
Der Wirtschaftsdialog in Münster brachte Oberbürgermeister Tilman Fuchs mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Netzwerken und Politik zusammen. Unter dem Titel „Netzwerke im Dialog: Ein Abend mit OB Tilman Fuchs“ hatte der Landesverband Westfalen des Verbands deutscher Unternehmerinnen (VdU) am Dienstagabend ins Mövenpick Hotel Münster eingeladen. Kooperationspartner waren unter anderem die Alexianer, das Mövenpick Hotel Münster, R-Factory, UnternehmerFrauen im Handwerk, Westfalen e.V. und die WIN Wirtschaftsinitiative Münster e.V.
Der Abend war als offenes Gesprächsformat angelegt. Im Mittelpunkt standen Forderungen der Wirtschaft, Positionen der Politik und die Frage, wie Münster als Wirtschaftsstandort weiterentwickelt werden kann. Zugleich ging es um Verwaltungsmodernisierung, Frauen in Führung und konkrete Themen, die Unternehmen im Alltag beschäftigen. Rund 170 Gäste kamen zusammen, darunter Teilnehmende aus Münster, Osnabrück, Warendorf und Bielefeld.
Schon der Titel der Veranstaltung machte deutlich, dass an diesem Abend nicht nur über Wirtschaft gesprochen werden sollte. Verschiedene Netzwerke sollten miteinander ins Gespräch kommen und ihre Perspektiven auf Münster einbringen. Der VdU Westfalen richtete die Einladung deshalb nicht ausschließlich an Unternehmerinnen, sondern ausdrücklich auch an Kollegen aus unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen.
Tilman Fuchs ist seit rund sechs Monaten Oberbürgermeister der Stadt Münster. Genau daran knüpfte die Veranstaltung an. Im Gespräch ging es darum, wie er die ersten Monate im Amt erlebt hat, welche Erwartungen die Wirtschaft an die Stadt richtet und welche politischen Linien für den Standort wichtig werden. Nach dem persönlichen Eindruck vor Ort nahm sich Fuchs viel Zeit für die Fragen aus dem Publikum. Er antwortete ruhig, fachlich und verständlich. Dabei wirkte er offen, aber nicht ausweichend.
Die zwei großen Fragerunden wurden intensiv genutzt. Für viele Gäste war der Abend deshalb nicht nur eine Informationsveranstaltung, sondern eine Gelegenheit, Anliegen direkt an die Stadtspitze heranzutragen. Anschließend blieb Raum für informellen Austausch und Netzwerken. Damit löste die Veranstaltung ihre eigene Idee ein: Begegnung und Gespräch standen im Zentrum des Formats.
Inhaltlich setzte die Einladung klare Schwerpunkte. Es ging um Münster als Wirtschaftsstandort, um Forderungen der Wirtschaft und um die Frage, wie die Stadt auf diese Anforderungen reagieren will. Für Betriebe geht es dabei nicht nur um Standortmarketing, sondern um konkrete Bedingungen: Flächen, Erreichbarkeit, Fachkräfte, Wohnraum, Investitionssicherheit und verlässliche Verfahren.
Ein weiterer Schwerpunkt war die geplante Verwaltungsmodernisierung. Fuchs machte deutlich, dass Münster bei der Digitalisierung der Verwaltung noch vorankommen müsse. Aus seiner Sicht reichen Strategien und Konzepte allein nicht aus, wenn einfache Verfahren im Alltag weiterhin zu kompliziert bleiben. Deshalb ging es auch um kleinere Verbesserungen, die Unternehmen und Dienstleister unmittelbar entlasten können.
Außerdem stand die Rolle von Frauen in Führung und Verantwortung in der Wirtschaft im Mittelpunkt. Dieser Punkt war für den Abend besonders prägend, weil der VdU Westfalen als Gastgeber genau diese Perspektive vertritt. Mehr Frauen in Führungspositionen sind nicht nur eine Frage der Sichtbarkeit, sondern auch ein wirtschaftliches Thema.
Neben den grundsätzlichen Standortfragen spielte die Verkehrssituation im Osten Münsters eine wichtige Rolle. Im Dialog ging es unter anderem um den geplanten Ausbau der B51 zwischen Münster und Handorf. Fuchs machte deutlich, dass die Stadt bei solchen übergeordneten Planungen nicht allein entscheiden kann. Zugleich wurde erkennbar, dass die Stadt versucht, Einfluss auf die weitere Entwicklung zu nehmen.
Auch die Baustelle am Schifffahrter Damm wurde angesprochen. Dort geht es vor allem um die Erreichbarkeit des Industriegebiets Hessenweg und die Belastungen für betroffene Stadtteile. Fuchs ordnete ein, dass Kommunikation und Planung rund um die Maßnahme erheblichen Ärger ausgelöst haben. Zugleich verwies er darauf, dass durch den Austausch zwischen Wirtschaft und Verwaltung Lösungen erreicht wurden, damit Unternehmen im Industriegebiet erreichbar bleiben.
Auch die Innenstadt war Thema. Fuchs verwies darauf, dass Münster im Vergleich zu vielen anderen Städten weiterhin von einer starken Struktur inhabergeführter Geschäfte profitiert. Gleichzeitig wurde die Zukunft großer Warenhausstandorte an zentralen Einkaufsstraßen angesprochen, insbesondere im Bereich Ludgeristraße und Salzstraße. Für Münster ist diese Debatte zentral, weil die Innenstadt Einkaufsort, Arbeitsplatz, Treffpunkt und Aushängeschild der Stadt ist.
Besonders konkret wurde der Abend bei der Digitalisierung der Verwaltung. Fuchs machte deutlich, dass Fortschritte schneller sichtbar werden müssen. Statt immer nur auf große Konzepte zu warten, sollen auch kleinere Verbesserungen angegangen werden, die im Alltag Wirkung zeigen.
Als Beispiel wurde die digitale Parkberechtigung für Handwerker und Pflegedienste genannt. Solche Berechtigungen könnten künftig einfacher digital organisiert werden, statt regelmäßig ausgedruckt und sichtbar im Fahrzeug ausgelegt werden zu müssen. Für mobile Dienstleister wäre das eine praktische Entlastung.
Das Beispiel zeigt, worum es bei Verwaltungsmodernisierung Münster im Kern geht. Digitalisierung überzeugt nicht durch Strategiepapier oder Schlagwort, sondern durch konkrete Vereinfachung. Wenn Betriebe weniger Zeit mit wiederkehrenden Anträgen, Papierformularen oder unklaren Zuständigkeiten verlieren, wird Verwaltung als Standortfaktor spürbar besser.
Eröffnet wurde das Programm durch Caroline Muffert, Co-Landesvorsitzende des VdU Westfalen. Ein Grußwort sprach Patricia Nilsson, General Manager des Mövenpick Hotel Münster. Den Dialog mit Tilman Fuchs führten Dr. Marie-Theres Thiell, Vorstand des VdU Westfalen und stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Westfalen e.V., sowie Sandra Wulf, Geschäftsführerin der WIN Wirtschaftsinitiative Münster e.V.
Der Wirtschaftsdialog im Europa-Saal des Mövenpick Hotels zeigte, wie groß der Bedarf an direktem Austausch zwischen Stadtspitze, Wirtschaft, Politik und Netzwerken ist. Die Mischung der Gäste, die zwei Fragerunden und die Themenbreite machten deutlich, dass Münster vor mehreren Aufgaben gleichzeitig steht.
„Netzwerke im Dialog“ war deshalb mehr als ein Veranstaltungstitel. Der Abend brachte Menschen aus unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen zusammen und gab ihnen Raum, Forderungen, Fragen und Perspektiven direkt einzubringen. Tilman Fuchs trat dabei nicht als Redner auf Distanz auf, sondern als Gesprächspartner in einem Format, das auf Austausch angelegt war.
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