt hätten. Eine abschließende behördliche Bilanz lag zunächst nicht vor.

Schwere Verletzungen waren bis zum frühen Abend nicht bestätigt.

Mecklenburg-Vorpommern fährt für Stena Line

Bei dem betroffenen Schiff handelt es sich um die „Mecklenburg-Vorpommern“ der schwedischen Reederei Stena Line. Die Fähre wird auf der Ostseeverbindung zwischen Rostock und Trelleborg eingesetzt. Sie kann neben Passagieren und Straßenfahrzeugen auch Eisenbahnwaggons transportieren.

Der Zwischenfall ereignete sich am Liegeplatz 64 im Rostocker Überseehafen. Dieser Anleger ist speziell für Eisenbahnfähren ausgestattet und ermöglicht die Abfertigung von Eisenbahnwaggons. Der Rostocker Hafen weist den Liegeplatz ausdrücklich als Fähranleger aus.

Die Verbindung Rostock-Trelleborg ist Teil des regelmäßigen Ostsee-Fährverkehrs zwischen Deutschland und Schweden. Stena Line setzt auf der Strecke die „Mecklenburg-Vorpommern“ und die „Skåne“ ein. Die Reederei bestätigt beide Schiffe auf ihren Informationen zum Rostocker Hafen.

Spezialkräfte untersuchen ausgetretenen Stoff

Ein zentraler Teil des Einsatzes bestand am Mittwochabend in der Untersuchung der unbekannten Substanz. Die Feuerwehr setzte dafür Chemikalienschutzanzüge ein. Der abgesperrte Bereich sollte verhindern, dass weitere Personen mit dem Stoff in Kontakt kommen.

Unklar blieb zunächst, um welche Chemikalie es sich genau handelte und warum sie aus dem Eisenbahnwaggon austrat. Auch zur Menge des freigesetzten Stoffes gab es zunächst keine gesicherten Angaben. Behördliche Angaben zu einer weitergehenden Gefährdung außerhalb des abgesperrten Hafenbereichs lagen zunächst nicht vor.

Ebenso war zunächst offen, wann die Fähre wieder freigegeben werden konnte. Die Einsatzkräfte mussten zunächst feststellen, ob weiterhin Gefahr von dem betroffenen Waggon oder der ausgetretenen Substanz ausging.

Auswirkungen auf den Fährverkehr zunächst offen

Welche Folgen der Feuerwehreinsatz für weitere Abfahrten zwischen Rostock und Trelleborg hatte, war am frühen Mittwochabend noch nicht abschließend bekannt. Eine bestätigte Mitteilung von Stena Line über Ausfälle oder größere Fahrplanänderungen im Zusammenhang mit dem Einsatz lag zunächst nicht vor.

Der reguläre Fährbetrieb im Rostocker Überseehafen umfasst neben Stena Line auch Verbindungen anderer Reedereien. Vom Fährterminal bestehen regelmäßige Verbindungen nach Trelleborg in Schweden und Gedser in Dänemark. Der Einsatz konzentrierte sich auf den Bereich um die „Mecklenburg-Vorpommern“ am Liegeplatz 64.

Ob die Sperrung des Bereichs weitere Schiffe oder Abfertigungen verzögerte, war zunächst nicht offiziell bestätigt.

Einsatz im Überseehafen dauert am Abend an

Am frühen Mittwochabend waren Feuerwehr und Polizei weiterhin im Rostocker Überseehafen im Einsatz. Vorrang hatten die Untersuchung des ausgetretenen Stoffes und die Sicherung des betroffenen Eisenbahnwaggons beziehungsweise des Gefahrenbereichs.

Offiziell bestätigt war zu diesem Zeitpunkt, dass alle 215 Menschen von Bord gebracht worden waren und Spezialkräfte das Schiff untersuchten. Die genaue Art des Stoffes, die endgültige Zahl möglicher Verletzter und die Folgen für den weiteren Betrieb der Fähre waren zunächst noch offen.

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