
Zwei weitere Überfälle auf Tankstellen beschäftigen die Polizei im Kreis Gütersloh. Ein maskierter Mann hat am Sonntagabend, 26. Juli 2026, zunächst in Harsewinkel und später in Wiedenbrück zugeschlagen. Die Ermittler prüfen Verbindungen zu vier früheren Taten in Oelde, Beelen, Hövelhof und Rietberg.
Die Polizei Gütersloh spricht ausdrücklich von zwei weiteren Taten des Tankstellenräubers. Wegen der bisherigen Erkenntnisse werden die Fälle nun gemeinsam von der Kreispolizeibehörde Warendorf bearbeitet. Insgesamt geht es damit um sechs Raubdelikte innerhalb von zwölf Tagen.
Der erste der beiden neuen Überfälle ereignete sich gegen 19.30 Uhr an einer Tankstelle am Südring in Harsewinkel. Der Shop befindet sich nahe der Einmündung Mühlenfeld. Nach Angaben der Polizei war die Mitarbeiterin kurzzeitig nicht im Verkaufsraum, als der Täter die Tankstelle betrat.
Der Mann öffnete die Kasse und nahm Bargeld heraus. Außerdem entwendete er Zigaretten aus einem Regal. Als die Mitarbeiterin zurückkehrte und den maskierten Täter ansprach, richtete dieser eine schwarze Pistole auf sie.
Anschließend verließ der Räuber den Tankstellenshop und flüchtete zu Fuß in Richtung Von-Eichendorff-Straße. Zur Höhe der Beute machte die Polizei keine Angaben. Ebenso ist bislang nicht bekannt, ob es sich bei der Pistole um eine scharfe Schusswaffe handelte.
Der Täter wurde als jung, schlank und etwa 1,70 bis 1,80 Meter groß beschrieben. Während der Tat trug er schwarze Kleidung sowie eine schwarze Sturmhaube. Hinweise auf verletzte Personen enthält die Mitteilung nicht.
Nur wenige Stunden später wurde eine Tankstelle an der Bielefelder Straße in Wiedenbrück überfallen. Gegen 23.55 Uhr bereitete eine Mitarbeiterin die Schließung des Shops vor. Als sie den Verkaufsraum kurz verlassen wollte, kam ihr ein maskierter Mann mit vorgehaltener Pistole entgegen.
Der Täter war anschließend allein im Verkaufsraum. Er öffnete die Kasse, nahm Bargeld heraus und flüchtete danach zu Fuß in eine unbekannte Richtung. Auch bei diesem Überfall veröffentlichte die Polizei keine Angaben zur Höhe der Beute.
Die Personenbeschreibung weist deutliche Gemeinsamkeiten mit der Tat in Harsewinkel auf. Der Mann soll ebenfalls jung, schlank und zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß gewesen sein. Allerdings trug er in Wiedenbrück einen weißen Kapuzenpullover.
Unter der Kapuze hatte der Täter einen schwarzen Schal vor das Gesicht gezogen. Außerdem wurden dunkle, lockige Haare und ein dunkler Teint beschrieben. Ob der Mann seine Kleidung zwischen beiden Überfällen wechselte, ist Gegenstand der Ermittlungen.
Die beiden neuen Taten werden mit vier früheren Raubüberfällen in Verbindung gebracht. Bereits in der vergangenen Woche hatten sich laut Polizei Zusammenhänge zwischen den Fällen in Oelde, Beelen, Hövelhof und Rietberg verdichtet.
In der Überschrift ihrer aktuellen Mitteilung bezeichnet die Polizei Gütersloh die Überfälle in Harsewinkel und Wiedenbrück als zwei weitere Taten des Tankstellenräubers. Die Ermittlungen zu allen Fällen werden deshalb bei der Polizei Warendorf gebündelt.
In der Öffentlichkeitsfahndung zur Tat in Oelde erklärte die Polizei bereits, dass dem unbekannten Verdächtigen weitere schwere Raubstraftaten zugeordnet würden. Auch bei den Fahndungen zu Beelen und Hövelhof verwiesen die Ermittler auf mehrere Taten desselben Verdächtigen.
Die Bezeichnung als mutmaßlicher Tankstellen-Serienräuber ist deshalb journalistisch nachvollziehbar. Allerdings ist der Täter weiterhin unbekannt. Zudem ist noch nicht abschließend geklärt, ob sämtliche sechs Überfälle zweifelsfrei von derselben Person begangen wurden.
Die erste bekannte Tat der möglichen Serie ereignete sich am 15. Juli zwischen 22 und 22.05 Uhr an einer Shell-Tankstelle in Oelde. Ein bewaffneter Mann bedrohte dort eine Angestellte und forderte die Einnahmen aus der Kasse.
Für die Beute hatte er einen Gefrierbeutel mitgebracht. Da die Kasseneinsätze bereits geleert worden waren, verließ der Täter die Tankstelle jedoch ohne Geld. Er flüchtete anschließend zu Fuß.
Der Mann trug einen auffälligen Kapuzenpullover mit einem Emblem auf dem Rücken. Außerdem war er mit einer Skibrille, einer Kappe, einer sehr weiten dunklen Hose, weißen Turnschuhen und schwarzen Handschuhen bekleidet.
Die Polizei beschrieb ihn als etwa 20 bis 30 Jahre alt, athletisch und ungefähr 1,65 bis 1,75 Meter groß. Seine Haare seien dunkel gewesen. Neben der Schusswaffe führte er den Gefrierbeutel mit sich, der später auch bei weiteren Taten erwähnt wurde.
Am 17. Juli folgte gegen 21.25 Uhr ein Überfall auf eine Westfalen-Tankstelle in Beelen. Der Täter bedrohte eine Mitarbeiterin mit einer Schusswaffe und hielt ihr diese nach Polizeiangaben auch an den Kopf.
Er erbeutete einen dreistelligen Geldbetrag. Auch bei dieser Tat führte der Mann einen Gefrierbeutel mit sich. Seine Kleidung ähnelte der Beschreibung aus Oelde. Genannt wurden ein auffälliger Kapuzenpullover, eine weite dunkle Hose, eine Skibrille, helle Schuhe und schwarze Handschuhe.
Am 19. Juli schlug ein bewaffneter Täter gegen 21.50 Uhr in Hövelhof zu. Dort bedrohte er einen Mitarbeiter ebenfalls mit einer Schusswaffe und hielt ihm die Waffe an den Kopf. Er flüchtete mit einem dreistelligen Geldbetrag. Auch in diesem Fall soll er einen Gefrierbeutel dabeigehabt haben.
Der vierte Überfall ereignete sich am 23. Juli im Rietberger Ortsteil Neuenkirchen. Dort trug der Täter einen auffälligen roten oder orangefarbenen Kapuzenpullover mit schwarzer Aufschrift, eine schwarze Jogginghose, weiße Schuhe, eine Sturmhaube und eine Sonnenbrille.
Die Polizei Warendorf sucht weiterhin Zeugen, die Angaben zu dem Täter oder zu auffälligen Beobachtungen an den Tatorten machen können. Besonders wichtig sind Hinweise zu Personen und Fahrzeugen, die vor oder nach den Überfällen in der Nähe der Tankstellen gesehen wurden.
Für die aktuellen Ermittlungen könnten Beobachtungen am Südring in Harsewinkel, an der Von-Eichendorff-Straße und an der Bielefelder Straße in Wiedenbrück von Bedeutung sein. Die Ermittler werten außerdem Zeugenaussagen, Fahndungsbilder und mögliche Videoaufnahmen aus.
Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen hat bereits Bilder aus den früheren Fällen veröffentlicht. Sie zeigen den Tatverdächtigen und Teile seiner auffälligen Kleidung.
Hinweise nimmt die Polizei Warendorf unter der Telefonnummer 02581 600244 entgegen. Da der gesuchte Mann möglicherweise bewaffnet ist, soll er nicht angesprochen oder verfolgt werden. In dringenden Fällen ist der Notruf 110 zu wählen.
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