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Der BER und die Luftfahrtkrise: Ein Blick auf Berlins Flughafenproblematik

Ein schwieriger Start und die Folgen Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) hat seit seiner späten Eröffnung im Oktober 2020 für viel Aufsehen gesorgt. Ursprünglich als neues Luftfahrtzentrum Berlins gedacht, kämpfte der Flughafen mit zahlreichen Bau- und Planungsmängeln, die zu mehrfach verschobenen Eröffnungsterminen und einer Verdreifachung der Baukosten führten. Diese Probleme sorgten weltweit für Schlagzeilen und hinterließen einen bleibenden Eindruck von Peinlichkeit und Mismanagement. Trotz eines relativ störungsfreien Betriebs seit der Eröffnung bleibt der BER hinter den Erwartungen zurück, insbesondere im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem Flughafen Tegel.
Florian Wehde

Ein schwieriger Start und die Folgen

Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) hat seit seiner späten Eröffnung im Oktober 2020 für viel Aufsehen gesorgt. Ursprünglich als neues Luftfahrtzentrum Berlins gedacht, kämpfte der Flughafen mit zahlreichen Bau- und Planungsmängeln, die zu mehrfach verschobenen Eröffnungsterminen und einer Verdreifachung der Baukosten führten. Diese Probleme sorgten weltweit für Schlagzeilen und hinterließen einen bleibenden Eindruck von Peinlichkeit und Mismanagement. Trotz eines relativ störungsfreien Betriebs seit der Eröffnung bleibt der BER hinter den Erwartungen zurück, insbesondere im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem Flughafen Tegel.

Steigende Kosten und sinkende Attraktivität

Ein wesentlicher Faktor für die abnehmende Beliebtheit des BER sind die hohen Kosten, die mit dem Fliegen in Deutschland verbunden sind. Die Luftverkehrssteuer, Flugsicherungsgebühren sowie Flughafen- und Sicherheitskosten haben sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Diese Kostensteigerungen haben dazu geführt, dass Billigflieger wie EasyJet sich von Inlandsstrecken zurückgezogen haben, da die Standortkosten in Berlin im europäischen Vergleich zu den höchsten gehören. Die Folge ist eine deutliche Reduzierung des Angebots und eine Abnahme der Passagierzahlen, insbesondere auf Inlandsstrecken.

Die Auswirkungen auf den innerdeutschen Flugverkehr

Der Rückgang bei den Passagierzahlen am BER hat weitreichende Auswirkungen auf den gesamten innerdeutschen Flugverkehr. Aktuelle Zahlen zeigen, dass der BER bei der Passagierentwicklung das Schlusslicht in Deutschland ist, mit einem Rückgang von 35 Prozent im Vergleich zum letzten Vor-Corona-Jahr 2019. Dieser Rückgang ist nicht nur auf die Pandemie zurückzuführen, sondern auch auf die gestiegenen Kosten und die geringere Attraktivität des Flughafens. Die Konsequenz ist ein deutlicher Rückgang der Inlandsflüge, was den BER und andere deutsche Flughäfen unter Druck setzt.

Die Zukunft des BER und des Flugverkehrs

Die Zukunft des BER sieht angesichts der aktuellen Entwicklungen herausfordernd aus. Mit hohen Schulden belastet und einer geringeren Anzahl an Passagieren und Flügen, steht der Flughafen vor finanziellen Schwierigkeiten. Die Hoffnung auf eine Belebung des Geschäfts durch Billigflieger oder eine Zunahme der Inlandsflüge scheint derzeit unwahrscheinlich. Stattdessen könnte eine stärkere Fokussierung auf internationale Verbindungen und die Verbesserung der Anbindung an das Stadtzentrum Berlins notwendig sein, um den Flughafen attraktiver zu machen.

Ein Blick nach vorn

Trotz der aktuellen Herausforderungen bietet der BER auch Chancen für die Zukunft. Eine verbesserte Infrastruktur und die Anpassung an die Bedürfnisse der Reisenden könnten dazu beitragen, den Flughafen wieder attraktiver zu machen. Zudem könnte die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit und die damit verbundene Förderung alternativer Verkehrsmittel wie der Bahn den Flugverkehr entlasten und zu einer umweltfreundlicheren Mobilität beitragen. Letztendlich wird der Erfolg des BER davon abhängen, wie gut es gelingt, diese Herausforderungen zu meistern und sich an die veränderten Bedingungen des Luftverkehrsmarktes anzupassen.