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Klinik-Atlas veröffentlicht: Leistungen und Qualität der Krankenhäuser

Einführung des Bundes-Klinik-Atlas Das Bundesgesundheitsministerium hat den Bundes-Klinik-Atlas freigeschaltet, der Teil einer umfangreichen Krankenhausreform ist. Der Online-Atlas ist im Krankenhaustransparenzgesetz verankert, das von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vorangetrieben wird.
Piron Guillaume

Das Bundesgesundheitsministerium hat den Bundes-Klinik-Atlas freigeschaltet, der Teil einer umfangreichen Krankenhausreform ist. Der Online-Atlas ist im Krankenhaustransparenzgesetz verankert, das von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vorangetrieben wird.

Ziel des Bundes-Klinik-Atlas

Das Hauptziel des Bundes-Klinik-Atlas ist es, Patienten detailliertere Informationen über die Leistungen und die Qualität der Krankenhäuser zu bieten. Dadurch sollen Patienten fundierte Entscheidungen über ihre Behandlung treffen können. Zudem soll der Atlas Krankenhäuser zu einer stärkeren Spezialisierung und somit zu einer besseren Behandlungsqualität bewegen.

Verfügbare Informationen im Bundes-Klinik-Atlas

Der Bundes-Klinik-Atlas bietet eine Vielzahl an Informationen. Er enthält Qualitätssiegel und Zertifikate, die zeigen, welche Krankenhäuser bestimmte Qualitätsstandards erfüllen. Darüber hinaus stellt der Atlas Daten zu Fallzahlen und Personalschlüsseln bereit, die Aufschluss über die Anzahl der behandelten Fälle und das Verhältnis von Pflegepersonal zu Patienten geben. Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind die Informationen zu Komplikationsraten bestimmter Eingriffe, die Patienten helfen sollen, die Risiken bestimmter Behandlungen besser einzuschätzen. Zudem werden die spezialisierten Fachgebiete der Krankenhäuser aufgelistet, um zu zeigen, in welchen Bereichen die Krankenhäuser besonders erfahren sind.

Kritik und Bedenken

Die Einführung des Bundes-Klinik-Atlas ist nicht unumstritten. Es gibt verschiedene Kritikpunkte und Bedenken. Insbesondere die Einteilung der Krankenhäuser in verschiedene Versorgungslevel und die differenzierte Aufschlüsselung nach 65 Leistungsgruppen stoßen auf Widerstand. Länder befürchten, dass die Bundesregierung dadurch Einfluss auf die regionale Krankenhausplanung nehmen könnte. Zusätzlich kam Kritik von Krankenhaus- und Ärzteverbänden sowie der Opposition, die behaupten, der Atlas bringe wenig neue Informationen und verursache zusätzliche Bürokratie. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz äußerte zudem Bedenken, dass wichtige Bewertungsfaktoren fehlen und das Register negative Konsequenzen für ältere und pflegebedürftige Patienten haben könnte.

Deutsches Krankenhaus-Verzeichnis

Parallel zum Bundes-Klinik-Atlas existiert das Deutsche Krankenhaus-Verzeichnis, das von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) seit 2002 betrieben und kürzlich erneuert wurde. Dieses Verzeichnis enthält umfangreiche Informationen zu Behandlungsangeboten, Fallzahlen, Personalausstattung und Qualitätsergebnissen der Krankenhäuser.

Erneuerung des Deutschen Krankenhausverzeichnisses

Die Neuauflage des Deutschen Krankenhausverzeichnisses bietet erweiterte Daten und Informationen. Dazu gehören unter anderem Angaben zur Long-Covid-Behandlung sowie eine direkte Suche nach bestimmten Behandlungen einschließlich der Komplikationsraten. Dies soll Patienten eine noch umfassendere Grundlage für ihre Entscheidung über den passenden Behandlungsort bieten.