
Coca-Cola verlangt in Deutschland seit Anfang September erneut höhere Preise für einen großen Teil seines Getränkesortiments. Coca-Cola Europacific Partners Deutschland, kurz CCEP, hat seine Abgabepreise für den Handel und den Außer-Haus-Markt zum 1. September 2026 angehoben. Damit sind neben Supermärkten und Discountern grundsätzlich auch Getränkehändler und Gastronomiebetriebe von der neuen Preisrunde betroffen.
Als die Preisanpassung im Sommer angekündigt wurde, bezifferte das Unternehmen den Umfang lediglich auf einen einstelligen Prozentbereich über die betroffenen Produkte hinweg. Inzwischen wird für die Coca-Cola Preiserhöhung 2026 eine durchschnittliche Größenordnung von rund 3,5 Prozent genannt. Diese Zahl geht auf einen Bericht der Lebensmittel Zeitung zurück. Eine öffentlich zugängliche Bestätigung von CCEP, die den Durchschnittswert von 3,5 Prozent ausdrücklich nennt, lag zunächst nicht vor.
Die Preiserhöhung betrifft den deutschen Markt. Sie ist daher nicht mit einer weltweit einheitlichen Preisrunde der US-amerikanischen The Coca-Cola Company gleichzusetzen. In Deutschland übernimmt CCEP die Herstellung, den Verkauf und die Distribution zahlreicher Getränke der Coca-Cola-Markenwelt. Dazu gehören unter anderem Coca-Cola, Fanta und Sprite sowie weitere Marken und Produktgruppen.
CCEP Deutschland begründete die Anpassung unter anderem mit Investitionen in seine Marken, in Produktion und Logistik sowie mit Ausgaben für wettbewerbsfähige Löhne und Arbeitsbedingungen. Bereits bei der Ankündigung im Juli hatte das Unternehmen deutlich gemacht, dass es trotz höherer Abgabepreise auf einen ausgewogenen Mix aus Preisen, Verpackungsgrößen und Verkaufsaktionen setzen wolle.
Die Entwicklung findet in einem für Getränkehersteller anspruchsvollen Marktumfeld statt. CCEP verwies in seinen Halbjahreszahlen 2026 für Deutschland auf eine leichte Abnahme der Absatzmenge und auf eine anhaltend hohe Preissensibilität der Verbraucher. Gleichzeitig stieg der Umsatz je verkaufter Einheit unter anderem durch den Produkt- und Verpackungsmix sowie durch die Nachwirkungen der bereits im dritten Quartal 2025 vorgenommenen Preissteigerung.
Damit ist die aktuelle Runde nicht die erste Anpassung innerhalb kurzer Zeit. Die offiziellen Halbjahreszahlen des Abfüllers bestätigen, dass bereits im dritten Quartal des Vorjahres höhere Listenpreise in Deutschland umgesetzt worden waren. Die diesjährige Anhebung setzt diese Entwicklung fort.
Für Verbraucher lässt sich aus einer durchschnittlichen Erhöhung der Abgabepreise nicht unmittelbar ableiten, wie viel eine Flasche oder ein Mehrwegkasten künftig im Supermarkt kostet. Die Verkaufspreise an der Kasse legen die Händler selbst fest. Sie können höhere Einkaufskosten vollständig, teilweise oder zunächst gar nicht weitergeben.
Hinzu kommt, dass Coca-Cola-Produkte im deutschen Lebensmittelhandel regelmäßig über Sonderangebote verkauft werden. Deshalb können sich Normalpreise, Aktionspreise und die tatsächlich von Kunden gezahlten Preise deutlich voneinander unterscheiden. Auch verschiedene Flaschengrößen, Dosen, Mehrweggebinde und Multipacks müssen nicht im gleichen Umfang angepasst werden.
Eine Erhöhung der Herstellerpreise um durchschnittlich rund 3,5 Prozent würde deshalb nicht bedeuten, dass jedes Produkt im Regal exakt 3,5 Prozent teurer wird. Bei einzelnen Artikeln kann die Veränderung höher oder niedriger ausfallen. Ebenso können Händler auf Preiserhöhungen mit veränderten Rabattaktionen oder einem anderen Umfang der beworbenen Angebote reagieren.
Die neuen Konditionen treffen im deutschen Lebensmittelhandel auf Widerstand. Die Lebensmittel Zeitung berichtete Mitte September über Auseinandersetzungen zwischen CCEP und großen Handelsunternehmen. Demnach soll Rewe zeitweise keine neuen Bestellungen für Teile beziehungsweise das Sortiment des Anbieters aufgegeben haben. Eine eigenständige öffentliche Bestätigung des Unternehmens Rewe für sämtliche berichteten Einzelheiten lag zunächst nicht vor.
Auch bei Edeka wurde über Differenzen rund um bestimmte Mehrwegprodukte berichtet. Solche Verhandlungen zwischen Markenherstellern und Handelsketten entscheiden mit darüber, welche Artikel zu welchen Konditionen angeboten werden. Ob daraus längerfristig Lücken in einzelnen Märkten entstehen, war zunächst offen.
CCEP ist in zahlreichen europäischen Ländern sowie in Teilen des asiatisch-pazifischen Raums tätig. Preismaßnahmen werden jedoch nicht zwangsläufig gleichzeitig oder in gleicher Höhe für alle Märkte umgesetzt.
In den Halbjahreszahlen für 2026 meldete CCEP auch in anderen europäischen Regionen Effekte aus höheren Listenpreisen. In Großbritannien wurden beispielsweise im zweiten Quartal Preisanpassungen wirksam. Für Frankreich spielten neben Preismaßnahmen auch steuerliche Veränderungen eine Rolle. Daraus ergibt sich jedoch keine einheitliche internationale Erhöhung um den für Deutschland berichteten Wert.
Für deutsche Verbraucher steht deshalb zunächst fest: Der Abfüller verlangt seit dem 1. September 2026 höhere Preise von Handel und Gastronomie. Wie stark diese Kosten tatsächlich an der Ladenkasse sichtbar werden, hängt von den Entscheidungen der einzelnen Händler, von Verpackungsgrößen und von Rabattaktionen ab. Ein pauschaler Aufschlag von 3,5 Prozent auf sämtliche Endverbraucherpreise lässt sich daraus nicht ableiten.






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